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Lawinengefahr – Wie verhalte ich mich richtig? | BR24

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Lawine in Aktion

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    Lawinengefahr – Wie verhalte ich mich richtig?

    Hält der Hang oder nicht? Nach zwei Tagen starken Schneefalls in Bayern sind in den Alpen bereits hunderte Lawinen abgegangen; derzeit herrscht im gesamten Alpenraum erhöhte Lawinengefahr. Was sollte man beachten? Ein paar Tipps.

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    Los geht’s – natürlich – erstmal mit dem Lawinenlagebericht. Den muss man nicht nur gelesen und verstanden haben. Man sollte ihn auch ausdrucken und mitnehmen und im Gelände nachlesen, bevor man sich in möglicherweise heikle Situationen begibt.

    Verschiedene Gefahrenstufen für Lawinen

    Besonders zu beachten sind dabei: Wie hoch ist die Gefahrenstufe und wo? Wo genau liegen die Gefahrenstellen? Sind diese beispielsweise in Kammnähe, in Rinnen oder an Sonnen- oder Schattenhängen? Und was ist die Gefahrenquelle? Dies können etwa Neuschnee, Triebschnee, eine labile Altschneeschicht oder ein Temperaturanstieg sein.

    Besonders gefährlich: Der Schattenhang und Wind

    Zu bedenken ist auch: In Nordhängen bleibt der Schnee lange pulvrig – aber: Steile Schattenhänge sind besonders lawinengefährdet, warnt der Deutsche Alpenverein (DAV). Denn an Schattenhängen verfestigt sich der Schnee, im Gegensatz zu Sonnenhängen, nur langsam. Der erste Tag nach Schneefall ist besonders gefährlich.

    Zudem: Bei starkem Wind steigt die Lawinengefahr drastisch, denn durch ihn können Triebschneeansammlungen entstehen, die als Schneebrettlawinen abgleiten können.

    Bei Lawinengefahr im Rucksack unverzichtbar

    Entscheidet man sich trotz Lawinengefahr, die Piste zu verlassen, muss im Rucksack die richtige Ausrüstung dabei sein. Der Deutsche Alpenverein gibt als Grundregel fürs Freeriden aus: Nie ohne sogenannte LVS-Ausrüstung ins Gelände gehen. Dazu gehören ein Suchgerät, um Verschüttete zu orten, eine Lawinenschaufel, eine Lawinensonde und ein Erste-Hilfe-Set. Das LVS-Set sollte mit seinen Gurten fest am Körper verzurrt sein, Schaufel und Sonde griffbereit im Rucksack stecken.

    Lawinen-Checkliste: Regeln des Deutschen Alpenvereins

    Weitere Grundregeln des DAV, die er auch in einer Lawinen-Checkliste zusammengestellt hat: Sehr steile Hänge sollte man immer einzeln abfahren. Denn es gilt: Je steiler ein Hang, umso gefährlicher ist er. Man sollte beim Losfahren immer schauen: Wer oder was ist über mir, und wer oder was ist unter mir, sowie sichere Sammelpunkte vereinbaren. Zudem gilt die Regel: Nie allein – nie alle auf einmal. Und beim Aufsteigen in steilem Gelände sollten große Abstände eingehalten werden.

    Ob bei Lawinengefahr oder schlechtem Wetter - das Handy hilft

    Auch dabei haben sollte man ein Handy, um im Notfall Hilfe rufen zu können. In vielen Regionen der Alpen ist die Netzabdeckung gut. Dabei bitte beachten: Können Sie Ihr Smartphone in schwierigen Situationen oder bei schlechtem Wetter sicher bedienen? Hält der Akku lange genug, besonders wenn Datenfunk oder die GPS-Funktion eingeschaltet sind? Vielleicht zusätzlich ein intaktes, älteres Handy mitnehmen.

    Der Airbag-Rucksack funktioniert nach dem Prinzip Auftrieb

    Empfohlen wird auch häufig ein sogenannter Airbag-Rucksack. Die kosten zwar einige hundert Euro und sind relativ schwer. Doch selbst Bergführer, die es gewohnt sind, ihr Gepäck zu optimieren, nutzen sie beim Tourengehen. Die Rucksäcke, die es mittlerweile von mehreren Herstellern gibt, funktionieren nach dem Prinzip Auftrieb: Zwei Luftsäcke blasen sich blitzschnell auf, wenn der Tourengeher in eine Lawine gerät und den Auslösegriff zieht. Durch das große Volumen sollen Rucksack und Mensch an der Oberfläche der Lawine "schwimmen".

    Schützen können zudem Helm und Protektoren, denn viele Verletzungen entstehen im Unglücksfall nicht unbedingt durch eine Lawine sondern durch gefährlich Absturzkanten oder felsiges Gelände.