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Landtagswahl in Mittelfranken: CSU gewinnt trotz hoher Verluste | BR24

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In Mittelfranken hat die CSU trotz hohen Verlusten alle Direktmandate geholt.

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Landtagswahl in Mittelfranken: CSU gewinnt trotz hoher Verluste

Landtags-Kandidaten der CSU haben in Mittelfranken alle Direktmandate geholt. Trotzdem haben die Christsozialen – wie im gesamten Freistaat – herbe Verluste hinnehmen müssen. So auch die SPD, die in vielen Stimmbezirken abgestraft wurde.

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SPD in Ansbach-Nord sieht Schuld in Berlin

Gerade mal 8,4 Prozent der Wähler konnte die SPD im Stimmkreis Ansbach-Nord für sich gewinnen. SPD-Kandidat Norbert Ringler zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis. In Bayern hätten die Sozialdemokraten mit einer fantastischen Spitzenkandidatin gekämpft, die Politik der großen Koalition in Berlin sei der Partei jedoch "um die Ohren geflogen".

"Die große Koalition ist durch das Wahlergebnis am heutigen Tag schwer beschädigt worden." Norbert Ringler (SPD), Landtagskandidat im Stimmkreis Ansbach-Nord

Die Grünen in Ansbach haben dagegen Grund zum Feiern. Mit 15,3 Prozent der Zweitstimmen und 20,2 Prozent der Erststimmen für Direktkandidat Martin Stümpfig habe die Partei alle Wahlziele erreicht, freute sich der 48-jährige Umweltingenieur aus Feuchtwangen. Die absolute Mehrheit der CSU zu brechen sei Geschichte, sagte Stümpfig. Gepunktet habe die Partei vor allem bei den Themen Flächenfraß, Klimaschutz und Asyl. Als zweitstärkste Kraft hätten die Grünen vom Wähler den Auftrag erhalten, in Bayern mitzuregieren .

Andreas Schalk von der CSU holte 33,9 Prozent der Erststimmen und zieht damit als Direktkandidat in den Landtag ein. Bei den Zweitstimmen war die CSU in Ansbach-Nord mit 42 Prozent erfolgreicher als im Landesdurchschnitt. Dennoch könne die CSU nicht mit dem Ergebnis des heutigen Wahlabends zufrieden sein, sagte Schalk am Rande der CSU-Wahlparty in Ansbach.

Bislang war Jürgen Ströbel von der CSU Stimmkreisabgeordneter. Er hatte 2013 40,2 Prozent der Erststimmen erhalten. Dieses Jahr trat er nicht mehr an. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,1 Prozent. Das sind knapp 8 Zähler mehr als bei der letzten Landtagswahl. 2013 lag die Wahlbeteiligung bei 61,3 Prozent.

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Obwohl das Ansbacher Direktmandat an die CSU geht, sind die Parteimitglieder vor Ort ernüchtert. Bei den Grünen und den Freien Wählern freut man sich hingegen über die guten Ergebnisse.

Freie Wähler im Stimmkreis Roth auf Platz zwei

Volker Bauer von der CSU wird auch weiterhin den Stimmkreis Roth im Bayerischen Landtag vertreten. Bei der vergangenen Landtagswahl 2013 hatte er noch einen Erststimmenanteil von 42,1 Prozent erhalten. Heute waren es 36,9 Prozent. Auf Platz 2 landete Thomas Schneider von den Freien Wählern mit 15,0 Prozent. Danach folgen Andreas Hofmann von den Grünen mit 14,4 Prozent, Marcel Schneider von der SPD mit 11,6 Prozent und AfD-Kandidat Ferdinand Mang mit zehn Prozent.

Bei den Zweitstimmen landete die CSU mit 44,6 Prozent souverän auf Platz 1. Danach folgten die Grünen (15,4 Prozent), die Freien Wähler (10,6 Prozent), die AfD (9,4 Prozent) und die SPD (9,0 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 75,4 Prozent. Vor fünf Jahren waren es 68 Prozent.

Joachim Herrmann (CSU) verteidigt Erlangen-Stadt

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Stimmkreis Erlangen-Stadt, dem Stimmkreis des Bayerischen Innenministers. Joachim Herrmann hat es mit 32,5 Prozent der Erststimmen für sich entschieden. Auf Platz 2 landet Christian Zwanziger von den Grünen mit 26,0 Prozent. Es folgen Philipp Dees von der SPD mit 12,1 Prozent und Gunther Moll von den Freien Wählern mit 6,6 Prozent.

"Was ich neu erlebt habe dieses Mal waren viele Leute, die gesagt haben: 'Wir wählen normalerweise immer CSU, aber diesmal nicht.' Und ein Teil sagt dann auch: 'Diesmal Euch.' Und ganz viel hatte da wirklich mit Stilfragen zu tun." Christian Zwanziger (Bündnis 90/Die Grünen), Landtagskandidat im Stimmkreis Erlangen-Stadt

Bei den Zweitstimmen erhielt die CSU 30,1 Prozent der Stimmen. Auf Platz 2 landeten die Grünen mit 26,8 Prozent – die Universitätsstadt Erlangen ist traditionell eine Grünen-Hochburg. Dahinter lagen die SPD mit 12,7 Prozent, die AfD mit 6,8 Prozent, die FDP mit 6,2 Prozent, die Freien Wähler mit 6,1 Prozent und die Linke mit 5,7 Prozent.

In Nürnberg-West folgt Jochen Kohler auf Markus Söder (beide CSU)

Vor fünf Jahren erzielte Markus Söder (CSU) im Stimmkreis Nürnberg-West einen Erststimmenanteil von 43,2 Prozent. Heuer trat Söder im Stimmkreis Nürnberg-Ost an. In Nürnberg-West kam sein Parteikollege Jochen Kohler als Nachfolger auf 33,2 Prozent der Erststimmen. Es folgten Stefan Schuster von der SPD und Grünen-Kandidatin Verena Osgyan mit jeweils 16,7 Prozent. Auf Platz 4 landete Matthias Vogler von der AfD mit 12,2 Prozent. Linken-Kandidatin Debora Pihan erhielt 7,6 Prozent der Stimmen.

Bei Erst- und Zweitstimmen zusammen ergibt sich folgendes Bild: Die CSU kommt auf 35,5 Prozent, die Grünen auf 16,8 Prozent und die SPD auf 15,3 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die AfD mit 11,7 Prozent und die Linke mit 7,4 Prozent. Wie viele Stimmberechtigte dieses Jahr zur Wahl gegangen sind, ist noch unklar. Vor fünf Jahren betrug die Wahlbeteiligung 51,7 Prozent. Das war in der vergangenen Landtagswahl die niedrigste Wahlbeteiligung aller Stimmkreise in Bayern.

Manuel Westphal (CSU) bleibt für Westmittelfranken im Landtag

Manuel Westphal von der CSU wird auch weiterhin den Stimmkreis Ansbach-Süd, Weißenburg-Gunzenhausen im Bayerischen Landtag vertreten. Vor fünf Jahren holte er noch 49,9 Prozent der Erststimmen. Heute waren es 43,5 Prozent. Insgesamt gingen elf Direktkandidaten ins Rennen. Auf Platz zwei landete Winfried Kucher von den Grünen 13,7 Prozent. Dahinter folgten Wolfgang Hauber von den Freien Wählern mit 13,5 Prozent, Siegfried Lang von der AfD mit 9,6 Prozent und Harald Dösel von der SPD mit neun Prozent.

Bei den Zweitstimmen siegte die CSU mit 45,4 Prozent. Auf Platz 2 und 3 landeten die Grünen (15,1 Prozent) und die Freien Wähler (12,4 Prozent). Dahinter landeten die AfD (9,4 Prozent) und die SPD (7,5 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 70,7 Prozent und damit knapp acht Zähler über der Wahlbeteiligung vor fünf Jahren: 2013 machten 62,4 Prozent aller Stimmberechtigten ihre Kreuze auf den Wahlzetteln.

In Nürnberg-Nord gewinnt CSU nur knapp vor den Grünen

Es war ein knappes Rennen in Nürnberg-Nord. Barbara Regitz von der CSU hat es mit 27,8 Prozent der Erststimmen für sich entschieden. Dicht dahinter landete Markus Ganserer von den Grünen mit 25,9 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgten Arif Tasdelen von der SPD mit 15,3 Prozent, Wolfgang Dörner von der AfD mit 8,2 Prozent, Gizem Fesli von den Linken mit 7,2 Prozent und Jan Dunker von der FDP mit 6,2 Prozent.

Vor fünf Jahren war in Nürnberg-Nord der CSU-Abgeordnete Michael Brückner mit 34,1 Prozent der Erststimmen gewählt worden. 2016 hatte er nach einer Sex-Affäre sein Mandat niedergelegt. Über die Liste war damals Andreas Schalk nachgerückt, der heuer direkt in Ansbach kandidierte.

Bei Erst- und Zweitstimmen zusammen ist das Ergebnis ebenfalls knapp: Die CSU gewinnt mit 29,9 Prozent der Gesamtstimmen. Dahinter die Grünen mit 25,8 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen die SPD (14,0 Prozent), die AfD (7,8 Prozent), die Linke (7,5 Prozent) und die FDP (5,9 Prozent).

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Sowohl die CSU als auch die Grünen haben sich zur Regierungsbildung geäußert. Während die CSU eher zu den Freien Wählern tendiert, sind die Grünen bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Markus Söder in Nürnberg-Ost direkt gewählt

Im Stimmkreis Nürnberg-Ost hat Markus Söder mit 38,1 Prozent der Erststimmen das Direktmandant errungen. Bei der vergangenen Landtagswahl war er noch im Stimmkreis Nürnberg-West angetreten und hatte 42,3 Prozent der Erststimmen erhalten. In Nürnberg-Ost folgte er heuer auf den CSU-Kandidaten Hermann Imhof. Elmar Hayn von den Grünen landete mit 21,8 Prozent auf dem zweiten Platz. Kerstin Gardill von der SPD erhielt 13,1 Prozent, Klaus Wahner von der AfD 7,9 Prozent und Uwe Halla von der Linken 5,9 Prozent.

Bei der Summe aus Erst- und Zweitstimmen erreichten die CSU im Stimmkreis Nürnberg-Ost 35,7 Prozent und die Grünen 22,2 Prozent. Die SPD wurde drittstärkste Kraft mit 13,3 Prozent. Die AfD erlangte 8,3 Prozent der Stimmen und landete damit vor Linken (6,1 Prozent), FDP (5,1 Prozent) und Freien Wählern (4,6 Prozent).

Walter Nussel (CSU) gewinnt in Erlangen-Höchstadt deutlich

Walter Nussel von der CSU hat sein Direktmandat in Erlangen-Höchstadt mit 35,1 Prozent der Erststimmen verteidigt. Im Jahr 2013 hatte er noch 41,1 Prozent der Stimmen erhalten. Auf Platz zwei landete Astrid Marschall von den Grünen mit 18,8 Prozent. Danach folgten Alexandra Hiersemann von der SPD mit 13,1 Prozent (2013 waren es noch 24 Prozent gewesen), Christian Enz von den Freien Wählern mit 11,9 Prozent und Michael Meister von der AfD mit 9,4 Prozent.

Bei den Zweitstimmen lagen die CSU bei 40,2 Prozent, die Grünen bei 19,2 Prozent, die Freien Wähler bei 10,3 Prozent, die SPD bei 9,5 Prozent und die AfD bei neun Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,3 Prozent nach 68,9 Prozent bei der Landtagswahl 2013.

Dienstältester Landtagsabgeordneter in Nürnberg-Süd wieder gewählt

Nürnberg Süd ist der Stimmkreis des dienstältesten Abgeordneten: Karl Freller von der CSU sitzt seit 36 Jahren im Bayerischen Landtag – und wird dort auch weiterhin sitzen. Er erzielte 37,6 Prozent der Erststimmen. Vor fünf Jahren schaffte er noch 41,1 Prozent. Auf Platz 2 landete heuer mit 18,6 Prozent die Bestsellerautorin Sabine Weigand von den Grünen. Claudia Arabackyi von der SPD erzielte 14,3 Prozent der Erststimmen. Dahinter folgte Peter Konrad von der AfD mit 11,5 Prozent.

Bei der Summe aus Erst- und Zweitstimmen siegte die CSU mit 39,3 Prozent. Auf Platz 2 lagen die Grünen mit 17,3 Prozent, dahinter die SPD (14,4 Prozent) und die AfD (11,2 Prozent).

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Im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl sind die Stimmen der AFD im Wahlkreis Nürnberg-Süd um zwei Prozent gesunken. Sie konnte sich elf Prozent der Wählerstimmen sichern, hatte sich aber mehr erhofft.

Hans Herold (CSU) gewinnt in Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim/Fürth-Land

Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren erreichte Hans Herold (CSU) noch fast 50 Prozent der Erststimmen. Heute waren es 41,5 Prozent. Auf Platz 2 folgte André Höftmann von den Grünen mit 13,2 Prozent, dahinter Gabi Schmidt von den Freien Wählern mit 12,8 Prozent, Harry Scheuenstuhl von der SPD mit 12,3 Prozent und Raimund Swoboda von der AfD mit 9,5 Prozent.

Bei den Zweitstimmen kam die CSU auf 45,3 Prozent. Dahinter lagen die Grünen mit 15,0 Prozent. Auf den weiteren Plätzen: Freie Wähler (9,6 Prozent), SPD (9,4 Prozent) und AfD (9,1 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag in diesem Jahr bei 74,6 Prozent. Vor fünf Jahren waren es 66,7 Prozent.

Norbert Dünkel (CSU) setzt sich im Nürnberger Land gegen zwölf Kontrahenten durch

Norbert Dünkel von der CSU ist weiterhin Abgeordneter für den Stimmkreis Nürnberger Land. Er erzielte 37,2 Prozent der Erststimmen. Vor fünf Jahren waren es 41,3 Prozent. Insgesamt sind dieses Jahr im Stimmkreis Nürnberger Land 13 Direktkandidaten angetreten. Auf Platz 2 landete mit 16,0 Prozent Gabriele Drechsler von den Grünen. Darauf folgten Andrea Lipka von der SPD mit 14 Prozent, Ralph Müller von der AfD mit 10,3 Prozent und Angelika Feisthammel von den Freien Wählern mit 10,1 Prozent.

Bei den Zweitstimmen kamen die CSU auf 41,9 Prozent, die Grünen auf 16,4 Prozent, die SPD auf 11,2 Prozent, die Freien Wähler auf 9,5 Prozent und die AfD auf 9,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,3 Prozent. Vor fünf Jahren lag sie noch bei 68,4 Prozent.

Petra Guttenberger (CSU) gewinnt in Fürth-Stadt

Im Stimmbezirk Fürth-Stadt hat Petra Guttenberger von der CSU mit 31,7 Prozent der Erststimmen das Direktmandat gewonnen. Im Jahr 2013 hatte sie 38,4 Prozent der Stimmen errungen. Auf Platz zwei lag Barbara Fuchs von den Grünen mit 20,4 Prozent. Danach folgten Horst Arnold von der SPD mit 15,4 Prozent der Stimmen, Claus-Georg Pleyer von der AfD mit 10,7 Prozent sowie Stephan Beck von den Freien Wählern und Niklas Haupt von der Linken mit jeweils 6,5 Prozent.

Bei den Zweitstimmen führt die CSU mit 35,5 Prozent. Danach kommen die Grünen mit 20,1 Prozent, die SPD mit 13,5 Prozent, die AfD mit 10,2 Prozent, die Linke mit 5,9 Prozent und die Freien Wähler mit 5,7 Prozent.