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Monatelang war Tirschenreuth Hotspot in der Coronakrise. Nun ist der Landkreis der erste in Bayern mit einer Inzidenz von 0,0. Die Region erhielt zeitweise Sonderlieferungen an Impfstoff. Das habe zum jetzigen Erfolg beigetragen, sagt der Landrat.

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Landkreis Tirschenreuth erreicht Inzidenz Null

Über ein Jahr nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie und nach dem Abklingen der dritten Welle hat der Landkreis Tirschenreuth als erste Region in Bayern eine Sieben-Tage-Inzidenz von null erreicht. Und das, obwohl die Region einst Hotspot war.

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Von
  • Margit Ringer
  • Kathrin Unverdorben

Der Landkreis Tirschenreuth hat heute eine Sieben-Tage-Inzidenz von null. Damit ist er die erste Region Bayerns, in der sich innerhalb der vergangenen sieben Tage kein Einwohner mit Covid-19 angesteckt hat. Die Region in der Oberpfalz war zweimal Deutschlands Corona-Hotspot.

Immunität und zusätzlicher Impfstoff

Wie das Landratsamt Tirschenreuth mitteilt, habe es seit 2. Juni keine Neuinfektionen mehr im Landkreis gegeben. Gründe der niedrigen Inzidenz sind sicherlich die vielen durchgemachten Infektionen in der Region und die zusätzlichen Impfdosen aufgrund der Grenze zu Tschechien.

Trotz einer Inzidenz von Null bleibt es bei den weitgehenden Öffnungen und Vorgaben, die in Bayern seit Montag gelten. Das heißt: Kneipen und Diskotheken bleiben auch in und um Tirschenreuth weiter geschlossen.

Landrat: "Wir fühlen uns sauwohl!"

Trotzdem sind Freude und Erleichterung bei den Menschen im Landkreis groß, sagt Landrat Roland Grillmeier (CSU): "Wir fühlen uns sauwohl!" Aus der Bevölkerung bekomme er viele Anfragen, warum trotz der Nullinzidenz noch Masken getragen und Tests gemacht werden müssten, sagt Grillmeier. Er appelliert aber an die Bürger, vorsichtig zu bleiben, da sich das Bild schnell wieder wandeln könne. Sorgen bereite ihm zum Beispiel die Ausbreitung der Delta-Mutante, die zuerst in Indien festgestellt wurde. "Wir haben hier Aufs und Abs erlebt und müssen wachsam sein. Die Corona-Regeln gelten weiter."

Eine große Feier werde es deswegen anlässlich der Nullinzidenz nicht geben. "Ich werde aber sicher ein Bierchen darauf trinken", sagt der Landrat. Endlich kehre ein Stück Normalität zurück.

Vom Hotspot zum Null-Inzidenz-Gebiet

Tirschenreuth war zwei Mal in den vergangenen eineinhalb Jahren Deutschlands Corona-Hotspot Nummer eins: Während der ersten Corona-Welle gab es nirgendwo sonst in Deutschland so viele Infektionen. Im März 2020 war über die Stadt Mitterteich wegen sehr vieler Corona-Fälle die bundesweit erste Ausgangssperre verhängt worden.

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat für die Region eine Studie in Auftrag gegeben: Die Forscher wollen herausfinden, wie lange eine Immunisierung gegen Covid-19 vorhält und wann die sogenannte Herdenimmunität erreicht ist.

Insgesamt waren im Landkreis Tirschenreuth laut Robert-Koch-Institut (RKI) 5.321 der gut 72.000 Einwohner Corona-positiv. 266 Menschen sind an und mit dem Virus gestorben.

Bayreuth und Bamberg nähern sich der Null

In Deutschland hat heute noch die Stadt Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern eine Null-Inzidenz. Den zweitbesten bayerischen Wert weist mit einer Inzidenz von 1 die Stadt Bayreuth auf. Auch Bamberg liegt mit 1,3 weit vorne in der deutschlandweiten Inzidenz-Tabelle.

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Der Landkreis Tirschenreuth hat heute eine Sieben-Tage-Inzidenz von Null. Damit ist er die erste Region Bayerns. Und das, obwohl die Region Deutschlands Corona-Hotspot war.

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