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Wahlkampfauftakt der Freien Wähler in München
© BR / Julia Müller

Autoren

Nikolaus Neumaier
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Wahlkampfauftakt der Freien Wähler in München

Beim Wahlkampfauftritt auf dem Münchner Max-Joseph Platz, neben Residenz und Staatsoper, ist Hubert Aiwanger in seinem Element. Der Chef der Freien Wähler redet wie immer ohne Manuskript und verspricht seinen Zuhörern, mehr Lehrer und Richter oder schnelles Internet auf dem Land. Aiwanger steht auf einer kleinen Bühnen und versichert:

"Wir werden Dinge umsetzen, für die wir die letzten Jahre teilweise vergeblich gekämpft haben unter einer absoluten CSU Herrschaft, die alles abgelehnt hat, was von uns vorgeschlagen wurde." Hubert Aiwanger, Freie Wähler

Das Versprechen auf kostenfreie Kitaplätze soll den Freien Wählern Stimmen bringen

Eine zentrale Botschaft ist: Kostenfreie Kitaplätze für fünf Stunden am Tag und Hubert Aiwanger ist auch gegen eine dritte Startbahn. Damit will er vor allem Wähler in der Landeshauptstadt überzeugen. Aiwanger sieht dafür gute Chancen:

"Wir haben Münchner Themen. Kostenfreiheit der Kita - ein sehr brennendes Thema - und auf der anderen Seite haben wir die Zuzugsproblematik, wo wir immer schon sagen, stärkt das Land, dann tretet Ihr Euch in den Städten nicht gegenseitig tot und die dritte Startbahn brauchen wir sowieso nicht. Das ist die Mehrheitsmeinung in München." Hubert Aiwanger, Freie Wähler

Drastische Bilder und pragmatische Ansätze

Hubert Aiwanger, der eine Neigung zu drastischen Bildern hat, will die Wohnungsknappheit so lösen, dass bestehende Gebäude aufgestockt werden. Das heißt: Büro oder Wohnungsbau über einem Supermarkt und dafür weniger Flächenverbrauch: Nicht alles müsse auf die grüne Wiese raus, sagt der Freie Wähler Chef. Man müsse nicht ständig den einen Supermarkt schließen und leer stehen haben und daneben ins Zuckerrübenfeld den nächsten Supermarkt reinbauen.

Bildungspolitik seit jeher Kernanliegen. Diesmal geht es um mehr Lehrer und eine Betreuungsgarantie

Ein zentrales Feld ist für die Freien Wähler schon immer die Bildungspolitik gewesen. In diesem Wahlkampf fordern sie noch mehr Lehrer aber auch eine Garantie zur Kinderbetreuung, wenn die Ganztagesschulen ausgebaut werden. Michael Piazolo, Bildungsexperte und Generalsekretär der Freien Wähler sagt:

"Was ganz entscheidend ist, ist eine Unterrichtsgarantie, die wir fordern. Wir wollen 110 Prozent Lehrer, weil erfahrungsgemäß in spätestens zwei, drei Monaten wieder zu wenig Lehrer da sind und dann wollen wir eine Anschlussgarantie bei der Ganztagsbetreuung. Diejenigen, die im Kindergarten die Betreuung haben, die müssen die auch in der Grundschule haben." Michael Piazolo, Freie Wähler

In der Agrarpolitik stehen die Freien Wähler auf Seiten der Bauern und sehen keine Chance für ein Auskommen mit dem Wolf

In der Landwirtschaftspolitik stehen die Freien für eine Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe und für mehr regionale Erzeugung. Hubert Aiwanger stellt das über den Artenschutz. In der Debatte um den Umgang mit dem Wolf kennt der passionierte Jäger und Politiker Hubert Aiwanger kein Pardon: "Wenn wir Weiderinder in Bayern haben wollen, dann passt des net dazu, wenn das Wolfsrudel zwischen den Rindern durchläuft. Also Wolf hat in Bayern leider keinen Platz", sagt Aiwanger und kündigt an, dass er noch mehr Rinder wie bisher auf die Weide bringen und die regionale Produktion ausbauen will.

CSU ist Hauptgegner und Wunschpartner

Hauptgegner für die Freien Wähler ist die CSU, doch die CSU ist auch der erklärte Wunschpartner. Aiwanger will aber der großen CSU auf die Finger schauen und wirft ihr eine arrogante Haltung im Umgang mit den Bürgern vor:

"Weil Sie immer noch ein bisschen den dicken Maxi mimen. Der mit dem Hosenträger schnalzt und sagt: Ich bin der Staat, Du bist der Wurm und genau diese Denke, die müssen wir überwinden." Hubert Aiwanger, Freie Wähler

Und Aiwanger ist sich auch ziemlich sicher, dass es am Ende klappt. Zu einem Zuhörer, der wissen will, was er im Fall einer Regierungsbeteiligung werden will, sagt der Freie Wähler Chef:

"I want to be a Minister." Hubert Aiwanger, Freie Wähler

Er zeigt sich außerdem ziemlich überzeugt, dass seine Partei bald die Geschicke am Kabinettstisch mitbestimmen wird:

"Ich sehe die Freien Wähler in der Regierungsbeteiligung. Da gehören wir auch hin, weil ich der Überzeugung bin, dass wir die besseren Konzepte für Bayern haben, als wenn wir zuschauen würden, wie die Schwarzen mit den Grünen rumwursteln. Ich glaub, dass es für Schwarz und die Freien Wähler deutlich reichen wird." Hubert Aiwanger, Freie Wähler