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Lebensretter-Treffen: "Einer der schönstenTage in meinem Leben" | BR24

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Vor vier Jahren brach für zwei Freisinger Familien die Welt zusammen: Die Söhne wurden so krank, dass nur eine Stammzellenspende sie retten konnte. Zum Glück wurden passende Spender gefunden und aus der tragischen wurde eine echte Erfolgsgeschichte.

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Lebensretter-Treffen: "Einer der schönstenTage in meinem Leben"

2017 ist die Welt von zwei Familien aus dem Landkreis Freising völlig aus den Fugen geraten: Die Söhne waren so krank, dass nur eine Stammzellenspende ihr Leben retten konnte. Zum Glück fand die Aktion Knochenmarkspende Bayern die passenden Spender.

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Von
  • Birgit Grundner

Sonja Kiepe bekommt noch immer eine Gänsehaut, wenn sie daran denkt, wie ihr Sohn zwei Jahre nach der Transplantation seinen Stammzellenspender Raymond in New York kennengelernt hat. Niclas sei so aufgeregt gewesen, erzählt sie und ringt dabei um Worte. Die beiden hätten sich herzlich umarmt, und ihr Sohn habe am ganzen Körper gezittert. "Es war einer der schönsten Tage in meinem Leben", sagt auch Niclas selbst.

Leukämie kehrte zurück

Vor kurzem hat er zum ersten Mal auch Noah getroffen, der vor vier Jahren genau wie er selbst eine Stammzellenspende bekommen hatte. Niclas war damals 16 und hatte die Knochenmark-Krankheit MDS. Beim 20-jährigen Noah war die Leukämie zurückgekehrt. Auf der Suche nach Lebensrettern für ihre Söhne organisierten die Eltern gemeinsam eine große Typisierungsaktion. An einem einzigen Tag ließen sich in Freising fast 3.700 Menschen als Stammzellenspender registrieren.

Stammzellenspende an Kranke in 17 Ländern

Gut 50 der Neu-Registrierten von Freising haben inzwischen tatsächlich Stammzellen gespendet – an Kranke in 17 verschiedenen Ländern. Noah und Niclas haben ihre Spender aber letztlich über die weltweit vernetzte Kartei der Aktion Knochenmarkspende Bayern gefunden.

"...dann steh' ich das halt noch mal durch"

Heute studieren beide, sie treiben wieder Sport - und sind gesund. Die Krankheit und die Zeit danach konnte Noah "gut abhaken", wie er es ausdrückt: "Ich denke mir, genieße die Zeit, wie sie kommt, und versuche, das beste daraus zu machen." Und wenn die Leukämie wirklich noch einmal zurückkehren sollte, "dann steh ich das halt noch mal durch".

Für seine Mutter ist das mit dem "Abhaken" nicht so einfach. "Ein bissl Spannung ist immer noch da", gesteht Hiltrud Rock: "Wenn Noah sagt, dass er irgendein Zipperlein hat, dann muss man sich zusammenreißen und denken, es ist wirklich nur ein Zipperlein – es geht ihm ja gut."

Nicht nur die überwundene Krankheit verbindet

Noah und Niclas haben es geschafft, und sobald Corona es zulässt, wollen sie gemeinsam auch einmal richtig etwas unternehmen: Radfahren, joggen, schwimmen – die Telefonnummern haben sie jedenfalls schon ausgetauscht.

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