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Landshut und Straubing: Keine Tiertransporte in Drittländer | BR24

© BR/Sarah Beham

Landshut stellt weiter keine Vorzeugnisse für Tiertransporte in bestimmte Drittländer aus. Das hat das Landratsamt Landshut mitgeteilt. Grund hierfür ist ein Bericht von Veterinären, die die Tiertransportrouten in Russland selber überprüft haben.

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Landshut und Straubing: Keine Tiertransporte in Drittländer

Das Veterinäramt Landshut stellt weiter keine Vorzeugnisse für Tiertransporte in bestimmte Drittländer aus. Grund hierfür ist ein Bericht von Veterinären, die die Transportrouten in Russland überprüft haben. Straubing folgt dem Beispiel Landshuts.

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Das Veterinäramt Landshut wird erneut bis auf weiteres keine Vorzeugnisse für den Tiertransport in Länder wie Usbekistan, Kasachstan oder Turkmenistan ausstellen. Das teilt das Landratsamt Landshut jetzt mit. Ausschlaggebend dafür ist ein aktueller Bericht von Amtstierärzten und Landestierschutzbeauftragten aus verschiedenen Bundesländern.

Veterinäre prüfen Tiertransport-Routen in Russland

Die Veterinäre haben sich bereits im August die Tiertransport-Routen in Russland angesehen und geprüft. Ihr Ergebnis: Alle Stationen, bei denen die Tiere nach 29 Stunden Transport nach geltendem EU-Recht eine Ruhe-, Trink- oder Futterpause machen müssten, existieren in den Regionen Smolensk und Samara entweder gar nicht oder sind für die Pausen nicht geeignet. Die Amtstierärzte bezeichnen die Entlade- und Versorgungsstationen im Bericht als "Scheunen" oder "offene Heulager".

Rindertransporte: "Systematische Tierquälerei"

Landshuts Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) hält die Rindertransporte für systematische Tierquälerei, an der er sich nicht beteiligen will. Daher werden weiterhin keine Vorzeugnisse mehr vom Landratsamt Landshut für Transporte entlang der Haupttransportrouten durch Russland ausgestellt, da keine Entlade- und Versorgungsstellen zur Verfügung stehen, um einen rechtskonformen Transport zu gewährleisten.

Gericht: Veterinärämter können Tiertransporte nicht verhindern

Im Mai hatte das Verwaltungsgericht in München festgestellt, dass sich bayerische Veterinärämter nicht grundsätzlich weigern können, Atteste für Tiertransporte ins Ausland zu erstellen. Geklagt hatte damals der Fleckviehzuchtverband Altötting.

Veterinäramt verweigert Transport von Kälbern

Aktuell hat das Veterinäramt aufgrund des Berichts der Veterinäre die Vorzertifizierung von neun aus dem Landkreis Landshut stammenden Kalbinnen (weibliche Tiere ohne Nachwuchs) verweigert, die in dieser Woche mit dem Ziel Usbekistan hätten verladen werden sollen.

Landrat fordert Positivliste von Versorgungsstationen

Dreier fordert, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) nicht einfach "über diese offensichtliche Tierquälerei" hinwegsieht, und findet, es sei nicht Aufgabe der Länder und Landkreise, die Qualität der Versorgungsstationen in Russland zu prüfen. Dem Landrat zufolge brauche es eine bundeseinheitliche Lösung, eine Positivliste von Versorgungsstationen, damit den Veterinärämtern ein plausibler Transportplan vorgelegt werden kann.

Veterinäramt Straubing folgt Landshut: Keine Vorzeugnisse für Tiertransporte

Das Veterinäramt im Landkreis Straubing-Bogen folgt dem Entschluss Landshuts: Auch hier werden bis auf weiteres keine Vorzeugnisse für den Langzeittransport von Tieren in Länder wie Usbekistan, Kasachstan oder Turkmenistan ausgestellt. Wie für Landshut war auch für Straubing der Bericht von Veterinären für diesen Entschluss ausschlaggebend. Derzeit gibt es im Landkreis Straubing-Bogen keine Anfragen und es wurden im Jahr 2019 auch noch keine Vorzeugnisse ausgestellt. "Wir sind keiner der hauptbetroffenen Landkreise. Für den Fall der Fälle haben wir aber nun eine Regelung getroffen", so Straubings Landrat Josef Laumer.

💡 Was ist geltendes EU-Recht bei Tiertransporten?

Die EU-Verordnung sieht je nach Tierart unterschiedliche Fahrtzeiten vor:

  • Noch nicht entwöhnte Tiere, das sind Tiere, die noch gesäugt werden: Neun Stunden Transport, dann eine Stunde Ruhezeit mit Tränke, dann neun Stunden Transport
  • Schweine: 24 Stunden Transport bei ständigem Zugang zu Trinkwasser
  • Pferde: 24 Stunden Transport mit Tränke alle acht Stunden
  • Rinder, Schafe und Ziegen: 14 Stunden Transport, dann eine Stunde Ruhezeit mit Tränke, dann 14 Stunden Transport

Nach dem EU-Recht müssen ausgewachsene Tiere spätestens nach 29 Stunden Transport, unterbrochen von einer Stunde Ruhe-, Tränk- und Futterpause, an von Russland und der EU zugelassenen Entlade- und Versorgungsstationen abgeladen, gefüttert und getränkt werden. Hier ist eine Ruhezeit von mindestens 24 Stunden einzuhalten, bevor der Transport fortgesetzt werden kann.