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Lawine trifft Hotel in Balderschwang

Schnee- und Regenfälle fordern auch zu Beginn der neuen Woche die Einsatzkräfte in Bayern. In dem abgeschnittenen Skiort Balderschwang ist in der Früh eine Lawine abgegangen. Nach ersten Informationen der Polizei in Kempten traf sie kurz nach 5.00 Uhr ein großes Hotel im Ort. Zahlreiche Rettungskräfte sind im Einsatz. Nach Angaben des Hoteliers wurde niemand verletzt oder ist vermisst. Eine Person habe einen Schwächeanfall erlitten.

Die Polizei zitiert Augenzeugen, wonach die Lawine etwa 300 Meter breit war. An dem Gebäude des Hotel Hubertus seien dadurch Fensterscheiben eingedrückt worden. Das Hotel hatte sich schon auf ein solches Ereignis vorbereitet. Der Sauna- und Wellness-Bereich auf dem Gelände sei schon gestern gesperrt worden, berichtet ein Einheimischer im Gespräch mit dem BR-Studio Schwaben.

Massive Schäden am Hotel - vier Gebäude evakuiert

In dem Hotel hatten sich rund 110 Personen aufgehalten. Alle Gäste seien inzwischen in andere Unterkünfte gebracht worden. Ein Sprecher der Polizei sprach von "massiven Schäden". Der Schnee habe Fensterscheiben eingedrückt und größere Schneemengen seien im Gebäude. Aus Sicherheitsgründen wurden im Ort insgesamt vier Gebäude evakuiert. Mehrere Schneehänge sollen kontrolliert gesprengt werden.

Balderschwang im Allgäu ist über die Straße weiterhin nicht zu erreichen. Rund 1.100 Einwohner und Touristen sitzen in dem Wintersportort fest. Auf österreichischer Seite war gestern bei Hittisau eine Lawine abgegangen. Die Zufahrt auf deutscher Seite ist wegen Schneebruchgefahr gesperrt.

Lawinenabgang im Gemeindegebiet Schneizlreuth

Lawinenabgang im Gemeindegebiet Schneizlreuth

B305 bei Inzell verschüttet

Am späten Abend ist die B305 im Landkreis Berchtesgadener Land teilweise verschüttet worden. Menschen oder Autos sind dabei laut Polizei nicht betroffen. Es gibt keine Verletzten. Aber nach der 20 Meter langen und acht Meter hohen Lawine ist die B305 zwischen Weißbach an der Alpenstraße und Inzell im Gemeindegebiet Schneizlreuth mindestens bis zum Mittag gesperrt. Damit ist Weißbach an der Alpenstraße nicht mehr erreichbar.

Die Gemeinde Schneizlreuth im Berchtesgadener Land ist nur mehr von österreichischer, aber nicht mehr von deutscher Seite zu erreichen. Es wird befürchtet, dass Schneebretter auf die B21 abgehen könnten. Damit ist die kurze Verbindung von Lofer über Bad Reichenhall nach Salzburg, durch das sogenannte deutsche Eck, nicht mehr passierbar. 

Auch in Marktschellenberg traf eine Lawine die Hinterseite des Gasthauses Laroswacht. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand.

Lawinengefahr weiter hoch

Mit dem Regen und dem Tauwetter erhöhte sich in den Bergen die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen. Am Alpenrand gilt nach wie vor die zweithöchste Lawinen-Gefahrenstufe 4. Schon ein Tier oder ein einzelner Skifahrer oder Snowboarder können im gefährdeten Gebiet große Schneebretter auslösen, heißt es in der Mitteilung des Lawinenwarndienstes. Vor allem unterhalb von 1.600 Metern wird die bis zum Boden hin nasse Schneedecke an glatten, steilen Wiesenhängen als Gleitschneelawinen abrutschen.