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Landshut: FDP-ler entschuldigt sich für homophobe CSD-Kritik | BR24

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Der Christopher Street Day wird in vielen Großstädten gefeiert - jetzt soll er zum ersten Mal nach Niederbayern kommen. Das sorgt für Kritik.

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Landshut: FDP-ler entschuldigt sich für homophobe CSD-Kritik

Der Christopher Street Day soll zum ersten Mal nach Niederbayern kommen. Im Herbst soll der Umzug in Landshut stattfinden. Ein lokaler FDP-Politiker nannte den Umzug "schwules Zeug", das keinen Platz in Landshut habe. Jetzt entschuldigt er sich.

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Der Landshuter FDP-Politiker Albrecht Schöllhorn-Gaar fand in einem Zeitungsinterview deutliche Worte gegen den geplanten Christopher Street Day in seiner Stadt: "So schwules Zeug hat bei uns keinen Platz". Nach dieser Aussage forderte die Landshuter-FDP seinen Rücktritt.

FDP-Politiker tritt nicht zurück

Doch Schöllhorn-Gaar wird nicht zurücktreten, wie er dem Bayerischen Rundfunk jetzt im Gespräch sagte. Er bezeichnete die Rücktrittsaufforderung als "Methoden á la Stalin". Ihm tue zwar seine Aussage Leid, er sei keineswegs homophob, sondern schlicht falsch verstanden worden – dennoch erhalte er "haarsträubende Zusprüche, die mir selbst zuwider sind", so Schöllhorn-Gaar wörtlich.

Treffen mit liberalem Schwulen- und Lesbenverein

Wie der FDP-Politiker sagte, habe er sich bereits mit dem Vorsitzenden des liberalen Schwulen- und Lesbenvereins getroffen, um seinen guten Willen zu zeigen. Anders als in der Großstadt, könne eine derartige Parade in der Provinz aber als "großer Klamauk und Wichtigtuerei rüberkommen, die der Sache nichts bringt", so der Politiker.

Ländlicher Raum: Diskriminierungen gegen "Anderssein"

Marlene Schönberger, Vorsitzende des Vereins, schreibt in einer Mitteilung: "Noch immer erfahren queere Menschen in unserer Gesellschaft Diskriminierung und Gewalt. Im September werden wir daher gemeinsam für Vielfalt und gleiche Rechte demonstrieren sowie die Freiheit und die Liebe feiern". Besonders im ländlichen Raum sei es schwer, "sein Anderssein" diskriminierungsfrei zu leben, wie Co-Vorsitzender Herbert Lohmeyer sagt. Mit dem Christopher Street Day, einem Umzug von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgendern, und einem anschließenden Straßenfest wolle man hierfür ein Zeichen setzen.