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Lebensgefährte vom Mordvorwurf freigesprochen | BR24

© BR-Studio Franken/Lucas Jubl

Der Angeklagte und sein Verteidiger im Gerichtssaal in Nürnberg

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    Lebensgefährte vom Mordvorwurf freigesprochen

    Im Prozess um eine mit Benzin übergossene und angezündete Frau hat das Landgericht Nürnberg-Fürth den Lebensgefährten des Opfers freigesprochen. Für eine Verurteilung fehle es an Beweisen, hieß es am Gericht.

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    Das Gericht konnte nicht mit Sicherheit bestimmen, ob der 55-Jährige seine Frau ermordet hat. Eine Brandverletzung des Angeklagten hatte für dessen Schuld gesprochen, hieß es in der Urteilsbegründung. Allerdings fehle ein Motiv. Auch lässt sich nicht ausschließen, dass sich das Opfer selbst mit Benzin übergossen und angezündet hat, so das Gericht weiter.

    Pro und contra Verurteilung hätten sich die Waage gehalten, weshalb sich das Gericht schließlich dazu entschied, den Angeklagten aus Mangel an Beweisen freizusprechen. Damit folgten die Richter dem Plädoyer der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert.

    Vorwurf: Angst vor Entdeckung

    Die Anklage war von Mord ausgegangen. Am Abend des 17. Januar habe das Paar in seiner Wohnung in Nürnberg große Mengen Alkohol getrunken. Im Laufe des Abends sei es zum Streit gekommen. Die Ankläger waren davon ausgegangen, dass der Mann seine Lebensgefährtin zunächst verletzt hat. Aus Angst vor der Entdeckung seiner Tat und weil gegen ihn bereits ein Verfahren wegen Körperverletzung an seiner Lebensgefährtin lief, habe der Mann beschlossen, seine Lebensgefährtin zu töten.

    Eine Tote, drei Verletzte

    Die Staatsanwaltschaft war von folgendem Tatverlauf ausgegangen: Der Angeklagte habe die 61-Jährige mit Benzin übergossen und angezündet. Die Frau starb noch in der Wohnung an ihren Verletzungen. Dieser Auffassung schloss sich das Gericht jedoch nicht an. Der Mann hatte selbst Brandverletzungen erlitten. Zwei Nachbarn in dem Wohnhaus mussten wegen Rauchvergiftungen behandelt werden.