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Landkreise Passau und Regen verhängen Ausgangsbeschränkungen | BR24

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Heute vor vier Wochen trat Teil-Lockdown in Kraft - doch noch immer melden die Behörden erschreckend hohe Zahlen für einzelne Regionen in Bayern.

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Landkreise Passau und Regen verhängen Ausgangsbeschränkungen

Bayernweit gelten ab Dienstag verschärfte Corona-Regeln. In Hotspots mit Inzidenzwerten über 300 sollen aber noch striktere Maßnahmen ergriffen werden. Auf die Bürger in den Landkreisen Regen und Passau kommen jetzt Ausgangsbeschränkungen zu.

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Von
  • Stephanie Probst
  • Christine Kerler

Nachdem in der Stadt Passau mit einem Inzidenzwert von 579 wohl für längere Zeit strenge Corona-Maßnahmen gelten werden, verschärft auch der Landkreis Passau die Regeln. Der Inzidenzwert liegt dort derzeit deutlich über dem Signalwert von 300 - nämlich bei 360 (RKI). Deshalb und weil sich hier derzeit kein deutlicher Rückgang abzeichnet, treten voraussichtlich ab Mittwoch zusätzliche Gegenmaßnahmen in Kraft. Das teilte das Landratsamt Passau mit.

Auch der Landkreis Regen verschärft die Corona-Maßnahmen, nachdem der Inzidenzwert dort nun bei rund 391 liegt.

Beschlossene Maßnahmen im Landkreis Passau

Zu den beschlossenen Maßnahmen im Landkreis Passau gehören nächtliche Ausgangsbeschränkungen, weitergehende Einschränkungen im Schulbetrieb, Beschränkungen von Versammlungen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz, sowie strenge Besuchsregeln in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Die Details wurden aber noch nicht bekanntgegeben.

"Mit diesen zusätzlichen Einschränkungen handeln wir dort, wo wir in den vergangenen Tagen und Wochen vermehrt Infektionsquellen und Übertragungswege festgestellt haben. Es fällt uns allen nicht leicht, erneut so hart in das private und öffentliche Leben einzugreifen." Passaus Landrat Raimund Kneidinger

Oberstes Ziel müsse sein, die Gesundheit und das Leben von Corona-Risikopatienten zu schützen und die Krankenhäuser arbeitsfähig zu halten - dabei seien diese Einschränkungen momentan die einzige Alternative, so Kneidinger weiter.

Ausgangsbeschränkungen auch im Landkreis Regen

Als wichtigste Punkte im Landkreis Regen nennt die Landrätin Rita Röhrl den Schutz der Bewohner in Alten- und Pflegeheimen, in Behindertenwerkstätten sowie der Patienten und Mitarbeiter in den Krankenhäusern. "Das wird dadurch passieren, dass wir alle Besuchszeiten einschränken, auch die Zahl der Besucher einschränken und verpflichtende Tests für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen veranlassen."

Zugleich kündigte Röhrl Änderungen für die Schülerinnen und Schüler an. "Wir werden so weit gehen, dass wir ab der sechsten Klasse von den Schulen erwarten, dass die Möglichkeit besteht, dass die Schüler räumlich 1,50 Meter auseinandersitzen. Wenn das nicht möglich ist, dann ist ab der sechsten Klasse auch Wechsel- oder Distanzunterricht möglich, wobei die Festlegung, welche Klasse in welche Art von Unterricht geht, dann weitestgehend bei den Schulen liegt."

Außerdem werde es im Landkreis Regen zwischen 20 Uhr abends und sechs Uhr morgens ein Ausgangsverbot geben, so Röhrl. "Da tut es eigentlich nicht weh, weil die Normalbevölkerung dann nicht mehr unterwegs ist. Wer trotzdem aus triftigem Grund die Wohnung verlassen muss, kann das tun." Die Verordnung gelte voraussichtlich ab Mittwoch zunächst bis zum 16. Dezember, also 14 Tage. Dann müsse man sehen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickle. "Ich hoffe sehr, es geht nach unten, sonst sind wir gezwungen, weitere Maßnahmen zu treffen." Bei Versammlungen jeglicher Art, auch bei Gottesdiensten, gelte eine Maskenpflicht. Das Personal in den Krankenhäusern, in Pflege-, Behinderten- und Seniorenheimen müsse sich wöchentlich einem Corona-Test unterziehen. Für Besucher wird das Tragen einer FFP2-Maske vorgeschrieben, die Besuchszeit ist für eine feste Person auf maximal eine halbe Stunde pro Tag beschränkt.

Die geplanten Einschränkungen müssten laut dem Landratsamt in Regen noch mit der Regierung von Niederbayern abgestimmt werden. Eine Erklärung für die hohen Zahlen im Landkreis Regen gibt es nicht, dort konnte bisher kein augenscheinlicher Hotspot ausgemacht werden. Auch einen Zusammenhang mit Grenzpendlern aus Tschechien schließt Landrätin Röhrl aus.

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Im Landkreis Regen gelten wegen der hohen Inzidenzzahlen künftig nächtliche Ausgangsbeschränkungen.

Verschärfte Maßnahmen für Hotspots

Ab Dienstag gelten in ganz Bayern zusätzliche Beschränkungen: generell verschärfte Kontaktbeschränkungen im privaten und öffentlichen Raum (eigener Hausstand und ein weiterer Hausstand, jedoch maximal fünf Personen), eine erweiterte Maskenpflicht, unter anderem auf Parkplätzen und Flächen vor Groß- und Einzelhandelsgeschäften, die Schließung von Bibliotheken und Archiven und eine erweiterte flächenabhängige Kunden-Beschränkung im Groß- und Einzelhandel. Speziell für Regionen mit einem Inzidenzwert von über 200 wird ein Wechselunterricht ab der achten Klasse (außer Abschlussklassen) eingeführt.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte darüber hinaus strengere Maßnahmen für Regionen mit einem Inzidenzwert von mehr als 300 Neuinfektionen angekündigt. Die Entscheidung überlässt Söder allerdings den Kommunen in Absprache mit dem Gesundheitsministerium.

Huml: Ausgangsbeschränkungen ab Inzidenzwert 300 möglich

In der BR Rundschau betonte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) nochmals, dass Bürger ab einem Inzidenzwert von 300 auch mit Ausgangsbeschränkungen rechnen müssten.

Auch Nürnberg liegt über dieser Schwelle. Die Stadt wird am Dienstag über verschärfte Regelungen informieren - BR24 überträgt die Pressekonferenz um 11 Uhr live.

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Im Nürnberger Stadtrat sind zahlreiche Maßnahmen besprochen worden, die zum Teil morgen umgesetzt werden. Dann sind auch Ausgangsbeschränkungen möglich. Grundlage ist die Hotspot-Regelung der Staatsregierung.

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