BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Laschet fordert "Rückkehr zu verantwortungsvoller Normalität" | BR24

© dpa-Bildfunk/Federico Gambarini

Archivbild: Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht bei einer Presseerklärung.

120
Per Mail sharen

    Laschet fordert "Rückkehr zu verantwortungsvoller Normalität"

    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet (CDU) hat erneut deutliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen gefordert: Die Politik dürfe nicht nur auf Virologen hören, müsse Begleiterscheinungen des "Lockdowns" ernst nehmen und Verantwortung abgeben.

    120
    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Redaktion
    • Anton Rauch

    Der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet, fordert Stufenpläne für die Wiedereröffnung von Kitas und Schulen sowie für den Breitensport. In der Montagsausgabe des "Münchner Merkur" sagte er wörtlich zum Thema Corona-Maßnahmen: "Es ist Zeit, dass wir wieder Perspektiven geben für Arbeitnehmer, vor allem aber für Familien und Kinder."

    Gerade Kinder und Eltern litten im Moment in hohem Maße. Neben klaren Stufenplänen bräuchte es jetzt "möglichst bundesweite Standards" bei den Schutzkonzepten. Für die Gastronomie verlangte Laschet zumindest eine Perspektive.

    "Gastronomie ist ein wichtiger Teil unserer Kultur. Wir brauchen auch hier zumindest gemeinsame Stufenpläne, die der gesamten Branche eine zeitliche Orientierung geben." NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

    Laschet fordert, Schäden der Schließungen in den Blick zu nehmen

    Laschet rief die Länderkollegen vor der Beratung am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel auf, stärker an die Folgen der Einschränkungen zu denken.

    "Wir müssen im Blick behalten, dass wir durch den Lockdown, das Schließen, auch immense Schäden anrichten. Das sagen uns viele Ärzte, Sozialverbände, der Kinderschutzbund, auch Wirtschaft und Gewerkschaften." NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

    Deshalb brauche es jetzt eine "Rückkehr zur verantwortungsvollen Normalität".

    Depressionen, Einsamkeit und Suizide als Folge des Shutdowns

    Es gebe eben auch "Gesundheitsschäden, wenn wir nicht öffnen", so Laschet wörtlich: "Wir haben Kinder, die über Wochen nicht mehr in der Kita, in der Schule oder beim Kinderarzt waren – Fehlentwicklungen in manchen Familien sind jetzt unsichtbar. Wir haben Fälle von Depressionen, Einsamkeit, Suizide. Reha-Kliniken sind geschlossen."

    Zuletzt hätten bayerische Ärzte gewarnt, dass Herzinfarkte verschleppt würden, weil Betroffene aus Angst vor Corona-Infektionen die Kliniken meiden. Das dürfe nicht sein.

    Laschet erinnert an hohe Infektionszahlen in Bayern

    Vorsicht sei immer richtig, "und Regionen in Bayern haben sicher aktuell noch eine andere Betroffenheit als etwa Nordrhein-Westfalen"; insgesamt gebe es aber nun durch niedrigere Infektionszahlen "Raum für mehr Eigenverantwortung".

    Laschet forderte zudem im Gespräch mit dem "Münchner Merkur", die Grenze nach Frankreich zeitnah wieder zu öffnen. "Wir sollten schnell zu einer Öffnung der französischen Grenze kommen, bald nach Ende der Ausgangssperren in Frankreich am 11. Mai."

    Der wirtschaftliche Wiederaufbau Europas gelinge nur mit offenen Binnengrenzen. Gerade an der Grenze zu Frankreich sieht der CDU-Vize und erklärte Bewerber um die Kanzlerkandidatur der Union, eine besondere Symbolik. "Es tut mir als Europäer im Herzen weh, wenn ich die gesperrte Europabrücke zwischen Kehl und Straßburg sehe."

    Politik dürfe nicht nur auf Virologen hören

    Die Politik mahnt Laschet an, nicht nur auf Virologen zu hören. Deren wissenschaftlicher Beitrag habe zwar einen großen Wert, aber

    "Es ist zugleich schwierig, wenn die Politik die Einschätzung einzig der Virologen absolut setzt und sich virologische Empfehlungen dann häufig ändern: Schulen schließen oder nicht, Masken tragen oder nicht." NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

    In dieser Krise müsse man ganzheitlich wissenschaftsbasiert entscheiden. "Dazu brauchen wir auch Ethiker, Soziologen, Juristen, Volkswirtschaftler, die ihre Erkenntnisse einbringen können."

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!