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Landkreis Coburg: Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen | BR24

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Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Coburg liegen deutlich über der kritischen Grenze. Die Behörden sind alarmiert. Wo liegt der Ansteckungsherd?

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Landkreis Coburg: Besuchsverbot in Pflegeeinrichtungen

Die gestiegenen Infektionszahlen im Landkreis Coburg ziehen erste Konsequenzen nach sich. Nachdem der kritische Wert bezüglich der Corona-Fälle überschritten worden war, ist für viele Angehörige der Besuch von Pflegeheimen nun vorerst verboten.

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Am vergangenem Samstag waren die Besuchsverbote erst gelockert worden, im Landkreis Coburg wurden sie nun wieder strikter ausgesprochen. Nach einem Anstieg der Corona-Infektionen hat der Landkreis Coburg wieder ein Besuchsverbot für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen eingeführt. Ausnahmen werden nur für Angehörige von im Sterben liegenden Bewohnern gemacht. Es gilt zunächst für die nächsten zwei Wochen, teilt der Landkreis Coburg am Donnerstag (14.05.20) mit.

Bewohner und Pflegepersonal werden getrennt

Um weitere Infektionen zu verhindern, werden Reihentestungen in den betroffenen Pflegeeinrichtungen und Dialysestationen bei Patienten und Personal durchgeführt. Außerdem wurden infizierte und nicht infizierte Bewohner separiert, das Pflegepersonal wird zudem getrennt eingesetzt. Landrat Sebastian Straubel (CSU) wirbt um Verständnis für die Maßnahmen und bittet die Menschen "lieber etwas vorsichtiger zu sein, als die Situation auf die leichte Schulter zu nehmen".

Wert der Neuinfektionen im Raum Coburg höher als 50

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in der Region Coburg hat in den vergangenen Tagen die Obergrenze überschritten, auf die sich kürzlich Bund und Länder geeinigt hatten. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage liegt seit Donnerstag (14.05.20) bei 58,7. Ab einem Wert über 50 müssen die betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte Maßnahmen zur Unterbrechung der Infektionskette treffen.

Regiomed meldet sechs infizierte Dialyse-Patienten

Die Regiomed-Kliniken GmbH teilt auf Nachfrage des BR mit, dass im Klinikum Coburg aktuell sechs Dialyse-Patienten behandelt würden, die an Covid-19 erkrankt seien. Das Klinikum Coburg betreibt allerdings keine eigene Dialyse-Station.

Auch Sonneberg hat Grenzwert bereits überschritten

Der Nachbarlandkreis Sonneberg in Thüringen hatte bereits früher als Coburg die Obergrenze überschritten. Das Landratsamt in Coburg schließt nicht aus, dass Dialysepatienten aus Pflegeheimen in der Region Coburg auch im Landkreis Sonneberg behandelt wurden. Dort war zuvor ein Gesundheitscampus als Schwerpunkt eines Corona-Ausbruchs ausgemacht worden. In direkter Nachbarschaft befindet sich dort neben zwei Seniorenheimen und Arztpraxen auch ein Dialysezentrum. Eine Sprecherin des Landratsamtes Coburg sagte der Deutschen Presseagentur: "Ein Zusammenhang würde naheliegen. Wir wissen es aber noch nicht."

Besuchsverbot auch in der Stadt Coburg

Die Infiziertenzahlen in der Stadt Coburg sind dagegen nicht im kritischen Bereich. Im Gegenteil: Die Stadt Coburg weist seit Beginn der Corona-Pandemie die geringsten Fallzahlen in Oberfranken auf. Während der Wert der in einer Woche infizierten im Landkreis bei 58,7 pro 100.000 Einwohner liegt (Stand: 14.05.20), liegt er in der Stadt Coburg bei 12,1. Dennoch erarbeite auch die Stadt gerade ein umfassendes Schutzkonzept, teilt Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) mit. Unter anderem soll auch dort wieder ein Besuchsverbot erlassen werden - vorerst aber wohl nur für Pflegeeinrichtungen mit Dialysepatienten.

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