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Landshuter Greifvogel-Retter mit "Grünem Engel" ausgezeichnet | BR24

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Als Peter Alzinger acht Jahre alt war, päppelte er einen Bussard auf, der ihn danach 18 Jahre begleitete. Seither engagiert sich der Landshuter für Greifvögel. Mittlerweile 79 Jahre alt, wurde er für seine Verdienste in besonderem Maße ausgezeichnet.

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Landshuter Greifvogel-Retter mit "Grünem Engel" ausgezeichnet

Greifvögel sind die große Leidenschaft von Peter Alzinger. In der Auffangstation in seinem Garten peppelt er verletzte Tiere auf. Nun ist der Landshuter mit dem "Grünen Engel" des Umweltministeriums ausgezeichnet worden.

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Von
  • Anne-Lena Schug
  • BR24 Redaktion

Ob aus dem Nest geflogen oder von einem Auto angefahren - wenn im Landkreis Landshut ein verletzter Greifvogel gefunden wird, dann wird er von Peter Alzinger wieder aufgepeppelt. Der frühere Postbeamte engagiert sich mit Leib und Seele für Greifvögel und wurde jetzt dafür mit dem "Grünen Engel" ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung, die vom Umweltministerium an Engagierte im Umweltbereich vergeben wird.

Mäusebussard fliegt mit ihm in die Schule

Schon als Kind hat Peter Alzinger angefangen, Greifvögel zu pflegen. "Ich habe mit acht Jahren schon meinen ersten Mäusebussard gehabt. Meine Eltern und ich sind in den Isarauen spazieren gegangen und da haben wir ihn gefunden", erzählt Alzinger. "Und dann habe ich ihn aufgezogen. Der ist super zahm geworden. Der ist mit mir sogar in die Schule geflogen. Und geschlafen hat er im Hühnerstall", sagt der 79-Jährige.

Mit Mäusefallen für Futter gesorgt

Um an Futter für den verletzten Mäusebussard, den er Hansi nannte, zu kommen, stelle er Mäusefallen in Bäckereien auf. Die Mäuse verfütterte er an den Vogel und die Bäcker waren froh, dass ihnen jemand die Mäuse entfernte. Peter Alzinger war eigentlich Postbeamte, wäre aber immer gern Tierarzt geworden.

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Peter Alzinger als Kind mit seinem Mäusebussard.

Vogel mit Likör betrunken machen und einfangen

Über die Jahre hat er immer mehr Erfahrungen gesammelt, sich Wissen angelesen oder sich selbst Tricks überlegt. So wurde seine Badewanne wochenlang zum Uhu-Nest umfunktioniert. Er tränkte eine Portion Erdnüsse mit etwas Likör, um einen verletzten Vogel erst müde zu machen und dann einfangen zu können. Viele Greifvögel würden in der freien Wildbahn mit ihren Verletzungen nicht überleben, weil sie nicht mehr jagen können.

500 Tiere in 30 Jahren aufgepeppelt

Rund 500 Tiere hat Alzinger in den über 30 Jahren gepflegt und wieder ausgewildert. "Wissen Sie was mich am meisten fasziniert? Wenn ich einen, der krank war, loslassen kann und ich sehe, wie er das Kreisen anfängt, wenn der in der Freiheit ist. Ein wunderbares Gefühl", schwärmt der Landshuter.

Uhu kratzte ihm das Auge aus

Alzinger pflegte zum Beispiel auch einen Storch oder einen Uhu, der ihn fast davon abbrachte, weiterhin Greifvögel zu pflegen. Beim Untersuchen des Uhus wurde Alzinger kurz abgelenkt, der Uhu flog auf seinen Kopf, rutschte ab und kratze ihm das Auge aus. Seither ist er auf dem linken Auge blind. Dem Uhu gibt Alzinger keine Schuld. Er sagt, er selbst sei leichtsinnig gewesen. Seitdem trägt er eine Brille, wenn er zu den Vögeln geht. Denn die pflegte er auch nach dem Unfall weiter. Der Augenarzt sagte ihm, er dürfe seine Leidenschaft nicht aufgeben. Und die hat er bis heute – zehn Jahre nach dem Unfall – nicht verloren.

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Peter Alzinger mit einem Habicht.

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Landshuter Greifvogelliebhaber mit Grünem Engel ausgezeichnet