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Landwirte blockieren Aldi-Zentrallager in Adelsdorf | BR24

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Mit rund 100 Traktoren haben Landwirte in der Nacht zum Montag das Aldi-Zentrallager in Adelsdorf (Lkr. Erlangen-Höchstadt) blockiert. Sie wollen nach eigenen Angaben gegen sinkende Milchpreise demonstrieren.

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Landwirte blockieren Aldi-Zentrallager in Adelsdorf

Landwirte haben das Aldi-Zentrallager in Adelsdorf blockiert. Bis zu 100 Traktoren verstellten die Zufahrt. Der Protest richtet sich gegen die Preispolitik des Discounters.

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Es war eine spontane Versammlung der fränkischen Landwirte. Mit Traktoren, Schleppern und anderen landwirtschaftlichen Maschinen waren sie am Sonntagabend (08.03.20) zum Aldi-Zentrallager in Adelsdorf gekommen. Bis zu 100 Fahrzeuge blockierten zeitweise die Zufahrt.

Landwirte entzünden Feuer vor Aldi-Zentrallager

Viele Bauern waren aber auch ohne ihren Traktor gekommen, einfach nur, um sich solidarisch mit den Kollegen zu zeigen. An die 300 Landwirte hatten sich nach eigener Schätzung versammelt. Bis tief in die Nacht standen sie vor der Zufahrt zum Aldi-Zentrallager, wärmten sich bei strömendem Regen an einem Feuer. "Niemand soll vergessen, Bauern sorgen für das Essen" mahnte ein Plakat, das an einem der Traktoren befestigt war.

Wut auf Preispolitik von Aldi

Die Wut der fränkischen Bauern richtet sich gegen die Preispolitik von Aldi. Der Lebensmitteldiscounter habe angekündigt, mit den Molkereien in Deutschland die Milchpreise neu zu verhandeln, erklärte einer der Landwirte. Deshalb befürchten die Bauern nun, dass der aktuell relativ niedrige Preis für einen Liter Milch weiter sinkt. "Wir wollten keine Zeit verlieren und sofort Kante zeigen, dass man das mit uns Landwirten nicht machen kann", erklärte Landwirt Hans-Peter Lechner. "Der Milchpreis ist so tief, dass eine weitere Senkung der Milchpreise für die Landwirte existenzgefährdend wäre".

Landwirte demonstrieren Zusammenhalt

Mit ihrer Spontanversammlung vor dem Aldi-Zentrallager in Adelsdorf wollten die Bauern auch zeigen, dass sie zusammenhalten. Nach Angaben von Landwirt Lechner soll es in den kommenden Tagen und Wochen weitere Demonstrationen gegen die Preispolitik des Discounthändlers in ganz Deutschland geben. Nach Angaben der Polizei verlief die Versammlung friedlich. Zu Beeinträchtigungen im Betrieb sei es nicht gekommen.

Aldi will Verhandlung über Milchpreis vorziehen

Aldi hatte in der vergangenen Woche in der Lebensmittelzeitung angekündigt, über den Milchpreis früher als sonst verhandeln zu wollen. Üblicherweise sprechen Molkereien und der Lebensmitteleinzelhandel alle sechs Monate über die Milchpreise. Bei den anstehenden Verhandlungen solle die "weiße Linie" fallen, kündigte Aldi an. Das heißt, der Preis pro Liter Milch, den Landwirte von Molkereien bekommen, könnte sinken. Aktuell liegt er in Bayern durchschnittlich bei 34,8 Cent, im Rest Deutschlands bei etwa 33 Cent.

Bauernverband: Aldi missbraucht Marktmacht

Der Deutsche Bauernverband kritisiert die Ankündigung, den Milchpreis senken zu wollen, als Missbrauch der Marktmacht von Aldi. Eine Sprecherin des Bayerischen Bauernverbands sagte, die Landwirte fühlten sich im Moment mit dem Rücken zur Wand. Verschärfte Bedingungen etwa bei der Düngeverordnung setze die Betriebe unter Druck. "Da kommt die Ankündigung von Aldi zur absolut falschen Zeit".

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