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Landkreis Tirschenreuth pumpt Millionen in Kliniken AG | BR24

© picture alliance/Ulrich Baumgarten

Ein leeres Krankenhausbett. Die Kliniken Nordoberpfalz AG steckt seit Monaten in der Krise.

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    Landkreis Tirschenreuth pumpt Millionen in Kliniken AG

    Um die Kliniken Nordoberpfalz AG vor der Pleite zu bewahren, will der Landkreis Tirschenreuth ein bereits gewährtes Millionen-Darlehen in einen Zuschuss umwandeln. Bedingung: Die beiden anderen Gesellschafter müssen mitziehen.

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    Um die Kliniken Nordoberpfalz AG von der Insolvenz zu bewahren, verzichtet der Landkreis Tirschenreuth auf die Rückzahlung eines Darlehens in Höhe von fast 24 Millionen Euro. Unter der Voraussetzung, dass die anderen beiden Gesellschafter - die Stadt Weiden und der Landkreis Neustadt an der Waldnaab - mitziehen, soll das erst im vergangenen Jahr gewährte Trägerdarlehen mit einem Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro in einen Zuschuss umgewandelt werden. Die entsprechenden Beschlüsse des Weidener Stadtrates und des Neustädter Kreistages stehen allerdings noch aus.

    Soforthilfe von 15 Millionen Euro geplant

    Um eine Überschuldung der Kliniken AG zu verhindern, sei dem Kreistag nichts anderes übrig geblieben, als dieser Maßnahme zuzustimmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Darüberhinaus soll die Kliniken AG noch mit einer Soforthilfe durch die drei Gesellschafter in Höhe von insgesamt 15 Millionen Euro ausgestattet werden. Davon würde der Landkreis Tirschenreuth ein Drittel, nämlich fünf Millionen Euro, übernehmen. Auch dieser Beschluss sei einstimmig erfolgt, hieß es. Im Gremium sei man sich einig gewesen, dass die Kliniken der Nordoberpfalz AG in der aktuellen Corona-Situation weiterhin voll funktionsfähig bleiben müssten.

    2019 gab es ein Rekorddefizit

    Zur Kliniken Nordoberpfalz AG gehören das Klinikum in Weiden und die Krankenhäuser in Tirschenreuth, Neustadt, Kemnath, Vohenstrauß sowie die Fachkliniken in Erbendorf und Waldsassen. In den allen Häusern zusammen werden jährlich rund 100.000 Patienten versorgt.

    Im Herbst vergangenen Jahres war die AG akut von einer Insolvenz bedroht. Die Gesellschaft hat 2019 ein Rekorddefizit von 9,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Ende des Jahres wurde der Klinikvorstand ausgewechselt.

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