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Landwirt in Dietmannsried reagiert auf Tierwohlvorwürfe | BR24

© Tierschutzorganisation "Metzger gegen Tiermord"

Rinder stehen zentimetertief in Gülle - Aufnahmen der Tierschutzorganisation "Metzger gegen Tiermord"

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    Landwirt in Dietmannsried reagiert auf Tierwohlvorwürfe

    Ein kaputtes Ventil soll Schuld gewesen sein, dass Rinder auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Gülle stehen mussten. So erklärt es der Landwirt des betroffenen Hofes. Das zuständige Landratsamt Oberallgäu hatte den Hof schon länger im Visier.

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    Bilder der Tierrechtsorganisation "Metzger gegen Tiermord" zeigen, wie Rinder gut zehn bis 15 Zentimeter tief in Gülle stehen. Nachdem diese Aufnahmen veröffentlicht wurden, hat der betroffene Landwirt nun gegenüber dem BR Stellung genommen.

    Landwirt spricht von einem kaputten Ventil

    Der Mann erklärt, dass ein Ventil an einer Leitung kaputt gewesen sei, dies habe zu der Überschwemmung des Stalls mit Gülle und Wasser geführt. Betroffen gewesen sei aber nur ein Drittel seines Stalls, sonst sei alles "piccobello", sagt der Landwirt wörtlich.

    Landratsamt Oberallgäu hatte Landwirt schon im Visier

    Das zuständige Landratsamt Oberallgäu teilt diese Einschätzung allerdings nicht. Bereits im vergangenen Frühjahr seien Missstände entdeckt worden, die habe der Landwirt zunächst noch abgestellt.

    Bei einer weiteren Kontrolle im Herbst habe das Veterinäramt aber unter anderem Klauenerkrankungen festgestellt und später auch das Problem mit dem Ventil.

    Diese Versäumnisse habe der Landwirt aber nicht mehr abgestellt, so ein Sprecher des Landratsamts weiter. Dem Tierhalter drohe daher nun ein Zwangsgeld.

    Umweltminister: Betriebe müssen Verantwortung gerecht werden

    Umweltminister Thorsten Glauber fordert indes eine umfassende Aufklärung: "Wer Tiere hält, ist für sie verantwortlich. Die Betriebe müssen dieser Verantwortung auch gerecht werden. Der aktuelle Fall zeigt noch einmal, wie wichtig Konsequenzen im Tierschutzbereich sind."

    Glauber zufolge muss die 2018 gegründete Lebenmittelkontrollbehörde KBLV gestärkt werden. Insgesamt 70 neue Stellen in der Veterinärverwaltung habe das Kabinett im Nachtragshaushalt beschlossen: "Um die Zuständigkeiten der KBLV auch auf Rinder- und Schweinegroßbetriebe ausweiten zu können, ist eine Rechtsänderung erforderlich. Diese ist in Vorbereitung."

    Die SPD-Landtagsfraktion kritisiert, dass die Staatsregierung seit der Aufdeckung des Tierschutzskandals im vergangenen Sommer "viel zu wenig" unternommen habe, um bessere Kontrollen der bayerischen Milchviehhalter zu ermöglichen. "Denn seitdem reiht sich ein schlimmes Vorkommnis im Allgäu an das andere", so der Umweltschutzexperte Florian von Brunn. Für mehr Kontrollen brauche es mehr Personal, sagt von Brunn den Bayerischen Rundfunk: "Wir wissen seit Jahren, dass der Oberste Rechnungshof eine Analyse des Personalbedarfs gefordert hat." Das Umweltministerium setze diese Forderung aber nicht um. Von Brunn erwartet auch ein konkretes Tierschutzprogramm: "Bisher sind nur Ankündigungen aus dem Umweltministerium gekommen."