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Landtag berät über Umbruchsregeln für Weideflächen | BR24

© Schug/BR

Bauer plügt Weideland zur Ackerfläche um

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Landtag berät über Umbruchsregeln für Weideflächen

Morgen berät der Landtag über den umstrittenen Umbruch von Ackerflächen. Alle fünf Jahre muss laut einer EU-Regel ein Acker, der als Weide genutzt wird, umgepflügt werden, damit er seinen wertvolleren Ackerstatus behält. Ein Unsinn, sagen die Bauern.

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Von
  • Anne-Lena Schug

Es ist eine sehr umstrittene EU-Verordnung: Spätestens alle fünf Jahre müssen Ackerflächen, die als Weide genutzt werden, umgepflügt werden, damit sie ihren wertvolleren Ackerstatus behalten. Verpasst ein Bauer diese Fünf-Jahres-Frist, wird sein Acker zu Dauergrünland. Dadurch würde die Fläche stark an Wert verlieren. Am Mittwoch beschäftigt sich der Landtag mit der umstrittenen Regelung.

EU will Rückgang von Wiesen- und Weideflächen stoppen

Die EU hat ein Interesse daran, dass mehr Dauergrünland entsteht, weil Grünland ein höherer ökologischer Wert zugeordnet wird, als einer Ackerfläche. Pflügt jedoch ein Bauer den Acker um - um den wertvolleren Ackerstatus zu behalten - darf er im selben Arbeitsschritt direkt wieder neues Gras ansäen. Die CSU-Landtagsabgeordnete Petra Högl aus dem niederbayerischen Stimmkreis Kelheim hält diesen Umbruch für "unnötig" und fordert in ihrem Antrag die Staatsregierung auf, eine Lösung des Problems für die Bayerischen Bauern zu finden, aber auch auf Bundes- und Europäischer Ebene.

CSU fordert praktikable Lösung des Problems

Sie könnte sich vorstellen, dass Ackerflächen, die als Weide genutzt werden, einen anderen Code bekommen. Hießen sie zum Beispiel nicht mehr "Acker" sondern "Futterweide" könnte man sie von der 5-Jahres-Regelung ausnehmen, sodass die Bauern nicht mehr Umpflügen müssen. Gerade in Bayern sind viele Bauern von dem Problem betroffen, da in vielen Regionen zu wenig zusammenhängendes Grünland in Hofnähe für die Weidehaltung vorhanden ist. Deshalb werden hofnahe Ackerflächen, welche mit Gras angesät werden, als Rinderweiden genutzt.

Bauer: EU-Regelung weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll

Erst vor zwei Wochen hatte Bauer Markus Dillinger aus dem niederbayerischen Saal an der Donau seine Weide umgepflügt. Dillinger kritisiert die EU-Regelung stark, weil die bis dahin aufgebaute Humusschicht durch das Umpflügen zerstört wird, außerdem wird Stickstoff und CO2 freigesetzt. Er hat einen Maschinenverschleiß und verbraucht viel Diesel. Zudem muss er neues Saatgut kaufen. Schließlich soll bis zum Weideaustrieb im Frühjahr wieder genug Gras für seine Kühe gewachsen sein. Dillinger schätzt, dass ihn diese Aktion über 500 Euro pro Hektar kostet. Durch das Zerstören der Grasnarbe geht auch der Erosionsschutz verloren. Würde nach dem Umpflügen ein Starkregen kommen, bestünde die Gefahr, dass die Straße unterhalb der Weide überschwemmt wird.

© BR/Anne-Lena Schug

Landwirt Max Dillinger aus Saal an der Donau pflügt das Weideland um, damit es seinen Wert nicht verliert

© Schug/BR

Eine Kuh wehrt sich gegen die Zerstörung ihrer Weidefläche und blockiert den Traktor

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