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Lawinen-Tagung in Oberstdorf: Klimawandel erhöht Lawinen-Gefahr | BR24

© BR/Florian Regensburger

"Durch den Klimawandel steigt die Lawinengefahr im Allgäu", sagte Hans Konetschny vom Lawinenwarndienst Bayern.

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Lawinen-Tagung in Oberstdorf: Klimawandel erhöht Lawinen-Gefahr

Im Vorfeld der heutigen Lawinenwarndienst-Tagung in Oberstdorf warnt der bayerische Lawinenwarndienst vor der "Dynamik der Schneemassen". Durch den Klimawandel steige die Lawinengefahr im Allgäu.

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Vor Beginn der kalten Jahreszeit treffen die Allgäuer Lawinensachverständigen zu ihrem alljährlichen Treffen an der Mittelstation der Fellhornbahn zusammen. Mit dabei sind die Mitglieder der Lawinenkommissionen, die Betreuer der Mess- und Beobachtungsstationen und Vertreter der von Lawinengefahr besonders betroffenen Gemeinden der Landkreise Ostallgäu und Oberallgäu. Sie wollen auf den vergangenen Winter zurückblicken und aktuelle Probleme des Lawinenwarndienstes ansprechen.

"Durch den Klimawandel steigt die Lawinengefahr im Allgäu", sagte etwa Hans Konetschny vom Lawinenwarndienst Bayern im Vorfeld der Veranstaltung. Das habe etwas mit der "Dynamik der Schneemassen" zu tun.

"Lawinengefahr nimmt zu"

Zwar sei man mit drei Lawinentoten im vergangenen Winter – eines der Opfer starb im Allgäu, die anderen beiden in Oberbayern – zahlenmäßig im Bereich des langjährigen Durchschnitts, sagte Konetschny dem BR. Dennoch sehe er eine Zunahme der Lawinengefahr im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen der vergangenen Jahre.

"Die Dynamik der Schneemassen wird intensiver"

Die Dynamik der Schneemassen werde intensiver, immer häufiger gebe es etwa Starkschneefälle mit unmittelbar folgenden Erwärmungen der Temperatur bei gleichzeitig starkem Wind. Dies führe zu Schneeverfrachtungen, welche die Gefahr vor allem in Steil- und Kammlagen erhöhten.

Vergangenen Winter habe es auch ein großes Gleitschneeproblem gegeben: Gleitschneeschichten entstehen, wenn nach einer Wärmeperiode der Schnee auf warme Bodenschichten fällt. Die Gleitschnee-Lawinen können sich selbst ohne äußere Einwirkung auslösen und seien zudem besonders schwer vorherzusagen, so Konetschny, der bei der Tagung einen Fachvortrag halten wird.

"Personal kommt an seine Grenzen"

Mit Blick auf das Personal bei der Lawinenwarnung sagte er, dass die Ehrenamtlichen in den Lawinenkommissionen in schneereichen Wintern wie dem vergangenen an ihre Grenzen kämen, allein was den zeitlichen Aufwand angehe. Ob es in Zukunft einmal hauptamtliche Lawinensachverständige in den Kommissionen geben wird, sei jedoch "eine politische Entscheidung".