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Die Bauern und die Angst vor dem Wolf | BR24

© picture alliance / blickwinkel

EIn Wolf im Wald

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    Die Bauern und die Angst vor dem Wolf

    In Deutschland gibt es rund 1.000 Wölfe - mit einem kleinen Teil von ihnen in Bayern. Für Alm- und Alpbauern sowie Schafhalter sind sie dennoch ein Problem. Nun sollten sie im Landtag ihre Vorschläge, Ängste und Sorgen vortragen.

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    Angst und Ärger – diese beiden Gefühle dürften heute beim Fachgespräch im Landtagsausschuss die stärksten gewesen sein. Wölfe sind zwar längst nicht überall und auch nicht in großer Zahl im Freistaat unterwegs, aber die Probleme mit ihnen scheinen sich zu häufen. Das berichteten jedenfalls die Vertreter der Alm- und Alpbauern und die Vertreter der Schafhalter.

    Georg Mair vom Almwirtschaftlichen Verband Oberbayern berichtete, dass er bis vor zehn Jahren den sogenannten Experten geglaubt habe: Der Wolf sei scheu, meide Menschen, ein höherer Zaun reiche locker, um das Vieh zu schützen. Inzwischen wisse er es besser. Denn vor ein paar Jahren sei ein Wolf im Mangfallgebirge unterwegs gewesen.

    "Da sind wir mit der bitteren Realität konfrontiert worden. Er reißt Nutztiere, nicht nur zur Nahrungsaufnahme, sondern er gerät in einen Blutrausch und reißt alle Tiere, die er so erwischt. Rinder sind ausgebrochen, vor allem auf den Almen. Wir hatten Abstürze, Panikausbrüche." Georg Mair, Almwirtschaftliche Verband Oberbayern

    Wer in Bayern ein Tier durch einen Wolf verliert, wird finanziell entschädigt, sagte Mai. Aber das ist für ihn nur ein Teil des Problems. Denn gerade in kleinen Betrieben gehöre ein Tier schon fast zu Familie.

    Schafhalter fürchten um ihre Existenz

    Die Angst vor dem Wolf, die konnte man auch bei Joseph Grasegger richtig spüren. Er ist der Vorsitzende der bayerischen Schafhalter. Noch sei Bayern kaum betroffen, sagt er. Deshalb müsse man sich jetzt drauf vorbereiten, dass es irgendwann deutlich mehr Wölfe geben wird.

    Er berichtete von einem Überlebenskampf. Die Hüteschäfer fürchten, dass sie nicht mehr so arbeiten könnten wie bisher, wenn der Wolf flächendeckend in Bayern unterwegs sei. Eine große Gefahr sei, dass die Schafe in Panik ausbrechen und auf Brücken und Autobahnen laufen.

    Ärger über lange Fristen

    Das zweite Gefühl, dass die Bauern und Schäfer umtreibt: Ärger. Den gibt es bei ihm und seinen Kollegen vor allem deshalb, so Grasegger, weil es viel zu lange dauere, bis ein Wolf tatsächlich abgeschossen werden dürfe. Es dauere manchmal Monate, bis der Nachweis vorliege, dass es tatsächlich ein Wolf gewesen sei.

    Lange diskutierten die Teilnehmer darüber, welches Mittel das richtige sei, um Kühe, Schafe und andere Tiere zu schützen. Weidezäune? Diese eignen sich nur in bestimmten Regionen. Almwiesen lassen sich damit nicht einzäunen, so die Almbauern. Herdenschutzhunde? Die sind zu aggressiv und nicht einsetzbar, wenn Touristen oder Wanderer in der Nähe sind.

    Am Ende herrschte fast Einigkeit

    Wie gelingt das Nebeneinander von Wolf und Weidehaltung? Den Abschuss des Wolfs wollte auch die Grünen-Politikerin Gisela Sengl nicht mehr ausschließen. Allerdings nur dann, wenn er absolut notwendig sei. Denn der Wolf sei wichtig im biologischen Kreislauf, so Sengl.

    In spätestens einem halben Jahr soll dazu eine Anhörung im Landtag stattfinden, dann sollen auch Naturschutzgruppen mit am Tisch sitzen.