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Lawine in Reutte: Kaum noch Hoffnung für Verschütteten | BR24

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Nach dem Lawinenunglück im Ostallgäu wollen Rettungskräfte weiter nach dem vermissten Skitourengeher suchen. Die Hoffnung, den vermissten 43-jährigen Skitourengeher noch lebend zu finden, ist nach Einschätzung eines Polizeibergführers aber gering.

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Lawine in Reutte: Kaum noch Hoffnung für Verschütteten

Nach dem Lawinenunglück im Ostallgäu wollen Rettungskräfte weiter nach dem vermissten Skitourengeher suchen. Die Hoffnung, den vermissten 43-jährigen Skitourengeher noch lebend zu finden, ist nach Einschätzung eines Polizeibergführers aber gering.

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Auch am zweiten Tag nach dem Lawinenabgang wurde fieberhaft nach dem 43-jährigen Mann aus Furth im Wald gesucht. Die Hoffnung, den Skitourengeher noch lebend aus den Schneemassen zu befreien, ist aber gering.

Rund 1.500 Tonnen Schnee in Bewegung

Walter Schmid, Bergführer der bayerischen Polizei, sagte im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, bei der Lawine seien rund 1.500 Tonnen Schnee "mit einer sehr hohen Geschwindigkeit" den Hang hinab gerast. Daher seien die Aussichten, den Vermissten noch lebend zu finden, gering:

"Und dort, wo der Schnee liegt, ist er derart komprimiert, dass man mit einer Sonde kaum die Schneedecke durchdringen kann. Wir gehen ja davon aus, dass er verschüttet ist, dann hat er äußerst geringe Überlebenschancen." Walter Schmid, Bergführer der bayerischen Polizei

Ski des Vermissten in Lawinenkegel gefunden

Nachdem ein Ski und die Stöcke des Vermissten gefunden worden waren, war den ganzen Sonntag über eine Suchmannschaft unterwegs. Bei der Suchaktion sei alles versucht worden, um den Verschütteten zu finden, berichtete der Polizeibergführer:

"Es ist eigentlich alles ausgeschöpft worden, was man ausschöpfen kann. Lediglich diese Aufschüttung am Hangfuß, die muss man heute noch einmal genauer anschauen." Walter Schmid, Bergführer der bayerischen Polizei

Suche wird in kleinerem Umfang fortgesetzt

Heute werde die Suche daher in kleinem Umfang fortgesetzt, so Schmid:

"Momentan haben wir einen Handbagger, der die talnahe hohe Aufschüttung versucht aufzuarbeiten. Im Absturzgelände der Lawine selber ist heute niemand unterwegs." Walter Schmid, Bergführer der bayerischen Polizei

Dies dient auch der Minimierung des Risikos für die Suchmannschaften, denn an dem Hang könnten weitere Gleitschneelawinen abgehen. Darum waren schon am Wochenende nur speziell ausgebildete Alpinbergführer der bayerischen Polizei an der Suche beteiligt.

Gleitschneelawinen als tödliche Gefahr

Auch bei der Lawine, die den Mann verschüttete, handelte es sich nach Aussage Schmids um eine Gleitschneelawine. Auf die bestehende Gefahr sei im Lawinenlagebericht hingewiesen worden:

"An dem Samstag haben wir Gefahrenstufe 1 und 2 im Bayerischen Alpenraum gehabt. Wer den Lawinenlagebericht genau liest, da ist auf die Problematik der Gleitschneelawinen deutlich eingegangen worden." Walter Schmid, Bergführer der bayerischen Polizei

Dieser Winter sei wegen der Wärme zu Beginn und der anschließenden Schneemasse prädestiniert für Gleitschneelawinen, so Walter Schmid weiter.

Ein Toter bereits geborgen

Die Lawine war am Samstagnachmittag im Ammerwald an der Grenze zu Österreich auf einer Breite von 300 Metern zu Tal gestürzt. Ein 42-jähriger Mann aus Cham wurde am Samstag bereits tot aus der Lawine geborgen, ein 37-jähriger Garmisch-Partenkirchener überlebte mit schweren Verletzungen.

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Nach dem Lawinenunglück im Ostallgäu wollen Rettungskräfte weiter nach dem vermissten Skitourengeher suchen.

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"Die Chancen, den Mann nach zwei Tagen lebend zu finden, sind sehr gering", sagte ein Polizeisprecher am Montag.

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In den Ammergauer Alpen zwischen Reutte und Schwangau ist die Gefahr weiterer Lawinenabgänge nach Einschätzung der Experten hoch.

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"Wir suchen nur im Bereich des Lawinenkegels, alles andere ist zu gefährlich", sagte der Sprecher.

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Der Schnee liegt mehrere Meter hoch und ist bretthart. Das erschwert die Sucharbeiten immens.

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Der Schreitbagger besitzt neben Rädern auch voneinander unabhängig steuerbare Schreitbeine. Damit sind Arbeiten in schwierigem Gelände möglich.

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Die Suche nach dem Vermissten werde mit wenig Rettern durchgeführt, um nicht zu viele Helfer gefährden.

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Weitere Information zur Verweildauer

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Die Gefahr von Grund- und Nassschneelawinen bleibt trotz niedriger Lawinenwarnstufe hoch. Das sagte der Leiter des Lawinenwarndienstes Bayern, Hans Konetschny, dem BR.