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Warum ist die Impfquote im Landkreis Dillingen geringer als anderswo?

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    Ist die Impfquote im Landkreis Dillingen zu niedrig?

    Zehn Prozent weniger Erstimpfungen als der Durchschnitt: Wie es zu dieser niedrigen Impfquote in Dillingen kommt, will Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek vor Ort herausfinden. Ein Grund könnten die wenigen Hausärzte in der Region sein.

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    Von
    • Judith Zacher
    • Anna Klein

    Nur 36 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Dillingen haben eine Erstimpfung gegen Corona erhalten. Im bundesweiten Durchschnitt ist diese Impfquote deutlich höher. Woran liegt es also, dass im Landkreis Dillingen scheinbar zögerlich geimpft wird? Dieser Frage geht der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek bei seinem Besuch im Dillinger Impfzentrum nach.

    Wenige Hausärzte in der Region – weniger Erstimpfungen

    Diese Quotenwerte deuten auf einen Zusammenhang mit den Impfungen durch die Ärzte hin, die erst Monate nach den Impfzentren mit den Impfungen begonnen haben. So stellte der CSU-Landtagsabgeordnete für die Region, Georg Winter, fest: Bei einer geringeren Ärztedichte komme weniger Impfstoff an. Er wolle den Minister beim Termin darauf aufmerksam machen und bitten, dass die Region deshalb nicht durch geringere Impfstofflieferungen benachteiligt werde.

    Mehr Impfstoff gefordert

    Landrat Leo Schrell fordert das bereits seit Wochen. Das Wertinger Impfzentrum könnte täglich etwa drei Mal so viel Personen impfen wie bisher, wenn genügend Impfstoff vorhanden wäre. Die Menge des Impfstoffs, die an die Impfzentren geht, ist allerdings an die Einwohnerzahl gekoppelt und gedeckelt. Was übrig ist, wird an die Ärzte verteilt. Gibt es weniger Ärzte, kann damit auch weniger verimpft werden. Im Hinblick auf die angedachten Schließungen der Impfzentren frage man sich in Dillingen, wer den Impfstoff denn dann verabreichen solle, wenn es nicht genügend Ärzte gibt, so ein Sprecher aus dem zuständigen Landratsamt.

    Sonderlieferung Johnson & Johnson

    Zwar hat der Landkreis bereits eine Sonderzuteilung des Impfstoffs Johnson&Johnson bekommen, das reiche aber nicht, so Landrat Leo Schrell. Bereits vor einigen Wochen hatte er vorgeschlagen, die Betriebe beim Impfen mit den Mitarbeitern des Impfzentrums zu unterstützen.

    Momentan kein Impfstoff für Erstimpfungen verfügbar

    Das ist jetzt möglich und laufe gut – mobile Teams des Impfzentrums fahren in die Betriebe, um dort zu impfen, oder aber Mitarbeiter kommen ins Impfzentrum, um dort mit Impfstoff, der dem Betrieb zusteht, geimpft zu werden. Ausgelastet ist das Impfzentrum deshalb aber noch lange nicht. Impfstoff für weitere Erstimpfungen steht seit Wochen nicht zur Verfügung, er wird frühestens für nächste Woche erwartet.

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