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In Bayern werden wieder Kühe und Schweine gezählt | BR24

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Agrarstrukturzählung: Wie viele Kühe gibt es in Bayern?

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    In Bayern werden wieder Kühe und Schweine gezählt

    Wie viele Rinder gibt es im Freistaat? Wie groß ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche? Und wie viele Menschen arbeiten überhaupt auf Bayerns Bauernhöfen? Das statistische Landesamt fragt wieder nach - nicht alle Landwirte sind begeistert.

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    Am Montag hat das Bayerische Landesamt für Statistik mit der sogenannten Agrarstrukturerhebung 2020 begonnen. Alle Landwirte sind verpflichtet, Daten zu liefern über Hektar, Tiere, Arbeitskräfte und vieles mehr. Die meisten Bauern machen klaglos mit, doch nicht alle sehen einen Sinn dahinter.

    Start der Landwirtschaftszählung 2020

    Für Bayern ist dies die erste statistische Großerhebung im Landwirtschaftsbereich seit der Agrarstrukturerhebung 2016. In welchem Maße setzt sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft fort? Steigen die Pachtpreise für Ackerland? Wie viele Arbeitskräfte sind noch in der Landwirtschaft beschäftigt? Auf diese und andere Fragen soll die Landwirtschaftszählung 2020 Antworten geben. Stichtag für die Datenerhebung ist der 1. März.

    Wie viele Legehennen zum Beispiel sind an diesem Tag am Hof oder wie viele Kühe? Die Landwirte müssen die Daten online melden. Nur wer online nicht kann, darf einen Papierfragebogen beantragen. Beim Statistischen Landesamt hofft man, dass es nicht mehr als 100 sein werden. Die Auswertung dauert: Erst im Januar 2021 gibt es Eckzahlen über alle Bereiche, ab April/Mai 2021 dann die endgültigen Ergebnisse.

    Einige Landwirte beklagen zu viel Bürokratie

    Im Statistischen Landesamt heißt es, dass fast alle freiwillig mitmachten. Aber man weiß auch, dass einige genervt sind. Manche rufen bei der Hotline an und lassen Dampf ab, schimpfen über zu viel Bürokratie und fühlen sich kontrolliert.

    "Im Moment stellen viele Landwirte angesichts der Debatten rund um die Düngung und die Tierhaltung die Frage, welchen Sinn solche Erhebungen noch haben, wenn sie bei politischen Entscheidungen kaum mehr eine Rolle spielen oder ausgeklammert werden." Stellungnahme des Bayerischen Bauernverbands

    Landwirte, die bis 25. März keine Daten abliefern, werden mehrmals angemahnt, der letzte Schritt ist dann ein Bußgeldverfahren. Die Befürchtung mancher Landwirte bezüglich mangelnden Datenschutzes ist jedoch unbegründet. Die Zahlen, die die Bauern dem Landesamt für Statistik liefern, werden nicht an andere Behörden wie Landwirtschafts- oder Veterinärämter übermittelt.

    Wer braucht diese Zahlen?

    Die Zahl der Milchkühe, Schweine oder Legehennen werden erhoben für Bayern, den Regierungsbezirk, den Landkreis und jede einzelne der 2.056 bayerischen Gemeinden.

    Die Statistiker sagen, dass die Zahlen gefragt sind, zum Beispiel bei Verbänden, Parteien, NGOs und Medien. Jeder kann diese neutral erhobenen Daten auswerten, sie werden auch für politische Entscheidungen genutzt, etwa für Agrarförderungen. Vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium heißt es, dass die Landwirtschaftszählung ein unverzichtbares Instrument für die Landwirtschaftspolitik sei.

    Dennoch wird die Erhebung von manchen als überflüssig betrachtet. Denn für Rinder und Schweine gibt es eine bundesweite Datenbank. Und mehr als 95 Prozent aller Landwirte stellen jedes Jahr im Mai den sogenannten Mehrfachantrag, um Förderungen zu erhalten und müssen dort auch sämtliche Daten zur Verfügung stellen.

    Weniger Bauern, weniger Tiere

    2016 gab es laut Landwirtschaftszählung in Bayern 89.506 landwirtschaftliche Betriebe mit 1.208.640 Kühen und 3.456.293 Schweinen.

    2019 gab es in Bayern 86.080 Betriebe mit 1.128.174 Kühen und 3.056 000 Schweinen. Diese Zahlen stammen aus Stichprobenerhebungen und den Mehrfachanträgen.

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