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Weil die Menge des Impfstoffs pro Landkreis von der Zahl der niedergelassenen Ärzte abhängt, sehen Politiker im Allgäu ihre Region im Nachteil

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    Landräte im Allgäu beklagen ungerechte Impfstoffverteilung

    Seitdem auch die Arztpraxen gegen Corona impfen, sehen sich die Landkreise im Allgäu im Nachteil, denn die Impfstoffmenge hängt von der Zahl der niedergelassenen Ärzte ab. Neue Quarantäne-Regeln sorgen außerdem für Ärger bei Hoteliers im Allgäu.

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    Von
    • Kilian Geiser
    • Angelika Schneiderat
    • Johanna Kempter

    Die Landräte im Allgäu sowie die Oberbürgermeister von Kempten und Kaufbeuren haben in einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder eine Gleichbehandlung ländlicher Regionen gegenüber den Städten bei der Corona-Impfung gefordert. In dem Schreiben vom Mittwoch, das heute veröffentlicht wurde, beklagen die Politiker, beim Thema Impfen zeige sich in den letzten Tagen immer stärker eine deutliche Benachteiligung der ländlichen Räume. Die Bevorzugung der Arztpraxen gegenüber der Impfzentren bei der Verteilung der Impfstoffe verschärfe diese Tendenz weiter, da es im ländlichen Raum im Verhältnis zur Einwohnerzahl weniger Ärzte gebe. Die Ärzte auf dem Land müssten zudem mehr Patienten versorgen und hätten daher weniger Zeit fürs Impfen zur Verfügung.

    Allgäuer Politiker fordern Lockerungen für den Tourismus

    Außerdem fordern die Landräte und Oberbürgermeister Ministerpräsident Söder auf, er solle sich dringend für eine tourismustaugliche Veränderung der sogenannten Bundesnotbremse einsetzen. Es sei nicht einzusehen, warum bei der Entscheidung für mögliche Öffnungsschritte im Tourismus weiterhin und ausschließlich der Inzidenzwert das Maß der Dinge sei. In den Nachbarländern wie Österreich oder der Schweiz habe man gezeigt, dass Strategien, die auf speziellen Test-, Hygiene- und Abstandskonzepten sowie der Kontaktverfolgung basieren, sehr erfolgreich sein könnten. Die entsprechenden Konzepte habe man mehrfach an die entsprechenden Fachministerien in Bayern geschickt, jedoch bisher ohne Resonanz.

    Hoteliers über neue Bestimmungen zur Einreise-Quarantäne verärgert

    Zusätzliche Sorgen macht den Hoteliers im Allgäu die gestern bundesweit in Kraft getretenen einheitlichen Quarantäne-Regelungen für Reisende. Auch Menschen, die nicht geimpft oder von einer Infektion genesen sind, können die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach Einreise aus einem Risikogebiet vermeiden. Es reicht ein aktueller negativer Schnelltest.

    Eine Vereinigung von 80 familiengeführten Hotels im Allgäu beklagt, damit könnten Deutsche in ganz Europa sogar in Risikogebieten Urlaub machen, nur eben nicht im Allgäu. Dort dürfen die Hotels wie in ganz Bayern zum Beginn der Pfingstferien grundsätzlich wieder öffnen. Die Regelung ist allerdings abhängig von der 7-Tage-Inzidenz. Sie darf die 100er-Marke nicht überschreiten. Diese Bedingung erfüllt im Allgäu aktuell nur der Landkreis Lindau.

    7-Tage-Inzidenz-Werte im Allgäu weiter auf hohem Niveau

    Während die 7-Tage-Inzidenz im bayernweiten Schnitt unter 100 gesunken ist, liegen die Werte in Memmingen und im Landkreis Unterallgäu über der Marke von 200. In Kempten, in Kaufbeuren und in mehreren Landkreisen im Allgäu lag die 7-Tage-Inzidenz heute höher als vor einer Woche.

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