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Bildrechte: pa/dpa/Armin Weigel

Der Landrat des Landkreises Landshut, Peter Dreier (Freie Wähler), setzt die Vorgaben eines Impfzentrums im Landkreis nur unter Protest um. Er ist mit dem Vorgehen der Bayerischen Staatsregierung nicht einverstanden.

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Landshuter Landrat kritisiert geplante Corona-Impfzentren

Peter Dreier (FW), Landrat von Landshut, kritisiert das Vorgehen der Staatsregierung zu der vorgesehenen Impfzentrums-Strategie. Er hätte die Impfungen lieber den Hausärzten überlassen. Dennoch werden die Vorgaben nun - unter Protest - umgesetzt.

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Von
  • Harald Mitterer
  • BR24 Redaktion

Der Landrat des Landkreises Landshut, Peter Dreier (Freie Wähler), ist mit dem Vorgehen der Bayerischen Staatsregierung in Sachen Impfzentren nicht einverstanden. "Das stellt die Kommunen vor enorme Herausforderungen", meint er. Dreier hätte die Corona-Impfungen im Landkreis Landshut lieber den Hausärzten vor Ort überlassen.

Langjähriges Vertrauen zwischen Arzt und Patient

Hausärzte würden ihre Patienten und deren Krankheitsgeschichte kennen. Es bestehe ein langjährig gewachsenes Vertrauen zwischen Arzt und Patient. "Sie verfügen über ein weiträumiges, flächendeckendes Netzwerk, sodass wir auch über die Hausärzte sicherlich umgehend eine hohe Impfquote hätten erreichen können", so der Landrat. Zudem seien viele Hausärzte ohnehin auch regelmäßig in Alten- und Pflegeheimen tätig, sodass auch nicht-mobile Patientinnen und Patienten versorgt werden könnten.

Zusammenarbeit mit Hausärzten

Die Vorgaben der Staatsregierung, dass jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt in Bayern ein eigenes Impfzentrum mit mobilem Impf-Team vorhalten muss, könne nach Dreiers Ansicht ohnehin nur in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten erfüllt werden. Denn medizinisches Personal sei auf dem freien Markt quasi nicht mehr zu bekommen.

Für das mobile Impf-Team, das sich vornehmlich um die Impfung von Patienten in Pflege- und Altenheimen kümmern wird, haben bereits einige Ärzte im Ruhestand ihre Unterstützung zugesagt. Die Behandlung des medizinischen Fach- und Pflegepersonals soll in den Krankenhäusern selbst erfolgen.

Weiterer Kritikpunkt: Kostenfrage

Ein weiterer Kritikpunkt Dreiers an der Staatsregierung: Die Kostenfrage. Auch jetzt stehen hinter den vom Landkreis vorgestreckten Ausgaben große Fragezeichen. "Zumal wir auch weiter unsere Pflichtaufgaben erfüllen, beispielsweise Schulen sanieren und ausstatten, aber auch Straßen instand setzen und erneuern müssen."

Impfzentrum in Kumhausen

Trotz der Kritik, muss der Landkreis ein Impfzentrum errichten - wenn auch unter Protest. Wie heute bekannt wurde, wird dieses in einem Geschäftsgebäude direkt an der B15 in Kumhausen aufgebaut. Damit sei es zentral im Landkreis gelegen und durch den Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr fußläufig zu erreichen. Außerdem gebe es dort ausreichend Parkmöglichkeiten.

Logistik und Verteilung des Impfstoffes obliegen ebenfalls dem Landratsamt. Welche Personengruppen zuerst geimpft werden, hat die Bayerische Staatsregierung anhand der Priorisierung der zentralen Impfstrategie festgelegt. Ab voraussichtlich 15. Dezember könne der Betrieb beginnen - vorausgesetzt, dass bis dahin ein Impfstoff zugelassen und in ausreichenden Mengen produziert wurde, wie es heißt.

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Bildrechte: Landratsamt Landshut

Eine Karte mit Corona-Fallzahlen in der Region Landshut

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