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Luftreinigung mit Luftfiltergeräten geht ins Geld. Der Landsberger Stadtrat hat sich deshalb gegen die Anschaffung weiterer Geräte entschieden.

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    Landsberger Stadtrat lehnt Luftreiniger in Schulen ab

    Der Pandemieausschuss des Landsberger Stadtrats hat am Abend einstimmig gegen die Anschaffung von mobilen Luftreinigern gestimmt. Es fehle der Bedarf. Deshalb setzen die Schulen in Landsberg jetzt weiter aufs Lüften.

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    Von
    • David Herting
    • Florian Regensburger

    Der Pandemieausschuss des Landsberger Stadtrats hat am Abend die Anschaffung von mobilen Luftreinigern einstimmig abgelehnt. Die Geräte hätten in Klassenzimmern und Lehrerzimmern der Grundschulen der Stadt aufgestellt werden sollen, um dort die Coronaviren-Last zu verringern. Die Mittelschulen hätten laut der Stadt wegen vorhandener Raumluft-Anlagen keinen Bedarf gehabt.

    Hohe Kosten für die Luftreiniger trotz Förderung durch den Freistaat

    Weil der Freistaat die Anschaffung von Luftreinigern bezuschusst, hätten die Kosten der Stadt pro Gerät bis zu 2.750 Euro betragen, dazu käme noch ein jährlicher Filterwechsel für 500 Euro je Gerät. Insgesamt hatte Landsberg mit der Anschaffung von 50 mobilen Luftreinigungsgeräten gerechnet. Das hätte pro Jahr rund 150.000 Euro gekostet.

    Luftreiniger ersetzten das Lüften nicht

    Der Landsberger Kreistag hatte ebenfalls die Anschaffung von Luftreinigern für die Schulen in seinem Zuständigkeitsbereich abgelehnt. Die flächendeckende Anschaffung von Luftreinigungsgeräten gegen das Coronavirus für die kreiseigenen Schulen hätte nämlich hohe Folgekosten bedeutet. Etwa für die Wartung von rund 150.000 Euro pro Jahr und die Tatsache, dass die Geräte nicht "das Lüften als effektivste Maßnahme ersetzen" könnten, hätten beim Beschluss des Kreisausschusses den Ausschlag für die Ablehnung gegeben, so der Sprecher des Landratsamts Thomas Müller.

    Kreis hätte mehr als 900.000 Euro ausgeben müssen

    Weil der Freistaat ein entsprechendes Förderprogramm für derartige Luftreinigungsgeräte aufgelegt hatte, habe man zuvor als Landkreis "den Markt und die Fördermöglichkeiten“ ausgelotet. Der Anschaffungspreis für insgesamt 215 Geräte für die kreiseigenen Schulen, unter anderem Gymnasien, Realschulen und Berufsschulen, hätte demnach mehr als 900.000 Euro betragen. Rund 375.000 Euro hätte der Freistaat Bayern als Fördergeld beigesteuert.

    CO2-Sensoren und einzelne Luftreinigungsgeräte wurden bereits angeschafft

    Im Rahmen eines anderen Förderprogramms des Freistaates hat der Landkreis Landsberg laut Sprecher Müller jedoch 464 CO2-Sensoren für rechtzeitiges Lüften in den Klassenzimmern sowie fünf Luftreinigungsgeräte bestellt - für Klassenräume mit besonders schlechten Lüftungsmöglichkeiten. Die Kosten liegen bei insgesamt rund 67.000 Euro für die Kreisschulen.

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