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Landwirte in Bad Grönenbach nach Tierschutzskandal in Sorge | BR24

© BR/Florian Regensburger

Drei Monate liegen die Razzien wegen möglicher Verstöße gegen das Tierwohl in Bad Grönenbach zurück. Nun war Bürgerversammlung im Ort, in dem das Thema weiter kocht. Teilnehmer klagen über Hetzjagdstimmung.

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Landwirte in Bad Grönenbach nach Tierschutzskandal in Sorge

Drei Monate liegen die Razzien wegen möglicher Verstöße gegen das Tierwohl in Bad Grönenbach zurück. Bei der Bürgerversammlung klagen Teilnehmer über Hetzjagdstimmung. Tierrechtler fordern, das Veterinäramt müsse zur Verantwortung gezogen werden.

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Die Bilder aus einem Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach wirken - auch ein Vierteljahr nach den Razzien wegen möglicher Tierschutzverstöße. Der Tierschutzskandal ist im Ort immer noch ein großes Thema, wie die Bürgerversammlung am Mittwoch zeigte. Bürgermeister Bernhard Kerler (CSU) versuchte die Diskussion schnell zu beenden. Die Zustände in den Höfen zu kontrollieren sei nicht Sache der Gemeinde, sondern des Landratsamtes. Für Ermittlungen sei die Staatsanwaltschaft zuständig.

Bürger beklagen anhaltende Hetzjagdstimmung

Kritische Stimmen meldeten sich. Sie erinnerten daran, es habe Hinweise aus der Bevölkerung gegeben. Hätte die Gemeinde da nicht tätig werden müssen?

Zahlreichen Teilnehmer beklagten die anhaltende Hetzjagdstimmung gegen Landwirte. Darunter hätten auch diejenigen zu leiden, die sich korrekt verhielten. Der Hälfte der Betriebe werde bald der Nachwuchs fehlen, wenn das öffentliche Ansehen des Berufsstands sich nicht bessere, sagte etwa Siegfried Villing vom Bauernverband in Bad Grönenbach bereits im Vorfeld der Veranstaltung dem BR.

Soko Tierschutz: Umdenken bei Bauern in Gang gekommen

Philipp Hörmann von der Tierrechtsorganisation "Soko Tierschutz" berichtete, bei manchen Landwirten sei durch die Enthüllungen seiner Organisation ein Umdenken in Gang gekommen - auch bei solchen, denen die Transportbedingungen vorher egal gewesen seien. Die Bauern, sagte der Tierrechtler, machten sich inzwischen Gedanken darüber, wie man ein krankes Rind im Stall schonend von A nach B bewegen könne.

Trotzdem sei noch viel zu tun. Etwa sei das Veterinäramt bislang nicht für zu lasche Kontrollen zur Verantwortung gezogen worden, kritisierte Hörmann.

Bürgermeister Kerler hofft, dass sich die Wogen langsam glätten, weil das öffentliche Interesse an den untersuchten Fällen mehr und mehr nachlasse. Das dürfte zumindest so lange gelten, bis der Memminger Staatsanwalt seine Ermittlungsergebnisse der drei durchsuchten Milchviehbetriebe in Bad Grönenbach präsentiert.