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Brauerei-Werbung an der Fassade einer Beratungseinrichtung für Suchtkranke? Was klingt wie ein makabrer Witz war am Hochhaus der Sozialberatungsstelle "Landshuter Netzwerks" in der Nähe des Landshuter Bahnhofs knapp drei Wochen lang Realität.

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Landshut: Ärger um Brauerei-Werbung an Suchtberatungsstelle

An der Fassade des "Landshuter Netzwerks" hing für knapp drei Wochen das Logo des "Landshuter Brauhauses". Das Problem: Im Gebäude findet unter anderem Suchtberatung für Alkoholkranke statt. Nach viel Kritik wurde das Logo wieder abgehängt.

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Von
  • Philipp Potthast
  • BR24 Redaktion

Brauerei-Werbung an der Fassade einer Beratungseinrichtung für Suchtkranke? Was klingt wie ein makabrer Witz war am Hochhaus der Sozialberatungsstelle "Landshuter Netzwerks" in der Nähe des Landshuter Bahnhofs knapp drei Wochen lang Realität.

Wie die Landshuter Zeitung zuerst berichtete, hatte das "Landshuter Brauhaus" sein circa drei Meter großes Logo ausgerechnet dort angebracht, wo unter anderem rund 40 Alkoholkranke pro Woche Hilfe in Anspruch nehmen.

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Ist jetzt nicht mehr zu sehen: Das Logo des "Landshuter Brauhauses" an der Fassade des "Landshuter Netzwerks".

Keine Absprache im Vorfeld

Eine Absprache mit der Sozialberatungseinrichtung, die neben Suchtberatung noch andere Dienstleistungen anbietet, hatte es im Vorfeld keine gegeben. Das "Landshuter Netzwerk" ist in dem Gebäude lediglich zur Miete ansässig und konnte daher zunächst nichts gegen die Werbetafel unternehmen.

Der Deal mit der Brauerei war von einem ehemaligen Hauseigentümer eingefädelt worden. Dass das Logo am Dienstag wieder abgehängt wurde, sorgt bei der Beratungsstelle für Erleichterung.

"Da wurde einfach nicht richtig nachgedacht"

Jürgen Handschuch, Geschäftsführer des "Landshuter Netzwerks", empfand das Anbringen der Werbung an der Außenfassade als unsensibel: "Das ist mehr als nur ein schlechter Scherz. Da wurde einfach nicht richtig nachgedacht", erzählte er dem Bayerischen Rundfunk.

Die alkoholkranken Klienten waren ebenfalls empört. "Die fragen sich: Wie können die das machen? Ich kenne keinen einzigen, der das super findet", so Handschuch. Es sei sogar ein Gast aus dem gegenüberliegenden Hotel vorbeigekommen und habe gefragt, ob sich im Inneren des Gebäudes wohl "ein Bräustüberl" befinde. "Das Logo ist so groß, dass man meinen könnte, wir hätten hier eine Wirtschaft", so Handschuch.

Brauerei entschuldigt sich

Den Verantwortlichen des "Landshuter Brauhauses" sei nicht klar gewesen, dass in dem Gebäude der Sozialberatungseinrichtung unter anderem auch Suchtberatung für Alkoholkranke stattfinde, sagte Vorstand Alexander Saponjic gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.

"Hätte ich das gewusst, hätten wir das Logo dort natürlich nicht angebracht. Diesen Fehler möchte ich korrigieren", erklärte Saponjic weiter. Ihm tue das Ganze sehr leid. Die abmontierte Werbetafel soll jetzt online versteigert werden. Der Erlös wird an das "Landshuter Netzwerk" gespendet.

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