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Im Landkreis Würzburg liegt eine von 27 Ökomodellregionen in Bayern. Nun soll das Konzept der regionalen Vernetzung von Landwirten auf den kompletten Landkreis ausgeweitet werden, um so die ökologische Landwirtschaft anzukurbeln.

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Landkreis Würzburg will flächendeckend Öko-Modellregion werden

Regionale Bio-Produkte werden immer beliebter. Um den ökologischen Anbau zu fördern, gibt es in Bayern seit 2013 das Projekt der staatlichen Öko-Modellregionen. Der Landkreis Würzburg gehört bisher nur zu einem Teil dazu – das soll sich bald ändern.

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Von
  • Silva Schreiner

Im Westen Würzburgs haben sich im Jahr 2014 insgesamt 13 Gemeinden zur Öko-Modellregion "Waldsassengau" zusammengeschlossen. Seit sieben Jahren arbeiten sie daran, den Anteil an ökologischem Anbau zu steigern. Als Öko-Modellregion konnten sie diesbezüglich deutliche Fortschritte machen. Aus diesem Grund will nun der gesamte Landkreis Würzburg an diesen Erfolg anknüpfen und flächendeckend zur Öko-Modellregion werden.

Erfolge in der Ökomodell-Region "Waldsassengau"

In den staatlich anerkannten Ökomodell-Regionen werden viele Projekte und Informations-Veranstaltungen umgesetzt, die den Landwirten den Umstieg zum Ökologischen Arbeiten erleichtern sollen. Die Vernetzung mehrerer Landwirte spielt dabei eine große Rolle: Insbesondere die Lagerung von Bio-Getreide war für kleinere Betriebe in der Öko-Modellregion "Waldsassengau" ein Problem. Die Gebrüder Eckert hatten sich aus diesem Grund schon im Jahr 2017 entschieden, auf biologischen Landbau zu setzen und ihr Lager in Remlingen zu restaurieren. Seit 2019 können Landwirte der Ökomodell-Region nun ihr Bio-Getreide im Lagerhaus unterbringen. In den fast sieben Jahren als staatlich anerkannte Ökomodell-Region konnte "Waldsassengau" den Anteil an ökologischer Landwirtschaft von zwölf Prozent auf 30 Prozent anheben.

Landkreis Würzburg als flächendeckende Ökomodell-Region

An den Erfolg von "Waldsassengau" will nun der gesamte Landkreis Würzburg anknüpfen: "Wir stehen im Landkreis Würzburg vor klimatischen Herausforderungen“, so Landrat Thomas Eberth. "Deshalb ist es für uns wichtig, in der Landwirtschaft Impulse geben zu können. Da ist die Ökomodell-Region ein schönes Beispiel, wie wir die unterschiedlichsten Akteure zusammenbringen." Am 10. Mai soll der Kreistag endgültig darüber entscheiden, ob der gesamte Landkreis Würzburg zukünftig Ökomodell-Region wird. Das hat auch für "Waldsassengau" Vorteile: "Uns hat immer eingeschränkt, dass wir zwar am Rande der Stadt Würzburg sind, aber wenn es um Vermarktungsförderung in der Stadt geht, war es nicht deckungsgleich", so Thomas Schwab, Leiter eines landwirtschaftlichen Betriebs in der Öko-Modellregion. "Auf Landkreis-Ebene hätte man da einen ganz anderen Hebel, um anzusetzen."

Bayernweit bisher 27 Ökomodell-Regionen

"Waldsassengau" gehört zur ersten Generation der Öko-Modellregionen, die seit 2014 operativ sind. Im Jahr 2019 kamen weitere Regionen, darunter Regensburg, dazu. Um für das Förderprogramm angenommen zu werden, mussten sich die Regionen bewerben. Finanziell wird das Projektmanagement der Ökomodell-Regionen zu 75 Prozent von den Ämtern für Ländliche Entwicklung unterstützt. 25 Prozent der Kosten tragen die Kommunen selbst. Bisher gibt es 27 Ökomodell-Regionen.

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Die 27 Ökomodell-Regionen in Bayern

Bio-Produktion soll gesteigert werden

Die Öko-Modellregionen sind ein Baustein des Landesprogramms BioRegio 2020, das das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Jahr 2013 ins Leben gerufen hat. Die Bio-Produktion in Bayern sollte demnach bis zum Jahr 2020 verdoppelt werden, was der Staatsregierung mit Hilfe der Ökomodell-Regionen gelungen ist. Im Nachfolgeprogramm BioRegio 2030 werden sie deshalb fortgeführt. Das Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 insgesamt 30 Prozent ökologisch bewirtschaftete Flächen zu erreichen.

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