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Landshuter Hochzeit 2021 wegen Corona um zwei Jahre verschoben | BR24

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Bildrechte: pa/dpa/Armin Weigel

Die Verantwortlichen der "Landshuter Hochzeit" haben die für 2021 geplante Aufführung auf 2023 verschoben. Der Verein "Die Förderer" hat sich die Entscheidung nach eigener Angabe nicht leicht gemacht.

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Landshuter Hochzeit 2021 wegen Corona um zwei Jahre verschoben

Wegen der Corona-Pandemie wurde nun eine der ersten Großveranstaltungen des kommenden Jahres abgesagt: Die Landshuter Hochzeit im Sommer 2021 entfällt. Der Verein "Die Förderer" will das mittelalterliche Spektakel in drei Jahren nachholen.

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Von
  • Kathrin Unverdorben
  • BR24 Redaktion

Die nächste Aufführung der "Landshuter Hochzeit 1475" im Sommer 2021 wurde wegen der Coronakrise vom Veranstalter abgesagt. Wie der Verein "Die Förderer" in einer Pressemitteilung ankündigt, soll das historische Spektakel, das normalerweise alle vier Jahre stattfindet, ins Jahr 2023 verlegt werden. Eine schwere Entscheidung für alle Beteiligten.

Die Förderer wollen damit "Klarheit schaffen"

Zu den konkreten Gründen nennt der Verein "das Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Mitwirkenden, Beteiligten und Gästen sowie der Bürgerschaft von Stadt und Landkreis". Außerdem wäre die Organisation nicht planungssicher durchzuführen gewesen.

"Gerade, weil viele Aussagen von Politik und Experten hinsichtlich der Entwicklungen der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben oftmals einem Blick in die Glaskugel gleichen und sich die Situation permanent ändert, haben wir es als unsere Pflicht gesehen, Klarheit zu schaffen. Die derzeitigen Perspektiven über 2021 hinaus und der notwendige lange Planungsvorlauf für alle Beteiligten erfordern eine Verschiebung in das Jahr 2023." Stefan Feigel, 1. Vorsitzender der Förderer

Eine Aufführung des historisch so authentisch wie möglich gestalteten Fests im Sommer kommenden Jahres wäre mit Mundschutz und Abstandsregeln undenkbar, so der Verein weiter.

LaHo-Absage fiel auch OB Putz schwer

Außerdem würde wohl kaum "die unbeschwerte, ausgelassene Feierstimmung aufkommen, ohne die wir uns eine LaHo gar nicht vorstellen können", betont Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) mit dem die Absage im Einvernehmen getroffen worden sei, heißt es.

"So weh allen Landshuterinnen und Landshutern diese Entscheidung tut und so sehr wir uns gemeinsam auf dieses einzigartige Fest im kommenden Jahr gefreut haben: Eine Landshuter Hochzeit, wie wir sie kennen und lieben, lässt sich in Zeiten einer Pandemie nicht durchführen." Alexander Putz, Landshuts Oberbürgermeister

Auch die Förderer teilen mit, dass ihnen die Entscheidung "alles andere als leicht gefallen" sei. Stefan Feigel macht den Mitwirkenden und Anhängern der Landshuter Hochzeit Mut mit den Worten "Ein Hochzeiter lässt sich nicht unterkriegen".

"Wir sind überzeugt, dass unsere Mitglieder die Entscheidung des Vorstands mittragen und genau wie wir als Verantwortliche die zusätzliche Zeit bis 2023 sinnvoll nutzen werden, um dann mit einem umso leidenschaftlicheren ´Himmel Landshut - Tausend Landshut` eine wunderbare Landshuter Hochzeit zu feiern." Stefan Feigel, 1. Vorsitzender der Förderer
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Bildrechte: pa/imageBROKER/Raimund Kutter

Der Hochzeitszug der Landshuter Hochzeit mit Hochzeitskutsche und Geleit durch die Altstadt im Jahr 2017

"Eine Stadt spielt Mittelalter" - so authentisch wie möglich

Die Landshuter Hochzeit ist ein mehrwöchiges mittelalterliches Fest mit zahlreichen Aufführungen, das alle vier Jahre in Landshut abgehalten wird. Im kommenden Jahr hätte es vom 25. Juni bis 18. Juli stattgefunden. Über 2.400 Mitwirkende nehmen regelmäßig daran teil. Das Motto des Fests lautet "Eine Stadt spielt Mittelalter", wobei währenddessen auf größtmögliche Authentizität geachtet wird. Sogar Straßen- und Werbeschilder werden in der Innenstadt abgehängt, wenn der Hochzeitszug am Wochenende durchzieht. Im "Lagerleben" verbringen die Mitwirkenden - von der Magd bis zum König - in authentischen Kostümen und in nachgebauten spät-gotischen Behausungen ihre Zeit, während Besucher sie über einen Zaun beobachten können. Außerdem sind die Reit- und Ritterturniere, die Tanz-, Spiel- und Singaufführungen Teil der Veranstaltung.

Landshuter Hochzeit ist Kulturerbe

Die Aufführung der "Landshuter Hochzeit 1475" ist sowohl bayerisches als auch deutsches Kulturerbe und bemüht sich laut Verein um die Anerkennung als Weltkulturerbe. Nachgespielt werden die Hochzeit und die Hochzeitsfeierlichkeiten des bayerischen Herzogs Georg der Reiche mit Hedwig, der Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. Andreas im Jahr 1475. Das letzte Mal fand die Landshuter Hochzeit vom 30. Juni bis zum 24. Juli 2017 statt.

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