BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© picture alliance / dpa | Armin Weigel
Bildrechte: picture alliance / dpa | Armin Weigel

Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger (FW).

6
Per Mail sharen

    Landrätin Schweiger kritisiert Parallelstruktur bei Impfkampagne

    Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger von den Freien Wählern klagt über zu wenig Impfstoff für den Landkreis. Auch eine Abstimmung zwischen Hausärzten und Impfzentrum gebe es nicht - das sei hinderlich bei der Impfkampagne.

    6
    Per Mail sharen
    Von
    • Marcel Kehrer
    • BR24 Redaktion

    Die Impfkampagne gegen Corona im Landkreis Regensburg nimmt laut Landrätin Tanja Schweiger "richtig Fahrt auf", seit auch die Hausärzte impfen. Sie klagt jedoch über zu wenig Impfstoff und bemängelt eine aus ihrer Sicht hinderliche Parallelstruktur. Eine Abstimmung zwischen Hausärzten und den Impfzentren sei nicht vorgesehen, weil die Ärzte den Impfstoff direkt bestellen können, sagte Schweiger (Freie Wähler) am Donnerstagabend in einer Online-Veranstaltung des Regensburger Presseclubs.

    Impfstoff-Nachschub bleibt aus

    Sie würde sich eine zentrale Belieferung über das Landratsamt wünschen. So wisse man Bescheid, "wenn ein Hausarzt sein Kontingent nicht abruft" und könne es entsprechend verteilen. "Die Impfstoffmenge wird immer weniger", berichtete Landrätin Schweiger: "Wir haben jetzt auch ein Impfzentrum zugesperrt. Wir bekommen seit drei Wochen kein Astrazeneca mehr, aber auch nicht mehr Biontech."

    Bis jetzt hätten die Hausärzte 11.000 Impfungen durchgeführt. "Das läuft gut", lobte Schweiger, sie finde es aber "schade, dass es zwei verschiedene Strukturen gibt" und "leider keine institutionalisierte Zusammenarbeit". Ihr Vorschlag: "Ich würde mir wünschen, dass wir allen Impfstoff zu uns bekommen, der dem Landkreis zusteht. Dass die Hausärzte das verimpfen, was sie können, und wir dann das noch machen, was sie nicht können, zur Ergänzung." Schweiger zufolge impfen im Landkreis auch Fachärzte wie Kinderärzte und Frauenärzte mit.

    60.000 Impfdosen im Landkreis verabreicht

    Das Landratsamt bekomme viele Anfragen zu Impfterminen, berichtete Schweiger. Wie die Bayerische Impfsoftware BayIMCO (Bayerisches Impfmanagement gegen Corona) die Termine in den Impfzentren vergebe, wisse das Landratsamt aber nicht, betonte die Landrätin. "Wir wissen nicht, nach welchem Algorithmus BayIMCO einlädt. Wir stellen selbst fest, dass Menschen mit Prio 3 eingeladen werden und Menschen mit Prio 2 noch nicht." Schweiger rät, sich zu melden, "dann können wir den manuell einfügen."

    Im Landkreis Regensburg wurden bislang über 60.000 Impfdosen verabreicht. 14.889 Personen sind vollständig geimpft, das entspricht 7,66 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landkreises. 45.347 Personen haben mindestens eine Impfdosis erhalten (23,22 Prozent).

    Bessere Planung wäre wünschenswert

    Schweiger möchte eine verlässlichere Belieferung mit Impfstoff. "Ich find's nicht toll, dass wir zweimal die Woche beliefert werden und dass zwei Tage früher alles immer irgendwie wieder anders ist und so wenig planbar." Sie wünsche sich einen Zwischenpuffer, um auch mal sieben Tage im Voraus planen zu können. "Entweder wird rund um die Uhr gearbeitet, weil mal ganz viel kommt, oder man arbeitet mal drei Tage wieder gar nicht."

    Von einem Vergleich, welcher Landkreis die bessere Impfquote hat, halte sie deshalb gar nichts, stellte Schweiger klar. "Von daher ist es ja schön, wenn ich immer höre, dass in den Supermärkten und überall geimpft werden soll und die Priorisierung aufgehoben werden soll. Wir sind immer noch nicht mit Prio 2 durch bei uns." Zudem seien einige Landkreise vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit als Grenzlandkreise definiert worden. Dadurch erhielten sie zusätzlichen Impfstoff.

    Von dessen Liefermenge hängen laut Schweiger auch wieder andere Möglichkeiten ab - zum Beispiel die, Modellregion für Lockerungen der Corona-Regeln zu werden: "Man konnte sich bewerben, wenn man eine überdurchschnittliche Impfquote hat. Aber wenn man halt nicht überdurchschnittlich beliefert wird, dann kann man auch keine überdurchschnittliche Impfquote haben."

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!