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Laubbläser mit Bedacht einsetzen - raten Behörden und Experten | BR24

© BR/Florian Regensburger

Sie sind extrem laut, produzieren Abgase, zerstören Samen und sie töten kleine Tiere. So mancher Hausmeisterdienst versucht deshalb Laubbläser-Einsätze zu reduzieren. Aber viele Privatleute nutzen die Laubbläser und Laubsauger aus Überzeugung.

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Laubbläser mit Bedacht einsetzen - raten Behörden und Experten

Sie sind sehr laut, produzieren Abgase, zerstören Samen und sie töten kleine Tiere. Deshalb raten das Ordnungsamt Mindelheim und Experten, möglichst selten Laubbläser und Laubsauger anzuwenden. Angeblich helfen Laubbläser aber gegen Buchsbaumzünsler.

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Laubbläser oder –Sauger sollten wenn überhaupt, dann nur dosiert eingesetzt werden, raten Behörden und Experten. Denn die Geräte sind zwar praktisch und bequem. Sie verursachen aber auch viel Lärm und Abgase, außerdem fallen ihnen nützliche Kleinlebewesen wie Insekten zum Opfer.

Hausmeister setzt Laubbläser nur hin und wieder ein

Helmut Zwing, der mit seinem Hausmeisterservice in Mindelheim zahlreiche Wohnanlagen betreut, nutzt den Laubbläser nur, wo er Laub aus schwer erreichbaren Bereichen wie unter zugewachsenen Sträuchern oder Kellerschächten und Hauseingängen entfernen muss. Von freien Wiesen oder Gehwegen sammelt er das Laub mittels eines deutlich leiseren Rasenmähers ein. Außerdem verwendet Zwing nur Laubbläser mit 4-Takt-Benzinmotor: Diese verursachen weniger Lärm als die herkömmlichen 2-Takter – und sind dabei nicht unbedingt teurer.

Elektro-Laubbläser als Alternative?

Akkubetriebene E-Geräte eignen sich laut Zwing für die heimische Terrasse. Für den Einsatz auf größeren Flächen brächten die heutigen Akku-Geräte aber nicht genügend Leistung, sagt der Profi.

Laubbläser-Benutzer müssen Ruhezeiten beachten

Nutzer von Laubbläsern müssen laut dem Mindelheimer Ordnungsamt auch die Ruhezeiten beachten: Nur werktags von 7 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 19 Uhr sind ruhestörende Gartenarbeiten in der Unterallgäuer Stadt erlaubt, worunter neben dem Laubbläser-Einsatz zum Beispiel auch das Rasenmähen fällt. Andernfalls kann ein Bußgeld fällig werden. Die erlaubten Zeiten können sich von Kommune zu Kommune unterscheiden.

Ordnungsamt empfiehlt Rechen - zum Schutz der Tiere

Ralf Müller vom Ordnungsamt rät dazu, den Bläser oder Sauger wenn möglich durch einen Laub-Rechen zu ersetzen: Beim Laubsauger etwa zerkleinere ein Häckselwerk das eingesaugte Material, was für viele Insekten den sicheren Tod bedeute. Nützlinge wie Marienkäfer, Schwebfliegen oder Schlupfwespen, die teils im gefallenen Laub ihren Winterschlafplatz suchten, fehlten dann im nächsten Jahr im Garten und fräßen weniger Blattläuse.

Laubbläser vernichtet Lebensraum von Tieren

Große Laubhaufen könnten außerdem Igeln beim Überwintern helfen. Der Bund Naturschutz warnt, Laubbläser zerstörten auch Pflanzensamen. Und: Wenn Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotteten, bilde sich weniger Humus. Kleintiere wie Würmer, Insekten und Kleinsäuger verlören so Nahrung und Lebensraum.

Laubbläser helfen angeblich gegen Buchsbaumzünsler

Laut Hausmeister Zwing hat sich ein ganz neuer, durchaus sinnvoller Zweck für den – dosierten – Einsatz des Laubbläsers erst jüngst ergeben: im Kampf gegen den Buchsbaumzünsler. Die Raupen des kleinen Schmetterlings aus dem fernen Osten, der sich hierzulande derzeit rasant ausbreitet, fressen ganze Buchsbaumgärten kahl. Mit einem Laubbläser lassen sie sich laut Zwing aus den Pflanzen herausblasen und mittels eines Tuchs, das man zuvor darunter ausbreitet, anschließend einsammeln.