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Landkreise arbeiten mit Hochdruck an Corona-Testzentren | BR24

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Die Einrichtung der kommunalen Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern läuft auf Hochtouren. Die Corona-Teststellen sollen vom 1. September an in Betrieb gehen. Die Landtagsopposition fordert eine umfassende Teststrategie.

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Landkreise arbeiten mit Hochdruck an Corona-Testzentren

Die Einrichtung der kommunalen Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern läuft auf Hochtouren. Die Corona-Teststellen sollen vom 1. September an in Betrieb gehen. Die Landtagsopposition fordert eine umfassende Teststrategie.

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Der Aufbau der kommunalen Testzentren in 25 kreisfreien Städten und 71 Landkreisen läuft auf Hochtouren. Dies teilte der Geschäftsführer des Bayerischen Städtetags Bernd Buckenhofer auf BR-Anfrage mit. "Wir gehen davon aus, dass die Testzentren ab 1. September zumindest schrittweise in Betrieb gehen können," so Buckenhofer. Mehrmals täglich gebe es bei den kreisfreien Städten Telefonkonferenzen mit den Bezirksregierungen, die mit den jeweiligen Regierungspräsidenten für die Koordinierung zuständig seien.

Kosten übernehmen Krankenkassen und Freistaat

Die 25 kreisfreien Städte und 71 Landratsämter in Bayern sind für die Einrichtung und den Betrieb der Testzentren zuständig und verantwortlich. Die Kosten übernehmen Krankenkassen und Freistaat. So hatte der Freistaat im Vorfeld zugesichert, dass den Kommunen alle Kosten erstattet werden.

100 bis 200 tägliche Corona-Tests

Das System der Testzentren ist laut Bernd Buckenhofer täglich etwa auf eine Kapazität von 0,1 bis 0,2 Prozent der Bevölkerung ausgelegt. In einem Testzentrum eines Landkreises mit 100.000 Einwohnern können demnach also etwa 100 bis 200 Personen täglich auf Corona getestet werden. Bei der Berechnung der Kapazitäten gehe man davon aus, dass die Bürger auch einen Anlass haben, sich testen zu lassen. Dennoch stelle sich in der Vorbereitung immer wieder auch die Frage, ob die Kapazitäten ausreichen, so Buckenhofer. Dies beziehe sich nicht nur auf die Testzentren, sondern auch auf die Labore bis hin zur Bekanntgabe des Testergebnisses.

Pannen sollen ausgeschlossen werden

Eine Panne bei der Bekanntgabe versuche man ebenfalls im Vorfeld auszuschließen. "Die Personen, die sich testen lassen wollen, werden digital erfasst. Dabei hinterlassen sie ihre E-Mailadresse und ihre Telefonnummer". Wenn der Test negativ ist, dann werden die getesteten Personen direkt vom Labor angerufen. Bei einem positiven Test schaltet sich das jeweilige Gesundheitsamt ein, sagt der Geschäftsführer des Bayerischen Städtetags Bernd Buckenhofer.

Keine eigenen Teststationen an Omnibusbahnhöfen

Eigene Testzentren an den beiden Zentralen Omnibusbahnhöfen (ZOB) in Nürnberg und München sind derzeit nicht geplant, heißt es aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium. Nach Aussage eines Sprechers werden Reisende, die an den ZOBs ankommen, an den in der Nähe liegenden Hauptbahnhöfen in Nürnberg und München getestet. Während dies in Nürnberg durch die unmittelbare räumliche Nähe der beiden Haltepunkte uneingeschränkt möglich sei, werde man beim ZOB in München in Kürze eine entsprechende Wegweisung und Beschilderung zum Testcenter im Münchner Hauptbahnhof aufstellen, so der Sprecher. Er räumte ein, dass es zu Wartezeiten kommen könne, wenn Zug- und Busreisende gleichzeitig getestet werden müssen. Im Bedarfsfall sollen weitere Anpassungen folgen, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Opposition fordert einheitliche Test-Strategie

Unterdessen fordern Grüne und SPD im Bayerischen Landtag eine einheitliche Strategie für Corona-Tests. Im Herbst kommen der Schulanfang, die typischen Krankheiten wie Schnupfen und Husten sowie eine große Zahl von Reiserückkehrern auf das bayerische Gesundheitssystem zu. Die Grüne Gesundheitsexpertin Christina Haubrich warnt: Ohne eine vernünftige Strategie rennt der Freistaat sehenden Auges ins nächste Chaos.

Grüne: Tests für Lehrer zu spät

So ist zum Beispiel für Schulen im bestehenden bayerischen Testkonzept festgelegt, dass es an jeder Schule innerhalb von vier Wochen nach Schulbeginn Testmöglichkeiten geben soll. Für die Grünen ist das zu spät – die Lehrkräfte müssten vor Schulbeginn getestet werden, sagt Haubrich. Und: die Unikliniken im Freistaat müssten in eine bayerische Corona-Teststrategie miteingebunden werden.

SPD will Details zu kommunalen Testzentren

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bayerischen Landtag Horst Arnold fordert: Es muss sichergestellt werden, dass Rückkehrer aus Risikogebieten sich auch tatsächlich einem Test unterziehen. Arnold will von der Staatsregierung wissen, wie dies kontrolliert und durchgesetzt wird. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Landtags-SPD, Ruth Waldmann, sieht außerdem offene Fragen bei den von der Staatsregierung geförderten kommunalen Testzentren – wie viele gibt es bereits, wo sind welche geplant, wie viele Corona-Tests wurden dort durchgeführt.

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