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Lebensmittel-Onlinehändler ächzen unter Corona-Ansturm | BR24

© picture alliance / dpa Themendienst / Christin Klose

Die Coronakrise macht Lebensmittel-Lieferdiensten das Leben schwer.

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    Lebensmittel-Onlinehändler ächzen unter Corona-Ansturm

    Eine scheinbar gute Idee in Zeiten von Corona: Zuhause bleiben, die Lebensmittel an die Haustür liefern lassen. Doch die Idee haben viele und die meisten Lieferdienste sind deswegen auf Wochen hinaus ausgebucht.

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    Bei großen Anbietern wie Amazon Fresh oder Rewe geht eigentlich nichts mehr: Bei verschiedenen Testkäufen für den Raum München waren sie komplett ausgebucht. Amazon Fresh konnte bis Mitte/Ende April keine Liefertermine mehr anbieten, Rewe die nächsten 14 Tage. Dasselbe bei kleineren Anbietern wie Bringmeister, getnow oder mytime: Keine Lieferung in absehbarer Zeit. "Mit Beginn der Coronakrise sind natürlich viele auf die Idee gekommen, damit sie nicht anstehen müssen, begehrte Produkte wie unter anderem Toilettenpapier online zu bestellen oder dann bestellt im Laden abzuholen", erklärt Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern.

    Kein Wunder, denn die Lieferanten haben aufgrund Corona deutlich mehr Aufträge bekommen. Schon auf ihren Webseiten und in den Apps weisen die Lieferdienste darauf hin: Wegen der erhöhten Nachfrage kann es dazu kommen, dass bestimmte Artikel fehlen oder lange Lieferzeiten drohen. Wie viel mehr jetzt per Internet eingekauft wird, dazu gibt es noch keine genauen Zahlen. Auf BR-Anfrage teilte Rewe lediglich mit, dass man im Online-Bereich eine "verstärkte Nachfrage" habe. Und die Google-Suchanfragen nach Amazon Fresh haben sich seit Anfang März wohl verzehnfacht, haben Experten recherchiert.

    Infrastruktur ist für kleinere Zahlen ausgelegt

    Nudeln, Gurken und Milch an die Haustür bringen lassen – diese bequeme und kontaktarme Alternative steht damit für viele erst einmal nicht mehr wirklich zur Verfügung. Das liegt daran, dass der Online-Lebensmittelhandel bisher gar nur einen sehr kleinen Marktanteil und deswegen auch keine Infrastruktur hat, um die erhöhte Nachfrage aufzufangen, erklärt Bernd Ohlmann: "Der Online-Handel mit Lebensmitteln stellt sich in Bayern immer noch als absolute Nische dar. Der Umsatzanteil liegt bei schlappen ein Prozent." Mitarbeiter, Transportwege, Kapazitäten seien nicht für den neuen Ansturm aufgerüstet. "Deswegen können auch diese Lieferservices niemals die Lücke und den erhöhten Bedarf decken. Allein von der Logistik, von den Menschen, den Mitarbeitern kann das niemals gestemmt werden", sagt Ohlmann.

    Regionale Unterschiede

    Ein Anbieter fiel bei den Testkäufen aber auf: der Edeka-Lieferservice. Während auch hier in einigen Regionen keine Lieferung in absehbarer Zeit möglich war, gab es andernorts keine Probleme. Zum Beispiel in Nürnberg, wo eine Lieferung am folgenden Tag buchbar war. Eine andere Möglichkeit, die Kunden nutzen können, die partout nicht in den Supermarkt können oder wollen: Abholstationen. Dabei werden die Waren abholfertig in Schließfächer gepackt, meistens in Marktnähe. Auch hier gibt es aber Unterschiede zwischen Region und Anbieter. Während bei Rewe im Münchner Raum Abholstationen ebenfalls komplett ausgebucht waren, war eine Abholung bei Edeka in Würzburg zumindest in der nächsten Woche möglich.

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