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Bildrechte: pa/dpa/Armin Weigel

Im Landkreis Regen gibt es mehr als 600 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Der 7-Tage-Inzidenzwert ist der höchste in ganz Deutschland.

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Landkreis Regen überschreitet Inzidenzwert von 600

Im Landkreis Regen gibt es mehr als 600 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Der 7-Tage-Inzidenzwert ist der höchste in ganz Deutschland. Bereits seit dem Wochenende gelten im Kreis Regen strengere Regeln.

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Von
  • Renate Roßberger
  • BR24 Redaktion

Der Landkreis Regen hat offiziell die Marke von 600 beim 7-Tage-Inzidenzwert überschritten. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) liegt der genaue Wert aktuell bei 607,16. Seit Wochen ist die Region der Corona-Hotspot Nummer eins in Deutschland.

117 Neuinfektionen an einem Tag

Nach zwei Tagen mit vergleichsweise niedrigen Neuinfektionszahlen meldet der Landkreis Regen nun doch wieder eine neue Rekordzahl: 117 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 sind dem Gesundheitsamt Regen am Mittwoch gemeldet worden. Insgesamt sind bis jetzt 30 Landkreisbürger an Corona gestorben. 1.668 Menschen haben sich im zweiten Halbjahr mit Corona infiziert, 880 davon sind inzwischen wieder genesen.

Es gelten die strengeren Regeln für Hotspots

Damit sind aktuell 788 Menschen infiziert und in Quarantäne. In den Arberlandkliniken liegen 71 Covid-19-Patienten. Im Landkreis Regen gelten schon seit dem Wochenende die strengeren Regeln für Hotspots in Bayern. Dazu zählen unter anderem nächtliche Ausgangssperren von 21 Uhr bis 5 Uhr und Alkoholkonsumverbot unter freiem Himmel. Außerdem gehen Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe in den Distanzunterricht.

Keine eindeutigen Erklärungen für Anstieg

Für den sprunghaften Anstieg der Neuinfektionen im Landkreis Regen gibt es keine einfache Erklärung, heißt es von der Behörde. Es liege nicht an irgendeinem Schwerpunkt im Landkreis oder einer bestimmten Einrichtung. Die Fälle gingen querbeet durch die Bevölkerung und die verschiedenen Landkreisgemeinden. Das bedeutet, es gibt - nach zwei Tagen, in denen es "nur" 28 beziehungsweise 22 Fälle gab, keine Entwarnung.

Versprochene Liste wird kommen

Eine Liste, welche Gemeinden mit wieviel Fällen betroffen sind, wie sie gefordert und von Landrätin Rita Röhrl (SPD) versprochen wurde, soll es nächste Woche geben. Das Landratsamt warnt aber davor, sich dann in Orten mit wenig Fällen in scheinbarer Sicherheit zu wiegen. Von der hohen Inzidenz im Landkreis komme man nur herunter, wenn die gesamte Bevölkerung ihre Kontakte noch mehr reduziert, Maske trägt und noch vorsichtiger ist.

Keine weiteren Maßnahmen geplant

Die im Vergleich zu Bayern ohnehin schon strengeren Auflagen für Hotspot-Gebiete gelten im Landkreis Regen schon. Zum Beispiel eine nächtliche Ausgangssperre neben den Ausgangsbeschränkungen tagsüber, regelmäßige Pflichttests für Heim- und Klinikpersonal oder Homeschooling für alle Schüler. Darüber hinaus sind vorerst keine weiteren Maßnahmen geplant. Es bliebe am Ende auch fast nur noch die Schließung von Läden, Dienstleistern und Betrieben. Für Irritationen sorgte, dass die Behindertenwerkstätten im Landkreis offenbar doch noch nicht wie angekündigt gestern geschlossen wurden. Das sollen die Einrichtungen noch in Eigenregie machen, hieß es dazu heute vom Landratsamt.

Angespannte Lage in den Landkreis-Kliniken

Anspannt bleibt die Lage in den beiden Arberlandkliniken Zwiesel und Viechtach, vor allem beim Personal. Es würden täglich Neuinfektionen bei den Beschäftigten festgestellt, so Pressesprecherin Stephanie Blüml. Die Arberlandkliniken haben jetzt über das Landratsamt externes Personal angefordert. Gedacht ist zum Beispiel an Sanitätskräfte der Bundeswehr.

Noch mehr Ausweichmöglichkeiten

In den beiden Kliniken liegen inzwischen 80 Covid-19-Patienten, acht davon auf der Intensivstation. Drei Covid-19-Patienten, die auf dem Weg der Besserung und nicht mehr infektiös sind, aber noch nicht entlassen werden können, sollen heute in eine Mutter-Kind-Klinik im Landkreis verlegt werden, um Platz zu schaffen. Solche Ausweichmöglichkeiten soll es eventuell noch mehr geben. Nicht geplant ist vorerst die Wiedereinrichtung einer sogenannten Fieberambulanz, wie es sie im Frühjahr schon mal in Viechtach in einem separaten Gebäude gab. Die Ambulanz ging damals nie in Betrieb. Jetzt würde dafür das Personal fehlen.

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