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Landratsämter erkennen 1.300 Tschechen als systemrelevant an | BR24

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Über 1.000 tschechische Arbeitskräfte haben eine Bestätigung von den niederbayerischen Landratsämtern Regen und Freyung-Grafenau bekommen, "systemrelevant" zu sein. Sie dürfen weiter zum Arbeiten nach Deutschland einreisen.

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Landratsämter erkennen 1.300 Tschechen als systemrelevant an

Etwa 1.300 Tschechinnen und Tschechen haben eine Bestätigung von den niederbayerischen Landratsämtern Regen und Freyung-Grafenau bekommen, "systemrelevant" zu sein. Sie dürfen zum Arbeiten nach Deutschland einreisen. Darunter: Metzger und Bäcker.

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Von
  • Renate Rossberger
  • BR24 Redaktion

In den niederbayerischen Grenzlandkreisen haben heute unterschiedliche tschechische Arbeitnehmer eine Genehmigung dafür bekommen, weiterhin hin- und herpendeln zu dürfen. Das hängt zum einen davon ab, wie viele Tschechen überhaupt in diesen Landkreisen arbeiten, zum anderen davon, welche Betriebe nach der EU-Liste, die es dazu gibt, überhaupt als "systemrelevant" eingestuft werden können.

Mehr zur Einreise und den aktuellen Regeln an den Grenzen erfahren Sie hier

145 Anträge lehnten die Ämter ab

Die Prüfung erfolgte gestern und heute bei den jeweiligen Landratsämtern. Im Landkreis Regen haben rund 700 tschechische Beschäftigte eine Anerkennung als systemrelevante Arbeitskräfte bekommen. Im Landkreis Freyung-Grafenau rund 600. Dort unter anderem Ärzte, Metzger, Bäcker oder Beschäftigte in Unternehmen, die Komponenten für die Medizin- oder die Agrartechnik herstellen. Die Anträge von rund 145 Arbeitskräften wurden abgelehnt. Insgesamt arbeiten im Landkreis Freyung-Grafenau rund 1.500 Tschechen. Hier muss man allerdings alle aus Lockdown-Bereichen wie Gastronomie und Hotellerie abziehen.

Genehmigung und negativer Coronatest

Betriebe, die noch keine Anträge gestellt haben, können das immer noch nachholen. Es gibt keine Deadline. Alle, die jetzt die Genehmigung erhalten haben, bekommen ihren Bescheid so rechtzeitig per Email, dass sie ihn morgen an der Grenze vorzeigen können. Sämtliche Betroffene müssen sich aber auch weiterhin alle 48 Stunden testen lassen und dürfen nur mit negativem Bescheid einreisen. Dafür stehen weiterhin die grenznahen deutschen Teststationen zur Verfügung, wo die Tests kostenlos sind.

Teststationen sind auf deutschem Boden

In Bayerisch Eisenstein im Kreis Regen zum Beispiel hinterlegen die Pendler beim Grenzübertritt ihre Papiere beim Grenzbeamten, gehen ein kleines Stück zur Teststation in der Arberlandhalle und anschließend zurück. Ähnlich läuft es am Übergang Philippsreut im Kreis Freyung-Grafenau. Streng genommen müssten die Teststationen auf tschechischer Seite sein, hieß es heute von der Pressestelle im Landratsamt Freyung-Grafenau. Aber man habe "pragmatische Lösungen" gesucht, die für die aktuelle Lage realisierbar sind. Die deutschen Teststationen an der Grenze gibt es schon länger.

Alternative: Quarantäne in Deutschland

Nicht bei den Behörden erfasst sind die tschechischen Arbeitskräfte, die sich noch vor Sonntag Mitternacht in Deutschland ein Zimmer oder eine Ferienwohnung genommen haben, dort in Quarantäne gingen und danach zum Arbeiten hierbleiben. Das ist eine legale Möglichkeit. Die Pendler dürfen dann aber vorerst nicht mehr nach Tschechien fahren. Viele dieser Quartiere werden von den Arbeitgebern bezahlt oder bezuschusst.

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