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Bildrechte: BR/Judith Zacher

In einer Waschküche fing es an: Hier hat Benedikt Deniffel aus Lauingen sein erstes Bier gebraut. Es war so süffig, dass sein Bier reißenden Absatz findet. Als Flaschenbier und bald wieder in seiner eigenen kleinen Kneipe und im Biergarten.

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Lauinger Kleinbrauerei "Braumadl" trotzt Corona

Wenige Monate nach der Eröffnung seiner Kneipe mit selbstgebrautem Bier musste Brauer Benedikt Deniffel wegen Corona schon wieder schließen. Er aber hat die Zeit genutzt - und steht jetzt besser da als vorher.

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Von
  • Judith Zacher

Braumeister ist Benedikt Deniffel von Beruf, Brauen ist seine Leidenschaft. Sein Haupteinkommen verdient er zwar mit einem Schreibtischjob, aber vom Bierbrauen konnte er nie lassen. So hat er vor vier Jahren im Keller seiner zukünftigen Schwiegermutter angefangen, mit ein paar Freunden Bier zu brauen. Irgendwann wurde es so viel, dass sie es nicht mehr selber trinken konnten und es verkaufen mussten.

Von der Waschküche zur Bierkneipe

Kurzerhand hat er, blauäugig wie er war, so der 29-Jährige mit einem Augenzwinkern, die Räume einer ehemaligen Lauinger Metzgerei angemietet. Im Lagerraum braut er jetzt auf kleinstem Raum sein Fassbier, den ehemaligen Verkaufsraum hat er mit seinen Freunden umgebaut, zur gemütlichen Bierkneipe. Im September 2019 hat er das "Braumadl" eröffnet. Ein Treffpunkt für jung und alt ist die Kneipe geworden. Er habe wohl einen Nerv bei den Lauingern getroffen, schmunzelt der 29-Jährige. Nur wenige Monate später musste er allerdings schon wieder schließen, wegen Corona.

Statt Fassbier-Ausschank Lieferung in Flaschen

Sein Bier hat er kurzerhand in Flaschen abgefüllt und ausgeliefert. Es gibt Helles, Weizen und Dunkles. "Da hat uns das gut getan, dass wir so klein waren", sagt Deniffel. So habe man das logistisch relativ schnell und gut umsetzen können. Über den Sommer ist er gekommen, indem er einen stillgelegten Biergarten in Lauingen wieder zum Leben erweckt hat. "Corona war da auch eine Chance", sagt der 29-Jährige: Vorher habe er mit Brauen und Ausschank in der Kneipe so viel Arbeit gehabt, dass er gar nicht zum Nachdenken gekommen sei. In der Corona-Zeit habe er jetzt viele neue Projekte angestoßen, viele Ideen verwirklicht.

"Braumadl" per Casting gewählt

So hat er jetzt an seiner Seite: Sophie Keller. Das erst kürzlich per Casting gewählte "Braumadl". Die 24-Jährige soll sein Bier künftig präsentieren. Ihr Outfit und Frisur sind dem Etikett auf dem Bier nachempfunden: Abgebildet ist darauf ebenfalls eine junge Frau im roten Dirndl. Die 24-Jährige Sophie Keller ist eigentlich Mittelschullehrerin, dass sie jetzt zum "Braumadl" gewählt wurde, freue sie aber wahnsinnig. Diese Rolle auszuüben, mache ihr sehr Spaß.

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Gleich wird angezapft - Sophie ist noch skeptisch.

Anzapfen ist schwieriger als man denkt

Eine Hürde aber muss sie noch überwinden: Sobald auch im Landkreis Dillingen die Biergärten wieder öffnen, soll sie das erste Fass in Deniffels "Pop-Up-Biergarten", wie er ihn nennt, anzapfen. Geübt wird erstmal mit Wasser, zum Glück: Beim ersten Mal wird Sophie noch tüchtig nass. Aber das nimmt sie mit Humor: "Nächstes Mal muss ich fester draufhauen, mit mehr Schmackes!". Das nächste Mal wird dann, hofft auch Benedikt, im Biergarten im Lauinger Luitpoldhain sein.

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