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Im Frankenwald ist die Population der Haselmaus verhältnismäßig stabil. Das gilt nicht für alle Wälder in Bayern.

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Frankenwald: Wo die Welt für die Haselmaus noch in Ordnung ist

Die Haselmaus fühlt sich im Frankenwald schon lange wohl. An ihrem Zustand und der Population lässt sich auch ablesen, wie es anderen Tieren im Wald geht. Doch Haselmäuse – die eigentlich gar keine Mäuse sind – zu finden, ist nicht einfach.

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Von
  • Richard Padberg

Klaus Stangl und Stefan Hanke schlagen sich durch das Unterholz im Forstrevier Zeyern im Landkreis Kronach. Der Forstdirektor und der Forstwirt sind in besonderer Mission unterwegs. Sie suchen Haselmäuse. Die Tiere in Büschen und Sträuchern zu entdecken ist fast unmöglich. Deshalb wurden vor rund zehn Jahren spezielle Holzkästen an Bäumen aufgehängt, die die Haselmäuse als Nest und Bruthöhle nutzen können.

Haselmaus-Monitoring als Früherkennungssystem

Forstdirektor Stangl und Forstwirt Hanke sind Mitarbeiter der Fachstelle für Waldnaturschutz in Oberfranken, die an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Oberfranken in Bamberg angeschlossen ist. Die beiden inspizieren die insgesamt 50 Holzkästen im staatlichen Forstrevier Zeyern zweimal im Jahr. Einmal im Mai oder Juni und einmal im September. Das Ziel dabei: die Entwicklung des Bestands der Haselmaus über die Jahre zu beobachten. Daraus ziehen die Experten Schlüsse, wie es den Haselmäusen geht und ob der Wald weiterhin eine gute Lebensgrundlage bietet.

Förster legen Kästen für Haselmäuse aus

Beim jüngsten Monitoring, also dem Dauerbeobachten, konnten die beiden Forstleute keine Haselmäuse in den Kästen entdecken. Dafür aber Hinterlassenschaften wie Nester und Futter. Die Haselmaus ist im biologischen Sinne keine Maus, sondern gehört zu den Schläfern oder Bilchen, erzählt Forstdirektor Stangl auf dem Weg durch den Wald. Ihre nächsten Verwandten sind etwa der Gartenschläfer oder der Siebenschläfer. Im Monitoring ist die Haselmaus als sogenannte Leitart quasi der Stellvertreter der Verwandten. Geht es der Haselmaus gut, fühlen sich auch die artverwandten Tiere mit ähnlichen Eigenschaften im Wald wohl.

Frankenwald bietet gute Lebensgrundlagen

Als Lebensraum bevorzugt die Haselmaus Wälder in Mittelgebirgen mit Mischwald, vielen Sträuchern und einer reichen Vegetation. Das alles bietet der Frankenwald. Hier ist die Population der Haselmaus recht stabil, auch in der Zukunft wird sie im Frankenwald noch heimisch sein. Andernorts sieht das nicht so aus, erzählt Forstdirektor Stangl.

"Hier im Frankenwald ist die Welt einigermaßen in Ordnung, wobei man insgesamt für ganz Bayern sagen muss, dass die Art nicht ganz stabil ist. Die Zukunft ist eher ungewiss." Klaus Stangl, Forstdirektor

Unterstützung für die Haselmaus

Um der Haselmaus und den Verwandten in Bayern einen geeigneten Lebensraum zu ermöglichen, könnten Waldbesitzer mit wenigen Mitteln einiges tun, sagt Forstdirektor Stangl. So helfe es den Tieren, wenn Bäume wie die Weide oder die Birke und verschiedene Sträucher im Wald nicht gefällt oder entfernt würden. Zwar sei das Holz der Weiden und Birken nicht das wertvollste, die Blütenkätzchen der Bäume lieferten aber frühzeitig im Jahr wichtige Nahrung für die Haselmäuse und ihre Verwandten.

Haselmaus-Monitoring: Eine von vielen Maßnahmen zum Artenschutz

Forstdirektor Klaus Stangl und Forstwirt Stefan Hanke suchen die Haselmäuse im Frankenwald quasi im Auftrag der EU. Das Monitoring ist eines von vielen. Die beiden halten beispielsweise auch regelmäßig Ausschau nach Kammmolchen oder Gelbbauchunken. Die Daueraufgabe ist in das europäische Naturschutzgroßprojekt Natura 2000 eingebettet.

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Bildrechte: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Die Haselmaus ist im Frankenwald schon lange heimisch. Damit das auch so bleibt, führen Forstleute zweimal im Jahr ein sogenanntes "Haselmaus-Monitoring" durch. Bei dem Naturschutzprojekt werden der Lebensraum und die Population der Mäuse überprüft.

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