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Landtagsabgeordnete im Corona-Modus | BR24

© pa/dpa Peter Kneffel

Bayerischer Landtag zu Corona-Zeiten

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    Landtagsabgeordnete im Corona-Modus

    Seit im März plötzlich das öffentliche Leben runtergefahren wurde, hat sich auch die Arbeit der Landtagsabgeordneten komplett verändert. Vieles fiel weg, aber andere Aufgaben kamen dazu. Zwei Landtagsabgeordnete berichten über ihren neuen Alltag.

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    Durch die Corona-Pandemie hat sich auch die Arbeit der Landtagsabgeordneten völlig verändert. Normalerweise steht in deren Terminkalendern jeden Tag mindestens ein Abendtermin. Diese sind weitgehend weggefallen. Aber andere Aufgaben sind gekommen. Wir haben zwei Landtagsabgeordnete einen Tag begleitet.

    Virtuelle statt persönliche Treffen

    Videoschalte mit dem Landschaftspflegeverband. Es geht um Gewässerrandstreifen. Mit dabei der CSU-Abgeordnete Eric Beißwenger. Normalerweise würde er sich neben seiner Arbeit im Landtag kurz persönlich mit den Interessenvertretern treffen, in Corona-Zeiten findet das online statt. Ihm zufolge funktioniert das sehr gut. Denn: Die Teilnehmer in Videokonferenzen sind laut Beißwenger konzentriert, kommen schneller auf den Punkt. Was ihm aber fehle, sei das Menschliche dabei. Deshalb lädt er die Gesprächspartner zum CSU-Arbeitskreis Umwelt, der kommende Woche stattfindet, ein. Langsam sind solche Treffen wieder möglich - mit viel Abstand .

    Auch die Telefondrähte glühen

    Nach 20 Minuten ist der Termin beendet, jetzt warten viele Anrufe auf den Abgeordneten. Beißwenger führt Einzelgespräche, zum Teil Dutzende zum selben Thema. Aktuell telefoniert er häufig mit Hoteliers aus seiner Region, dem Allgäu, die sich Sorgen um den Tourismus machen. Bis zum Abend wird er 27 Telefonate mit Bürgerinnen und Bürgern aus seinem Wahlkreis geführt haben.

    Vortragsabend im Netz

    In Augsburg trifft unterdessen Stephanie Schuhknecht, Landtagsabgeordnete der Grünen, die letzten Vorbereitungen für ein Webinar - einen Vortragsabend im Netz. Sie hoffe, dass eine gute Diskussion entstehe, eine gute Interaktion, so Schuhknecht.

    Es soll über das Petitionsrecht in Bayern diskutiert werden. Schuhknecht ist Vorsitzende des Petitionsausschusses im Landtag. In zwei Stunden soll das Webinar beginnen. Eingeladen ist unter anderem der Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuther. In Nicht-Corona-Zeiten hätte so eine Veranstaltung im Landtag stattgefunden. Die Arbeit der Landtagsabgeordneten lebe eigentlich vom persönlichen Kontakt zu den Menschen, sagt Stephanie Schuhknecht. Es habe ein paar Wochen gedauert, bis sie sich mit der neuen Situation abgefunden habe - und da könne sie für die meisten sprechen, so Schuhknecht weiter.

    Grüne nutzen verschiedene Onlineformate

    Die Grünen behelfen sich mit verschiedenen Onlineformaten. Alle vier bis fünf Wochen macht Schuhknecht jetzt ein Webinar. Insgesamt verbringt sie zwar weniger Zeit auf der Straße oder im Zug, um zu Terminen zu kommen, doch die Vorbereitung für Videoschalten, für die Ausschusssitzungen, all das bleibt.

    Zehn Minuten später als geplant startet dann das Webinar - wegen technischer Probleme. Zwei Stunden später ist es zu Ende. Von den 35 Zuhörern am Anfang sind 25 bis zum Ende geblieben. Ein guter Schnitt, findet Schuhknecht.

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