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Landwirt sieht Bienen-Volksbegehren kritisch | BR24

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"Schutz der Artenvielfalt - Rettet die Bienen", so heißt das Volksbegehren, für das jeder in Bayern ab dem 31.1. unterschreiben kann. Aber es gibt auch kritische Stimmen, zum Beispiel in der Landwirtschaft.

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Landwirt sieht Bienen-Volksbegehren kritisch

Das Ziel ist unstrittig: mehr Artenvielfalt. Bei der Frage nach dem Weg dorthin gehen aber die Meinungen auseinander. So gibt es auch Kritik am Volksbegehren: Sie kommt zum Beispiel aus der Landwirtschaft. Ein Beispiel aus dem Landkreis Günzburg.

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Michael Wiedemann kritisiert, dass die Unterstützer des Volksbegehrens die praktischen Folgen für die Landwirtschaft nicht bedenken würden. Die Leute hätten die Hoffnung, mit einer Unterschrift die Bienen zu retten. Niemand sehe den "ganzen Rattenschwanz", der an der Landwirtschaft hängen bleibe.

Der Biolandwirt aus Krumbach wird zurzeit immer wieder auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ angesprochen. Die Initiative hat viele Unterstützer, aber aus seiner Sicht ist der Gesetzesentwurf der Initiatoren einseitig. Den Landwirten drohten Einschränkungen und zusätzliche gesetzliche Auflagen. Sie hätten dann nicht mehr die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis Umweltleistungen zu erbringen. Dazu zählen etwa die Vernetzung von Biotopen und blühende Zwischenfrüchte.

Freiwilliger Artenschutz statt Vorschriften

Sobald eine Umweltleistung gesetzlich festgeschrieben werde, könne sie von niemandem mehr honoriert werden. Landwirte, die solche freiwillige Leistungen erbringen, würden künftig dafür keine Zuschüsse mehr bekommen. Dabei klappe das in seiner Region gut mit der Freiwilligkeit, sagt Wiedemann.

Nach seinen Worten gibt es in Krumbach eine Leitgruppe Kultur und Umwelt: "Wir haben Blühflächen angelegt, wir pflanzen Obstbäume - und das ist alles auf freiwilliger Basis, ohne gesetzlichen Druck und ohne gesetzliche Regelung."

Genug Nachfrage für noch mehr Bio-Produkte?

Matthias Letzing, Vorsitzender des Bauerverbands für Günzburg und Neu-Ulm, sieht ein weiteres Problem. Mindestens 30 Prozent Biobetriebe soll es nach dem Willen des Volksbegehrens geben. Doch für so viele Bioprodukte gebe es gar keine Nachfrage auf dem Markt, sagt er.

„Rettet die Bienen“ - den Slogan alleine würden sowohl Michael Wiedemann als auch Matthias Letzing unterschreiben, doch dass dafür vor allem die Landwirtschaft in die Pflicht genommen werden soll, dagegen wehren sie sich.

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Morgen startet die Eintragungsfrist für das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Die Initiatoren betonen, das Volksbegehren sei eine große Chance für die Landwirtschaft, doch viele Bauern sind skeptisch. Wir haben nachgefragt.