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Landräte Töpper und Bold kritisieren Stromtrassen-Pläne

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    Landräte Töpper und Bold kritisieren Stromtrassen-Pläne

    Bis 2031 soll sie gebaut werden: Die Fulda-Main-Leitung zwischen Hessen und Unterfranken. Kritik zu den Stromtrassen-Plänen kommt von gleich zwei Landräten, nämlich von Schweinfurts Landrat Florian Töpper und von Bad Kissingens Landrat Thomas Bold.

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    Von
    • Norbert Steiche

    Streitthema Stromtrasse: Die P43, genannt Fulda-Main-Leitung, soll von Mecklar in Hessen über Aschaffenburg durch den Landkreis Bad Kissingen bis nach Bergrheinfeld im Landkreis Schweinfurt gehen. Teilweise ist entlang der Strecke Erdverkabelung geplant. Aus technischen Gründen sind nach bisheriger Planung vor allem aber Freileitungen vorgesehen. Nun kommt deutliche Kritik von zwei Landräten.

    Mehr Freileitungen als ursprünglich angedacht

    Den Schweinfurter Landrat Florian Töpper (SPD) ärgert, dass vor allem Freileitungen vorgesehen seien. Lediglich über kleinräumige Abschnitte von drei bis maximal sechs Kilometern Länge seien Erdkabel angedacht. An den Übergangspunkten aus und in die Erde würden sogenannte Umsetzer mit einem Platzbedarf von jeweils 65 x 70 Metern und einer Höhe von bis zu 37 Metern nötig. In Verhandlungen zuvor war allerdings angekündigt worden, dass die Leitung umfassend als Erdkabel geführt werde. "Nach gerade einmal einem Jahr müssen wir feststellen, dass Vereinbarungen einfach nicht umgesetzt werden", sagt Landrat Töpper.

    Landrat Bold: Trasse durch Landkreis Bad Kissingen notwendig?

    Auch Bad Kissingen Landrat Thomas Bold (CSU) lehnt die Freileitung ab. Er fordert, dass belegt wird, dass der Bau der Trasse auch durch den Landkreis Bad Kissingen absolut notwendig ist und es hierzu keine Alternativen gibt. "Denn der Landkreis Bad Kissingen sowie die angrenzenden Landkreise sind bereits durch die Stromtrasse SuedLink, die in den kommenden Jahren entstehen wird, massiv belastet", heißt es von Bold.

    2015: Alternativen zur Fulda-Main-Leitung finden

    Der Landkreis Schweinfurt wehrt sich gegen die seiner Ansicht nach überzogene Netzausbaumaßnahme bereits seit den erstmaligen Überlegungen im Jahr 2012. Im Juli 2015 habe die damalige Regierungskoalition im Bund unter Mitwirkung des Freistaates Bayern vereinbart: Zur Entlastung des Netzknotens Grafenrheinfeld/Bergrheinfeld sollen Alternativen gefunden werden, unter anderem zur Fulda-Main-Leitung.

    Landrat Töpper fordert Einhaltung politischer Zusagen

    "Zum damaligen Zeitpunkt wurde diese Entscheidung in der Region erleichtert aufgenommen und hat unter anderem dazu beigetragen, dass für den 'Suedlink' als Erdkabelprojekt die Akzeptanz in der Region gestiegen war", heißt es vom Schweinfurter Landratsamt. Landrat Töpper fordert die Einhaltung politischer Zusagen. Er zeigte sich enttäuscht, dass Einwände des Landkreises Schweinfurt, der potentiell betroffenen Kommunen aber auch der politischen Vertreter in Bund und Land nicht beachtet würden.

    "Mittlerweile haben wir Anfang Juli 2020 und ich muss feststellen, dass die Vereinbarungen von 2015 und 2019 immer noch nicht in eine gesetzliche Grundlage umgesetzt wurden. Ich verhehle nicht, dass ich weder damals noch heute die Unerlässlichkeit dieser Leitung sehe. Der Bedarf ist bis heute nicht ausreichend nachgewiesen, Schreiben und Eingaben des Landkreises werden, wenn überhaupt, ausweichend beantwortet." Florian Töpper, Landrat Schweinfurt

    Vorplanungen zur Strecke in Unterfranken laufen

    Laut einem Sprecher des Netzbetreibers Tennet ist aktuell ein Untersuchungsraum definiert. Dieser ist laut dem Unternehmen für die Vorplanungen "von zentraler Bedeutung". Der Untersuchungsraum erstreckt sich in Unterfranken auf einer Fläche, die im Norden etwa von Obersinn im Landkreis Main-Spessart bis in die Hochrhön westlich von Fladungen und im Süden zwischen Zellingen und Karlstadt bis in den Landkreis Haßberge zwischen Schweinfurt und Haßfurt geht. "Wir gehen davon aus, bis Herbst dann innerhalb dieses Untersuchungsraums erste Grobkorridore entwickeln zu können", heißt es vom Netzbetreiber.

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