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Landtagswahl in Niederbayern
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Uli Scherr
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Landtagswahl in Niederbayern

Bayern hat gewählt: Die Direktmandate in den neun niederbayerischen Stimmkreisen dürften nach der Landtagswahl mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder alle an die jeweiligen CSU-Kandidaten gehen. Lediglich Helmut Radlmeier in Landshut droht Gefahr. Er hat in seinem Stimmkreis mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Rosi Steinberger und dem Landesvorsitzenden der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, zwei starke Mitbewerber im Kampf um die Erststimmen.

AfD-Hochburg Deggendorf

Gerade Grüne und Freie Wähler hoffen mit Blick auf die guten landesweiten Umfrageergebnisse auch in Niederbayern auf Zugewinne. Die AfD ist vor allem in der Region Deggendorf stark. Bei der Bundestagswahl holte die AfD hier das beste Zweitstimmen-Ergebnis in ganz Westdeutschland.

Ruth Müller - die letzte niederbayerische SPD-Abgeordnete

Dagegen stemmt sich die SPD auch in Niederbayern gegen einen drohenden Absturz. Die einzige niederbayerische SPD-Landtagsabgeordnete, die nach der Wahl weitermachen will, ist Ruth Müller aus Pfeffenhausen. Sie führt die Niederbayern-Liste der Sozialdemokraten zur Landtagswahl an. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Flisek aus Passau versucht, von Listenplatz vier aus in den Landtag einzuziehen.

Zwei schillernde FDP-Kandidaten

Die FDP war in Niederbayern mit zwei recht bekannten Kandidaten am Start: Die Bürgermeisterin von Kollnburg im Landkreis Regen, Josefa Schmid, hat in der Vergangenheit immer wieder abseits der Politik für Aufsehen gesorgt - als Schlagersängerin oder TV-Schauspielerin. Anfang des Jahres wurde sie dann im Zusammenhang mit einem angeblichen Skandal bei der Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bundesweit bekannt. Schmid war als hauptamtliche BAMF-Leiterin zeitweise in Bremen eingesetzt und übte scharfe öffentliche Kritik an der Leitung der Bundesbehörde.

Alexander Muthmann aus Freyung sitzt bereits im bayerischen Landtag. 2008 war er für die Freien Wähler (FW) ins Maximilianeum eingezogen, 2017 kam es zum Bruch mit FW-Chef Aiwanger - Muthmann lief zur FDP über.

Langjährige Abgeordnete verlassen den Landtag

Drei altgediente Parlamentarier aus Niederbayern verzichten auf eine erneute Kandidatur und werden deshalb dem neuen Landtag nicht mehr angehören: Der frühere CSU-Chef, Staatskanzleichef und Wirtschaftsminister Erwin Huber aus Reisbach im Landkreis Dingolfing-Landau verabschiedet sich nach vier Jahrzehnten im Parlament von der aktiven Politik. Und noch ein ehemaliger Minister beendet seine politische Laufbahn: Ex-Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) aus Zachenberg. Bei der SPD verzichtet die langjährige stellvertretende Fraktionsvorsitzende Johanna Werner-Muggendorfer aus Neustadt an der Donau im Kreis Kelheim auf eine erneute Kandidatur.

Vier Bürgerentscheide in Niederbayern

In vier niederbayerischen Kommunen konnten sich die Bürger zusätzlich an Bürgerentscheiden beteiligen. In Niederbayerns größter Stadt Landshut wird über die von der SPD vorgeschlagene Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft abgestimmt. In der Gemeinde Bodenkirchen im Kreis Landshut entscheiden die Bürger über die Nutzung von Windkraft im Gemeindegebiet.

In Mainburg im Kreis Kelheim stimmen die Bürger über den geplanten Neubau einer Grundschule im Ortsteil Sandelzhausen ab. In Hutthurm im Landkreis Passau steht die Errichtung eines Verbrauchermarktes zur Entscheidung.