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Urteilsverkündung im Mordprozess vor dem Landgericht Regensburg

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    Lebenslang für Todesschützen von Regensburg

    Im Prozess um tödliche Schüsse auf offener Straße in Regensburg ist der Angeklagte wegen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er tötete vor einem Jahr einen ehemaligen Freund. Das Motiv: Eifersucht.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Am Landgericht Regensburg ist am Montag der Prozess um tödliche Schüsse auf offener Straße im vergangenen Jahr im Regensburger Stadtgebiet zu Ende gegangen. Der Angeklagte wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

    "Kaltblütig", "auf offener Straße" habe der zweifache Familienvater seinen einstigen Freund ermordet, so die Strafkammer in ihrer Urteilsbegründung. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei erfüllt. Der 55-Jährige muss daher lebenslang ins Gefängnis.

    Verteidigung sieht "wahnhafte Störung"

    Die Verteidigung hatte ihrem Plädoyer zuvor auf Totschlag und eine Gesamtstrafe von acht Jahren plädiert. Vor allem die Schuldfähigkeit seines Mandanten stellt der Pflichtverteidiger in Frage: Über Jahre habe der spätere Todesschütze eine sexuelle Affäre zwischen dem Opfer und seiner Frau gesehen, die es nicht gegeben hat. Für den Anwalt sei daher eine wahnhafte Störung im Bereich des Möglichen.

    Für das Gericht greift die Argumentation der Verteidigung zu kurz: Eine schwere geistige Beeinträchtigung habe zum Tatzeitpunkt nicht vorgelegen. Der Mann sei sich seiner Handlungen bewusst gewesen, habe eine halbautomatische Waffe besorgt und die Tat geplant.

    Täter verschweigt sein Motiv

    Nach den fünf tödlichen Schüssen auf seinen scheinbaren Nebenbuhler hatte er sich widerstandslos festnehmen lassen. Der Täter selbst hat bis zum Prozessende über sein Motiv geschwiegen.

    Eine besondere Schwere der Schuld und das Merkmal der niederen Beweggründe, wie von der Familie des Opfers gefordert, sah die Strafkammer nicht. Für weitere Erkenntnisse hätte der Mann sein Schweigen brechen müssen.

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