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Corona und Schule

Langenzenner Pflegeheim: 21 infizierte Bewohner gestorben | BR24

© BR/Karin Goeckel

Das AWO-Seniorenheim in Langenzenn ist vom Coronavirus besonders betroffen

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    Langenzenner Pflegeheim: 21 infizierte Bewohner gestorben

    Seit vier Wochen grassiert im Langenzenner AWO-Pflegeheim das Coronavirus. Inzwischen sind 21 infizierte Bewohner gestorben. Auch in anderen Seniorenheimen im Landkreis Fürth gab es Tote.

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    Normalerweise, sagt Heimleiter Robert Schneider, sterben in einem Seniorenheim wie in Langenzenn durchschnittlich 30 Bewohner im Jahr. Dass innerhalb von nur vier Wochen 21 Menschen gestorben sind, sei sehr ungewöhnlich – auch wenn die meisten Toten schwere Vorerkrankungen gehabt hätten. "Das Coronavirus spielt da natürlich schon eine Rolle", so Schneider. Es seien Menschen gestorben, die ohne Coronainfektion länger gelebt hätten. Aktuell sind nach Auskunft von Landkreissprecher Christian Ell 62 Bewohnerinnen und Bewohner infiziert, bei den Pflegekräften sind es 40.

    Coronavirus verbreitet sich rasend schnell

    Ende März hatte sich im Langenzenner AWO-Pflegeheim mit seinen 113 Heimplätzen der erste Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Innerhalb kürzester Zeit verbreitete sich das Virus unter Bewohnern und Pflegekräften, obwohl das Heim sofort reagierte und Infizierte und Nicht-Infizierte voneinander trennte. Weil viele Pflegekräfte in Quarantäne mussten, kam es Anfang April zu einem massiven Personalengpass. Zeitweise konnte Heimleiter Robert Schneider nur 24 Stunden im Voraus planen.

    Leiharbeiter versorgen Bewohner

    So dramatisch ist die Situation aktuell nicht mehr, sagt Schneider. Mit Hilfe von Leiharbeitern könnten die Bewohner im Moment gut versorgt werden. In den nächsten ein bis zwei Wochen wollen die Pfleger sogar wieder Beschäftigungsangebote für die Bewohner machen. Mit den Leiharbeitern habe es "überraschend gut" funktioniert, so der Heimleiter.

    "Wir haben 20 Leute angestellt, aber die arbeiten für 40." Robert Schneider, Heimleiter

    Leiharbeiter arbeiten für zwei

    Viele der Leiharbeiter hätten in den vergangenen Wochen permanent Doppelschichten geschoben und damit dabei geholfen, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Auch infizierte Pflegekräfte, die aber keine Krankheitssymptome zeigten, konnte das Heim einsetzen. In vier bis sechs Wochen, hofft Schneider, ist die größte Krise überstanden. Bis dahin kehrt nach und nach das Stammpersonal aus der Quarantäne zurück an seinen Arbeitsplatz.

    Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

    Totaler Aufnahmestopp in Langenzenn und Cadolzburg

    Im Moment aber herrscht in den AWO-Pflegeheimen in Langenzenn und Cadolzburg noch immer ein totaler Aufnahmestopp. Auch nach einer 14-tägigen Quarantäne, so wie in anderen Seniorenheimen während der Coronazeit, darf niemand einziehen. "Das ist mir im Moment einfach zu riskant", meint Heimleiter Robert Schneider, der beide Heime für die AWO Neustadt/Aisch betreut. Im AWO-Heim in Cadolzburg sind inzwischen acht Bewohner gestorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Im Seniorenheim in Roßtal, das vom AWO-Kreisverband Mittelfranken-Süd betrieben wird, sind es sieben Tote.

    Landkreis Fürth: 45 Tote nach Corona-Infektion

    Laut Landkreissprecher Christian Ell sind im Landkreis Fürth insgesamt 45 Menschen gestorben, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. 257 seien infiziert, 108 ehemals Erkrankte gelten als genesen.

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