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Langlauf trotz Lockdown - Tirol probiert neuen Weg | BR24

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Bei unseren Nachbarn in Österreich herrscht ein strenger Lockdown. Hotels, Gastronomie und alle Sportstätten sind zu. Trotzdem hat am vergangenen Wochenende eine Langlaufloipe in der Olympiaregion Seefeld geöffnet. Doch das sorgt auch für Kritik.

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Langlauf trotz Lockdown - Tirol probiert neuen Weg

Bei unseren Nachbarn in Österreich herrscht ein strenger Lockdown. Hotels, Gastronomie und alle Sportstätten sind zu. Trotzdem hat am vergangenen Wochenende eine Langlaufloipe in der Olympiaregion Seefeld geöffnet. Doch das sorgt auch für Kritik.

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Von
  • Martin Breitkopf

Traditionell startet die Olymparegion Seefeld in den Langlaufwinter bereits im November. Eine Snowfarming Loipe macht es möglich. Das ist Schnee aus dem letzten Winter, der sozusagen "übersommert" wurde. Trotz Corona-Lockdown eröffneten die Tiroler am Wochenende wie jedes Jahr ihre Loipe. Die Nachfrage war groß auch so mancher kam aus Bayern über die Grenze, um die ersten Kilometer auf Schnee zu absolvieren. Doch vieles ist jetzt anders als in den Jahren zuvor.

Timeslot Modell und Läuferbegrenzung machen's möglich

Trotz dem strengen Lockdown in Österreich ist Individualsport erlaubt - darauf basiert die Idee der Olympiaregion Seefeld. Da jedoch die Loipe jetzt zum Saisonstart noch sehr kurz und erfahrungsgemäß die Nachfrage sehr groß ist, wurde in Leutasch ein Timeslot Modell eingeführt. Wer Langlaufen will, muss sich vorher online registrieren und einen 2-stündigen Slot buchen, pro Slot dürfen nur 100 Läufer auf die Loipe. Die Anmeldung ist gratis, nur die normale Loipengebühr wird fällig.

Langlauf ist prädistiniert als Individualsport

Trotz regen Betrieb auf der Loipe das ganze Wochenende über kam es zu keinem Gedränge, sagt Elias Walser der Geschäftsführer der Olympiaregion Seefeld.

Langlauf ist prädestiniert um Abstand einzuhalten. Zum einen wird in frischer Luft Sport getrieben, zum anderen führen Ski und Stöcke automatisch zu einem natürlichen Abstand. Mit der Begrenzung auf maximal 100 Sportler hat rein rechnerisch jeder Läufer / jede Läuferin einen Platz von 48 qm.

Nach Kritik - österreichische Behörden beraten

Trotzdem regt sich Kritik. Vertreter anderer Sportarten fühlen sich benachteiligt. Deshalb beraten derzeit die österreichischen Behörden, ob die nur gut einen Kilometer lange Loipe als Sportstätte gewertet werden soll. Falls ja, würde auch hier der von der österreichischen Regierung verordnete Lockdown gelten und dann wäre trotz Abstand und freier Natur Sport nur noch für Profis und Nachwuchssportler möglich.

Signalwirkung für den Wintertourismus

Elias Walser von der Olympiaregion Seefeld hofft drauf, das die Loipe trotzdem weiter für die Allgemeinheit offen haben kann. Die meisten in der Region leben vom Langlauftourismus. Deshalb hat der Modellversuch auf der Loipe eine wichtige Signalwirkung für den Tourismus in diesem Winter.

"Wir wollen einfach zeigen, dass Langlaufen auch in einem Corona-Winter geht. Uns ist bewusst, dass der kommende Winter anders wird. Aber wir glauben, dass er stattfinden kann, wenn man sich entsprechende Konzepte überlegt und alle mitmachen." Elias Walser

Der Corona-Winter wird für alle eine echte Herausforderung. Das zeigt das Beispiel aus Tirol. Unbeschwert und locker, das war einmal.

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