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Landrat will Wasserstoffzüge im Oberallgäu | BR24

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Wasserstoffzüge im Allgäu? Lokalpolitiker sprechen sich für alternative Antriebskonzepte aus.

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Landrat will Wasserstoffzüge im Oberallgäu

Alternative Antriebskonzepte sind in Fortbewegungsbereichen gefragt. Dabei ist nicht immer der rein elektrische Antrieb im Vorteil. Zukünftig wird auch die Brennstoffzelle eine Rolle spielen - auch im Zugverkehr. Allgäuer Lokalpolitiker preschen vor.

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40 Kilometer sind es auf der Schiene zwischen Kempten und Oberstdorf. Der örtliche Landrat will dort gern eine Teststrecke für Wasserstoffzüge einrichten.

"Dieser Wasserstoffzug wäre genau das, was wir uns im Allgäu seit vielen Jahren wünschen: ein CO2-freier Schienenverkehr." Anton Klotz (CSU), Landrat Oberallgäu

Mit seinem Ansinnen hatte sich Klotz zwar schon einmal eine Abfuhr geholt. Er will es aber trotzdem noch einmal bei seinem schwäbischen Parteifreund, Verkehrsminister Hans Reichart, versuchen.

Kein Versprechen von Scheuer

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagt: Im Prinzip wäre Geld vom Bund für Wasserstoffzüge vorhanden. Konkrete Versprechungen macht Scheuer aber nicht.

"Wir sind in enger Abstimmung. Da geht es vor allem in Bayern um Topographien und Tunneldurchfahrten." Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister

Anders als in der norddeutschen Tiefebene, wo bereits ein Wasserstoffzug in Betrieb ist, müssen Züge in Bayern auch durch Tunnel fahren - ein echtes Sicherheitsproblem, wenn diese mit Wasserstoffgas betrieben werden.

Und: Es gibt - gerade auch im Allgäu - kurvige Strecken durch Hügelland. Wasserstoffzüge sind aber bisher nicht mit Neigetechnik verfügbar. Der bayerische Verkehrsminister ist deshalb einstweilen gegen einen Einsatz der bisher verfügbaren Wasserstoffzüge.

"Nach derzeitigem Stand der Technik ist zu befürchten, dass bei einem Einsatz von Wasserstoffzügen in vielen Teilen des bayerischen Schienennetzes eine deutliche Verschlechterung des Fahrplanangebots in Kauf genommen werden müsste. Die bisher entwickelten Wasserstoffzüge brauchen für die gleiche Strecke oft länger, was zudem auch das Verpassen von Anschlusszügen zur Folge hätte. Die Fahrgäste dürfen hier keine 'Versuchskaninchen' sein." Hans Reichart (CSU), Verkehrsminister Bayern

Oberleitungen sind erste Wahl

Die Staatsregierung möchte nun zunächst abwarten, wie sich die Wasserstoffzüge bei Testfahrten in anderen Bundesländern bewähren, bevor sie auch in Bayern eingesetzt werden. Nur leihweise werde man die Wasserstoffzüge möglicherweise in Bayern ausprobieren.

Auf lange Sicht will Bayern jedenfalls im Schienenpersonennahverkehr auf Dieselmotoren verzichten. Für viele Bahnstrecken in Bayern sieht das Verkehrsministerium jedoch in bewährter Elektrifizierung mit Oberleitungen die "1a-Lösung".

Konkurrenztechnologie nicht zu Lasten der Elektrifizierung

Man müsse auch bedenken, dass es die Chancen der Elektrifizierung schmälern würde, wenn eine Strecke mit Wasserstoffzügen bedient wird, so das Ministerium.