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Landtag beschließt 100 Euro Krippengeld ab Januar 2020 | BR24

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Eltern kleiner Kinder, die in Bayern eine Krippe besuchen, bekommen ab Januar 100 Euro im Monat erstattet. Das hat der bayerische Landtag mit den Stimmen von CSU und Freien Wählern beschlossen - doch nicht alle Familien profitieren davon.

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Landtag beschließt 100 Euro Krippengeld ab Januar 2020

Eltern kleiner Kinder, die in Bayern eine Krippe besuchen, bekommen ab Januar 100 Euro im Monat erstattet. Das hat der bayerische Landtag mit den Stimmen von CSU und Freien Wählern beschlossen - doch nicht alle Familien profitieren davon.

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Bayerische Eltern, deren Kinder in Krippen betreut werden, bekommen ab dem 1. Januar 2020 100 Euro im Monat - sofern sie in einer Kindertagesstätte einen Elternbeitrag bezahlen müssen. Das Gesetz hat der Landtag mit der Mehrheit der schwarz-orangen Koalition beschlossen. Für das erste Jahr rechnet die Regierung mit Kosten von rund 105 Millionen Euro, für knapp 90.000 Kinder.

Das Krippengeld sei ein "weiterer wichtiger Baustein der bayerischen Familienpolitik", hieß es von CSU und Freien Wählern. "Zu einer guten Familienpolitik gehört auch eine finanzielle Entlastung der Familien", sagte die CSU-Abgeordnete Sylvia Stierstorfer. Man fokussiere sich vor allem auf Familien, die eine Entlastung gut gebrauchen könnten.

Finanzielle Unterstützung mit Einschränkungen

Von dieser Entlastung profitieren jedoch nur Familien, deren gemeinsames Jahreseinkommen 60.000 Euro nicht überschreitet. Mit dem zweiten und jedem weiteren Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um jeweils 5.000 Euro.

Außerdem wird der Zuschuss nur an Eltern gezahlt, die ihre ein- bis zweijährigen Kinder in einer staatlich geförderten Kindertageseinrichtung betreuen lassen - etwa in einer Krippe oder einer Tagespflege. Das Geld wird erstattet, wenn die Eltern die Beiträge gezahlt haben und nicht etwa das Jugendamt.

Krippengeld kann bald beantragt werden

Für Koordination und Auszahlung des neuen Krippengeldes ist das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) zuständig. Ein entsprechender Antrag soll auf der Homepage des Zentrums demnächst abrufbar sein. Auch ein Service-Telefon zum Krippengeld ist geplant.

Das neue Krippengeld ergänzt in Bayern die bereits bestehenden Kindergarten-Zuschüsse, die ebenfalls bei bis zu 100 Euro pro Monat und Kind liegen und die inzwischen für alle drei Kindergartenjahre gezahlt werden. Der Unterschied ist, dass es beim Krippengeld nun Einkommensgrenzen gibt, bei den Kindergarten-Zuschüssen nicht.

Opposition sieht Zuschuss kritisch

FDP und Grüne wollten anstelle der Entlastung für die Eltern lieber mehr Geld für das Kita-Personal ausgeben. "Auch Sie können jeden Euro nur einmal ausgeben", sagte Johannes Becher (Grüne). Er verwies auf die gut 400 Millionen Euro Kosten für die Kindergarten-Zuschüsse und nun noch die gut 100 Millionen Euro fürs Krippengeld. Das bedeute, pro Jahr würden mehr als eine halbe Milliarde Euro nur für Zuschüsse und nicht für die Qualität ausgegeben.

Die SPD hält die Einkommensgrenze für zu niedrig. Die AfD lehnt das Krippengeld als Anreiz zur - so wörtlich - "Fremdbetreuung" grundsätzlich ab.

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Von Januar an erhalten Eltern pro Kind bis zu 100 Euro im Monat Zuschuss für die Kinderkrippe. Das hat am Nachmittag der Landtag mit der Mehrheit von CSU und Freien Wählern beschlossen.