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Behörde empfiehlt Impfung gegen Meningokokken | BR24

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Eine lebensbedrohliche Variante von Meningokokken-Erregern tritt heuer verstärkt im oberbayerischen Landkreis Erding auf. Die Behörden raten dazu, den Impfschutz zu überprüfen.

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Behörde empfiehlt Impfung gegen Meningokokken

In diesem Jahr sind bereits mehrere Meningokokken-C-Fälle in Oberbayern bekannt geworden. Deshalb empfiehlt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nun, Kinder frühzeitig gegen Meningokokken C impfen zu lassen.

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In Bayern kursiert dieses Jahr eine lebensbedrohliche Variante der Meningokokken. Bisher gebe es sechs Fälle der Meningokokken C. Im gesamten Vorjahr seien es nur zwei gewesen, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit.

"Es ist wichtig, dass Eltern den Impfstatus bei ihren Kindern überprüfen lassen", so Dr. Andreas Zapf, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Bei noch nicht geimpften Kindern sollte die Meningokokken-C-Impfung umgehend nachgeholt werden. "Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich, sondern auch andere Menschen", so Zapf. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warb in einer Mitteilung dafür, Kinder frühzeitig gegen Meningokokken C impfen zu lassen.

Meningokokken sind Bakterien, die eine akute Hirnhautentzündung (Meningitis) und eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Innerhalb weniger Stunden könne die Erkrankung lebensbedrohlich werden, heißt es in der Mitteilung. Außerdem könne die Erkrankung bleibende Schäden verursachen. Übertragen werden die Meningokokken durch Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Niesen oder Husten.

2019 bisher sechs Fälle in Bayern

Im Jahr 2019 gab es in Bayern bislang sechs gemeldete Meningokokken-C-Fälle. Das sind vier mehr als im gesamten Vorjahr. In fünf der sechs Fälle wurde auch derselbe Erregerstamm nachgewiesen. Allein im südlichen Landkreis Ebersberg östlich von München seien in der Zeit vom März bis August 2019 drei junge Menschen an schweren Verlaufsformen einer Meningokokken-Sepsis erkrankt. Darüber hinaus erkrankte eine 56 Jahre alte Kontaktperson.

Auch eine 13-Jährige aus München infiziert

Aktuell wurde bekannt, dass sich eine 13-Jährige aus dem Landkreis München mit dem Meningokokken-C-Erreger infiziert habe, so die Meldung. Aufgrund der Erkrankungen bietet das Gesundheitsamt Ebersberg für alle 15- bis 24-Jährigen kostenfreie Meningokokken-C-Impfungen an.

Empfohlen wird eine Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder möglichst früh im zweiten Lebensjahr, da die häufigsten Erkrankungen im Säuglings- und Kindesalter sowie bei Jugendlichen auftreten. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Versicherte bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.

💡 Symptome einer Meningokokken-Erkrankung

Zu den ersten Anzeichen einer Erkrankung zählen grippeähnliche Symptome:

  • hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Benommenheit bis hin zu Bewusstseinsstörungen
  • plötzlich schweres Krankheitsgefühl
  • Lichtempfindlichkeit
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Erbrechen und Nackensteifigkeit (bei Hirnhautentzündung)
  • großflächige Hauteinblutungen (bei Sepsis)
  • Beinschmerz
  • kalte Hände und Füße
  • sehr blasse Haut

Eine wichtiges Warnsignal sind rot-violette Hautflecken. Diese Hautblutungen verschwinden nicht, wenn man mit einem Trinkglas dagegen drückt. Sie sind Zeichen einer Blutvergiftung. Diese Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten, sie können sich auch innerhalb weniger Stunden oder Tage entwickeln oder gar nicht.