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Landkreis Rottal-Inn: Erneut hoher Inzidenzwert von 312,8 | BR24

© dpa/Armin Weigel

Das Landratsamt von Rottal-Inn

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    Landkreis Rottal-Inn: Erneut hoher Inzidenzwert von 312,8

    Nachdem die Inzidenzwerte zwischenzeitlich gesunken waren, hat der Landkreis Rottal-Inn wieder einen sehr hohen Inzidenzwert erreicht: Er liegt laut Robert Koch-Institut derzeit bei 312,8. Das Landratsamt erklärt, woran das liegen könnte.

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    Von
    • Astrid Dachs
    • BR24 Redaktion

    Der Landkreis Rottal-Inn hat erneut einen sehr hohen Inzidenzwert: Laut Robert-Koch-Institut liegt er derzeit (0.00 Uhr) bei 312,8. Schon vor dem bundesweiten Teil-Lockdown, seit Dienstag, 27. Oktober, galten dort strenge Ausgangsbeschränkungen. Bis man die Auswirkungen der Maßnahmen in den Zahlen sehen könnte, würde es aber noch dauern, sagt das Landratsamt.

    Bevölkerung in Rottal-Inn weit verstreut

    Das Landratsamt Rottal-Inn erklärte zudem heute in einer Pressemitteilung, warum es die Verteilung der Corona-Fälle auf die einzelnen Gemeinden bewusst nicht mehr veröffentlicht. Der niederbayerische Landkreis Rottal-Inn sei das streusiedlungsreichste Gebiet in ganz Deutschland. Das bedeute, die Einwohner sind gut verteilt auf viele sehr kleine Gemeinden. Dies habe bereits während der ersten Corona-Welle zu Vermutungen und Anfeindungen geführt, wer denn infiziert sein könnte, vor allem in den sozialen Medien, so das Landratsamt. Außerdem trage die Aufteilung nach Gemeinden nicht zur Risikoabschätzung bei - sie sage nur aus, wo der Infizierte wohnt und in Quarantäne ist, nicht aber, wo er sich angesteckt haben könnte, argumentiert das Landratsamt.

    Welche Rolle spielen lokale Hotspots und Grenznähe?

    Bezüglich der Frage, welche Rolle die lokalen Hotspots und die Grenznähe spielen könnten, kam das Landratsamt zu dem Schluss: Die steigenden Inzidenzwerte nahmen im südlichen Landkreis, im grenznahen Raum Simbach am Inn, ihren Anfang. Dort überstieg der Inzidenzwert am 8. Oktober die Marke von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

    Erst am 15. Oktober sei Eggenfelden auf rot, Pfarrkirchen zunächst auf gelb und am 17.10. schließlich auch auf rot gesprungen. Noch bis zum 26. Oktober habe der Inzidenzwert von Simbach am Inn deutlich über dem der beiden anderen Bereiche gelegen, erst ab dem 27.10. glichen sich die Werte an.

    "Die genauen Zusammenhänge werden wohl schwer nachzuvollziehen sein, doch es scheint, als habe sich die massive Ausbreitung der Pandemie während der letzten vier Wochen vom Süden her über den gesamten Landkreis vollzogen." Sprecher der Landratsamtes

    Wert nach landkreiseigener Berechnung niedriger

    Auf BR-Anfrage, wieso der Inzidenzwert trotz des zunächst regionalen und nun auch bundesweiten Teil-Lockdowns immer noch nicht gesunken ist, antwortet ein Landkreis-Sprecher, dass die Werte von RKI, LGL und die landkreiseigene Berechnung gelegentlich differieren. Das liege manchmal am Zeitpunkt der Aktualisierung, manchmal auch an technischen Übertragungsfehlern oder ähnlichem. Ein solcher Fall liege im Moment vor - den genauen Grund wisse man aber nicht.

    Der eigenen Berechnung nach liegt der Landkreis Rottal-Inn nämlich nur bei einem Inzidenzwert von 275, heißt es weiter. Alleine aufgrund der Inkubationszeit rechne man damit, dass man die Auswirkungen des Lockdowns in Zahlen frühestens nach zehn bis 14 Tagen sieht. Zudem fanden sehr viele Testungen statt, unter anderem Reihentestungen in Schulen und Heimen, sowie viele freiwillige Testungen von Bürgern, die sicher gehen wollen, dass sie nicht infiziert sind. Auch das sorge dafür, dass mehr positive Fälle entdeckt werden.

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