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Mit den Worten "Sozialisten, Kommunistenpack, ihr gehört alle erschossen" soll Marianne W. am Telefon Mitarbeiter des Hofer SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt bedroht haben.

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Hof: Berufungsprozess wegen Holocaustleugnung

Weil eine 66-Jährige aus dem Landkreis Hof mehrfach den Holocaust geleugnet haben soll, muss sie sich nun vor der Berufungskammer des Hofer Landgerichts verantworten. Der Frau werden zudem noch weitere Straftaten vorgeworfen.

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Von
  • Jonas Miller

Mit den Worten "Sozialisten, Kommunistenpack, ihr gehört alle erschossen" soll Marianne W. am Telefon Mitarbeiter des Hofer SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt bedroht haben. Die 66-Jährige soll 2018 immer wieder im Büro des Politikers angerufen haben, eine von der Kriminalpolizei eingerichtete Fangschaltung führte schließlich zu der Aktivistin aus dem Landkreis Hof.

Aussage: Deutsche sollen keine Juden vergast haben

Zudem wird der Frau vorgeworfen, immer wieder den Holocaust geleugnet und die Existenz von Konzentrationslagern, in denen Juden ermordet wurden, bestritten zu haben. So soll W. von ihrem Computer aus in Internet-Gästebücher geschrieben haben, dass kein Deutscher einen Juden vergast habe.

Marianne W. wird verurteilt und legt Berufung ein

Bei einer Demonstration der rechten Szene in Nürnberg soll Marianne W. ferner die Existenz von Gaskammern geleugnet und behauptet haben, dass Adolf Hitler nie den Befehl zur Vernichtung von Juden gegeben habe. Die Frau wurde daher vom Amtsgericht Hof zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, legte aber Berufung gegen das Urteil ein.

Auftritt bei rechtsextremer Kundgebung in Nürnberg

Wegen ihrer Aktivitäten kam die nun Angeklagte immer wieder in den Kontakt mit Polizeibeamten. Bei einer Wohnungsdurchsuchung soll die 66-Jährige drei Beamte unter anderem als "Staatslügenschutz" bezeichnet haben. Deswegen muss sie sich auch wegen Beleidigung verantworten.

Eine der bekanntesten Holocaustleugnerinnen Bayerns

Marianne W. gehört zu den bekanntesten Aktivistinnen in der bayerischen Holocaustleugner-Szene. Bei der Demonstration 2018 in Nürnberg sprach sie neben anderen Rednern vor 250 Teilnehmern, die die Abschaffung des Volksverhetzungsparagrafen forderten. Ein weiterer Redner zeigte den Hitlergruß und ein anderer lobte das Buch "Mein Kampf" von Hitler als "Vorlage für die Freiheit". Unterstützung erfährt die 66-Jährige von rechtsextremen Medienmachern, die versuchen, strafbare Holocaustleugnung als "Kampf für die Meinungsfreiheit" umzudeuten.

Drei Verhandlungstage angesetzt

Weil sie gegen die erstinstanzlichen Verurteilungen in Berufung gegangen war, werden die Fälle nun vor dem Landgericht verhandelt. Für den Prozess in Hof sind drei Verhandlungstage angesetzt. In der Vergangenheit mussten jedoch bereits Termine verschoben werden, da sich der Anwalt von Marianne W. krank meldete.

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