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Der Protest gegen den Neubau der B16 war Teil eines bundesweiten Aktionstages.

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    Landkreis Günzburg: Gemeinsamer Protest gegen Straßenneubau

    Wohin mit dem Verkehr? Im Landkreis Günzburg demonstrierten am Wochenende Naturschützer und Landwirte gegen eine geplante Umgehungsstraße. Währenddessen rollt der Verkehr weiter durch die Stadt Ichenhausen, samt Lärm und Abgasen - ein Dilemma.

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    Von
    • Peter Allgaier
    • Anna Klein

    Mit einer gemeinsamen Protestaktion wenden sie sich gegen den Neubau der B16 im Landkreis Günzburg: Der Bund Naturschutz und der Bayerische Bauernverband haben am Samstag deutlich gemacht, dass es bei der geplanten Fläche für die Umgehungsstraße einen Interessenskonflikt gibt. Die geplante Trasse soll künftig um die Gemeinden Ichenhausen und Kötz führen.

    Neubau würde große Waldfläche vernichten

    Inge Farion ist Biobäuerin in der Region und sorgt sich vor allem um die Lebensgrundlage: 16 Hektar gesunder Wald müssten gefällt werden. Zudem sei die Bundesstraße nur der Anfang des Flächenverbrauchs. "Wir sind uns alle klar, dass mit jeder Auffahrt das nächste Gewerbegebiet kommen wird", sagt Farion. Deshalb müsse die Straße verhindert werden.

    Flächenverlust befürchtet

    Die Landwirte fürchten den Verlust von Agrarflächen, Naturschützer warnen vor der Zerstörung von Biotopen. Sie fordern daher, den Neubau der B16 aus dem Bundesverkehrswegeplan zu streichen. Die Planungen für die neue Straße laufen schon seit über zwei Jahrzehnten. Zunächst war eine Umfahrung im Westen von Ichenhausen geplant, die das Günztal durchqueren sollte. Diese Variante wurde allerdings aus Umweltschutzgründen fallen gelassen.

    Baukosten von 100 Millionen Euro

    Nun soll die zehn Kilometer lange Umfahrung im Osten verlaufen, die Baukosten werden auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. Der weite Abstand zur nächsten Wohnbebauung ist Bürgermeister Robert Strobel ein besonderes Anliegen. Denn bislang verläuft die B16 mitten durch seine Gemeinde Ichenhausen. 11.000 Fahrzeuge rollen täglich durch den Ort, bis 2030 werden es sogar 14.000 sein, so eine Prognose des staatlichen Bauamts im Krumbach.

    Abgas- und Lärmbelastung durch die Straße in der Stadt

    Die Belastung durch Lärm und Abgase sei enorm, so Strobel. Er glaubt, dass das Verkehrsaufkommen auch die Hauptursache für zunehmende Leerstände in der Innenstadt ist. Die Stadt- und Gemeinderäte von Ichenhausen und Kötz hatten sich mit deutlicher Mehrheit für einen Neubau der B16 ausgesprochen. Die Rathäuser erwarten allerdings Klagen von Naturschützern und Grundstückseigentümern. Bis zum Bau der Straße dürften noch sechs bis acht Jahre vergehen.

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